Zähne als Spiegel der Gesundheit

Unsere „Beißerchen“ sind nicht nur Kauwerkzeuge und wichtig für die Verdauung. Jede Störung im Gebiss hat auch Auswirkungen auf den gesamten Organismus. Von Mag. Regina Modl

Die chinesische Medizin beschäftigt sich bereits seit Jahrtausenden mit dem Zusammenhang zwischen Mundgesundheit und dem Auftreten von Krankheiten. Meridiane (Energieleitbahnen) verbinden die verschiedenen Teile des Körpers zu einem komplexen System. Auf diesen Verbindungsbahnen befinden sich auch die Zähne. Diesen werden daher bestimmte Organe zugeordnet. Westliche Untersuchungen bestätigten mittlerweile diese Organ-Zahn-Beziehung. 

Über Blut- und Lymphbahnen gelangen zum Beispiel Entzündungsstoffe von Zähnen, Kiefer sowie Zahnfleisch in den Blutkreislauf. Die Nerven leiten auch sämtliche Informationen vom Gebiss zum Gehirn und von dort in sämtliche Bereiche des Körpers. Die ganzheitliche Zahnmedizin geht daher vom Prinzip der sogenannten Herderkrankungen aus. Demnach können Beschwerden an einer Körperregion ihren Ursprung (Herd) an einer ganz anderen Stelle haben, die mitunter gar keine Probleme oder Symptome erkennen lässt – wie an den Zähnen.

Signale richtig erkennen

So stellt beispielsweise ein kranker Schneidezahn den Hinweis auf Blasen- oder Nierenschwäche aber auch Schilddrüsenprobleme dar. Umgekehrt können wiederum Nierenprobleme die Schneidezähne und das umliegende Zahnfleisch beeinträchtigen. 

Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen stehen mitunter im Zusammenhang mit Problemen an den Weisheitszähnen. Bei Herzproblemen sollte man daher sicherheitshalber diese „Beißerchen“ vom Zahnarzt überprüfen lassen. Verursachen hingegen die Eckzähne Beschwerden, wäre ein Check der Leber und Galle anzuraten. Die Eckzähne des Oberkiefers beeinflussen ebenso die Augen. 

Auslöser für Verstopfung oder Blähungen liegen zwar meistens im Verdauungstrakt, aber auch Entzündungen der Zähne schlagen auf Magen und Darm. Es geht jedoch auch umgekehrt: Ein kranker Magen schadet nicht nur der Stimmung, sondern sogar den kleinen und großen Backenzähnen, was sie mitunter anfälliger für Karies oder Parodontose macht. Deshalb werden diese auch als „Magenzähne“ bezeichnet. 

Die rechte Seite im Mund gilt bei diesem Konzept für die rechte Organseite. Auch Gelenke, Muskeln, Sehnen, Sinnesorgane, Drüsen, Haut und sogar Emotionen stehen mit dem Gebiss in Verbindung. Ein entzündeter Zahn kann sich somit – nicht nur durch Schmerz – auf unsere Stimmung auswirken.

Auf Mundhygiene nicht vergessen

Die hauptsächlich auftretenden und ursächlichen Krankheitsherde aus dem Zahn- und Kieferbereich sind Entzündungen, tote und wurzelgefüllte oder verlagerte (schiefliegende) Zähne. Diese können die unterschiedlichsten Krankheiten auslösen oder verstärken. Gründliche Mundhygiene schützt somit nicht nur unser Gebiss, sondern auch die Organe. Neben dem täglichen Putzen ist daher eine regelmäßige Kontrolle beim Zahnarzt von großer Bedeutung. Dadurch ist es möglich, Auffälligkeiten und eventuelle Störfelder rasch zu erkennen und gegenzusteuern.

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