Wunderschöne Augenblicke

Fältchen, Augenringe und -schwellungen machen Frauen ganz schön zu schaffen. Hilfe zur Selbsthilfe. Gurke spendet wertvolle Feuchtigkeit und kühlt. Gurkenscheiben aufschneiden und für eine viertel Stunde auf die geschlossenen Lider legen. Bei häufigen Augenproblemen den Rat eines Facharztes einholen!
Von Mag. Monika Kotasek-Rissel

Nur knapp einen halben Millimeter ist die Haut rund um die Augen dick und damit um 75 Prozent dünner als der Rest der Gesichtshaut. Kein Wunder, dass die Augenpartie daher sehr sensibel auf falsche Pflege oder unausgewogene Lebensweise reagiert. Noch dazu fehlen Unterhautfettgewebe und Talgdrüsen, Stützfasern wie Elastin und Kollagen sind kaum vorhanden. Außerdem scheinen Blut- und Lymphgefäße schnell als Schatten durch. Diese bläulich schimmernde Haut lässt uns müde und erschöpft aussehen. Daran können unter anderem Stress, Schlafmangel und Veranlagung schuld sein. Sammelt sich dort Flüssigkeit, kommt es außerdem zu Schwellungen. Mimikfältchen oder „Krähenfüße“ (am äußeren Augenwinkel, erinnern an die Form eines Krähenfußes – daher der Name) entstehen, weil bei jedem Blinzeln die Haut bewegt wird. Das muss nichts Schlechtes sein! Immerhin zeigen sie sich auch, wenn wir gerne und viel lachen.

Was Augenringe vertreibt

Am besten ist es Concealer anzuwenden, der über der Foundation aufgetragen wird. Er deckt dunkle Augenringe ab und passt sich dem Hautton an. Wer lieber vorbeugen möchte, muss diese besonders sensible und dünne Stelle täglich pflegen. Cremes sollten neben pflegenden Wirkstoffen auch Inhaltsstoffe beinhalten, die Falten reduzieren, abschwellend wirken oder die Durchblutung ankurbeln. Versuchen Sie es zum Beispiel mit einem Augen-Roll-On-Stift, der in jede Handtasche passt und dadurch auch leicht tagsüber aufgetragen werden kann. Tages- oder Nachtcremen für das Gesicht sind als Augenpflege übrigens nicht geeignet, denn auf ihre Inhaltsstoffe reagiert die empfindliche Partie schnell gereizt. Duft- und Konservierungsstoffe, Alkohol oder ätherische Öle können ebenfalls Irritationen hervorrufen. 

Zudem sind lange Spaziergänge an der frischen Luft und ausreichend Schlaf wichtig. Aber auch eine Massage des unteren Lids ist empfehlenswert – das gilt weiters für geschwollene Augen. Vorsicht: Bitte nicht herumzerren (dadurch entstehen noch mehr Fältchen), sondern nur sanft klopfen (ev. Pflegeprodukt verwenden)! 

Masken und Gelpads daheim im Kühlschrank aufbewahren und auflegen. Oder einen Esslöffel im Kühlschrank deponieren und ein paar Minuten aufdrücken. Damit lassen sich auch Schwellungen gut lindern. Folgende Maßnahmen helfen noch geschwollene Augen vorzubeugen: Den Kopf beim Schlafen immer etwas höher legen. Tagsüber öfter die Augen schließen oder zwinkern, denn die Bewegung fördert den Abtransport von Lymph- und Tränenflüssigkeit. Mit Salz und Eiweiß (vor allem abends) sparsam umgehen.

„Krähenfüße“ lindern

Massagen mit Avocadopüree oder Mandelöl helfen, die dünne Haut rund ums Auge mit Feuchtigkeit zu versorgen. Sie regen noch dazu den Lymphfluss und die Sauerstoffversorgung an. Mit einem Finger sanft (!) einmassieren, 15 Minuten einwirken lassen und anschließend die Reste mit einem Wattepad abnehmen. 

Bewährt hat sich auch dieses Rezept: Gurken- oder Apfelscheiben aufschneiden und für eine viertel Stunde auf die geschlossenen Lider legen. Gurke spendet wertvolle Feuchtigkeit und kühlt. Die im Apfel enthaltene Fruchtsäure strafft das Gewebe. Wer auf gesunde Ernährung achtet, kann Falten noch dazu hinauszögern. Experten empfehlen etwa gesunde Nahrungsmittel mit viel Vitamin A, C und E (z. B. Birnen, Orangen, Zitronen, Paradeiser) und das Coenzym Q10 (Nüsse, Jungspinat). Alkohol und Nikotin haben den gegenteiligen Effekt – sie schaden der Haut. Denn Nikotin sorgt für die Bildung von freien Radikalen, welche die Produktion von Kollagen und Elastin hemmen und den natürlichen Hautalterungsprozess beschleunigen. 

Nicht vergessen, ausreichend zu trinken – das sorgt für straffere Haut. Übrigens sollte man so oft wie möglich eine Sonnenbrille tragen, selbst bei Sonnenschein im Herbst und Winter. Sie schützt Augen und Haut vor UV-bedingter Hautalterung.

Was bringt ein Besuch beim Augenarzt?

Wer viel Zeit vor dem Computer verbringt, sollte regelmäßig diesen Facharzt aufsuchen. Und das nicht nur seinen Augen zuliebe! Denn eine nicht erkannte Sehschwäche kann durch vermehrte Anstrengung der Augenmuskulatur oder „Zusammenkneifen“ der Augen auch die Entstehung von Fältchen begünstigen. Außerdem sollte man im Arbeitsalltag immer wieder Pausen einlegen – das entspannt das Gesicht.

TROCKENE AUGEN IN DEN GRIFF BEKOMMEN
Aufgrund von kühlem Wind und Heizungsluft sind die „Sehwerkzeuge“ in den Herbst- und Wintermonaten stark gefordert. Das Maskentragen verschärft das Problem: Es trocknet die Augen zusätzlich aus. Liegt die Maske zu lose am Gesicht an, wird der Luftstrom über die Augenoberfläche geleitet. Dadurch beschleunigt sich die Verdunstung des Tränenfilms. „Die Auswirkungen sind trockene Stellen an der Augenoberfläche. Die Augen sind gereizt und gerötet sowie tränen oft“, erklärt Markus Gschweidl, Bundesinnungsmeister der Augenoptiker. Er rät etwa zu folgenden Maßnahmen: 

Kontrolle des Tränenfilms: „Lassen Sie die Beschaffenheit Ihres Tränenfilms prüfen. Das ist bei jedem Optiker möglich, der dazu Spezialgeräte einsetzt. Er kann feststellen, ob die Menge und Qualität des Tränenfilms ausreichend sind, um die Augen zu schützen“, so der Experte. 
 
Nachbenetzungstropfen: Je nachdem, welche Ursachen die Trockenheit auslösen, gibt es verschiedene Arten von Nachbenetzungstropfen, die helfen können. Gschweidl warnt: „Es ist wichtig, nicht einfach irgendwelche Mittel ins Auge einzutropfen, da sie das Problem verstärken können. Lassen Sie sich beraten – Ihrer Sehkraft zuliebe.“ Verschlimmern sich die Symptome, ist der Besuch eines Facharztes zu empfehlen. 

Richtig Maske tragen: Die Maske muss gut am Gesicht anliegen, etwa dank eines integrierten Nasenbügels, den man individuell zurechtbiegen kann. Der gute Sitz ist auch dann hilfreich, wenn die eigene Brille zum Beschlagen neigt. 
 
Brille statt Kontaktlinsen: „Achten Sie in dieser Zeit besonders auf die Kontaktlinsenhygiene und reinigen Sie diese entsprechend den Herstellerangaben“, erklärt der Optiker. Allerdings kann es sich für Kontaktlinsenträger auch lohnen, im Herbst/Winter temporär auf Brillen umzusteigen. „Wer merkt, dass die Augen trotz aller Maßnahmen empfindlich bleiben, sollte für diese Zeit auf Kontaktlinsen verzichten.“

Wenn Sie Anzeichen von Trockenheit bemerken, verschleppen Sie das Problem nicht! Lassen Sie sich unbedingt von einem Augenarzt, Apotheker oder Optiker beraten.

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