Woran erkenne ich Bio-Lebensmittel?

Weniger antibiotika-resistente Keime bei Hühner- oder Schweinefleisch, Pestizide und andere „chemische Keulen“ – immer mehr Menschen achten auch beim Essen vermehrt auf die Gesundheit.

Biologische Lebensmittel liegen voll im Trend. Doch was genau bedeutet „Bio“? Einerseits regeln klare gesetzliche Richtlinien die Erzeugung, die Verarbeitung und die Kennzeichnung, andererseits soll „Bio“ aber auch Lebensgrundlagen schützen und gentechnikfrei produzieren.

Gesetzliche Kennzeichnung

Jedes verpackte Bio-Produkt, das in der EU verkauft wird, ist am aufgedruckten EU-Bio-Logo erkennbar (bei loser Ware wie Obst oder Gemüse ist es an der Kiste oder am Regal anzubringen). Das ist ein aus weißen Sternen stilisiertes Blatt auf grünem Hintergrund (es darf auch in schwarz-weiß abgebildet sein). Wenn Sie dieses Siegel sehen, können Sie sich sicher sein, dass es sich um ein Bio-zertifiziertes Produkt handelt. Das Bio-Logo dürfen nur Produkte tragen, für die eine zugelassene Kontrollstelle bescheinigt hat, dass sie biologisch erzeugt wurden. Neben dem EU-Bio-Logo müssen daher eine Codenummer der Kontrollstelle, welche die Einhaltung der EU-Bio-Verordnung geprüft hat, stehen. Außerdem muss die Herkunft der landwirtschaftlichen Rohstoffe des Lebensmittels angeführt sein. Damit Genießer auch wirklich sicher sein können, dass die angebotenen Produkte nach den vorgeschriebenen Richtlinien und Vorgaben produziert werden, gibt es auch ein strenges Kontrollsystem. Der Warenfluss wird von der bäuerlichen Urproduktion über die gewerbliche Verarbeitung bis hin zum Handel genau kontrolliert. Die einzelnen Betriebe werden mindestens einmal im Jahr von unabhängigen, staatlich autorisierten und akkreditierten Kontrollstellen überprüft. Bei nicht verpackten Lebensmitteln, wie sie etwa auf Bauernmärkten angeboten werden, fragt man am besten den Anbieter nach seiner Bio-Kontrollnummer oder lässt sich das Zertifikat seiner Bio-Kontrollstelle zeigen. Der Begriff „Biologisch“ bzw. „Bio“ oder „ökologisch“ bzw. „Öko“ ist im Lebensmittelbereich gesetzlich geschützt: Nur Produkte mit EU-Bio-Zertifizierung dürfen mit diesen Begriffen beworben beziehungsweise versehen werden. Vorsicht also bei Bezeichnungen wie „aus naturnahem Anbau“ oder „aus umweltgerechter Landwirtschaft“ oder „aus kontrolliertem Anbau“. Diese haben mit „Bio“ nichts zu tun. Nur die Worte „bio“ und „ökologisch“ sind gesetzlich geschützt und garantieren die Bio-Herkunft. Übrigens: Auch wenn ein Produkt mit blumigen Aussagen wie „mit natürlichen Inhaltsstoffen“, „umweltschonend erzeugt“ oder „aus nachhaltiger Produktion“ versehen ist – ohne EU-Bio-Logo ist es kein Bio-Lebensmittel. Zusätzlich zum EU-Bio-Logo dürfen auf Bio-Lebensmitteln noch staatliche oder private Bio-Siegel abgebildet sein, wie etwa das BIO AUSTRIA-Logo oder das AMA-Bio-Siegel.

Wo bekomme ich Bio?

Die Möglichkeiten, an diese Produkte zu gelangen, werden immer vielfältiger. Landbewohner und Städter können direkt bei Biobauern einkaufen, ohne viele Umwege auf sich nehmen zu müssen ( www.bioaustria.at): In ganz Österreich gibt es Bio-Betriebe, die ihre Waren direkt ab Hof verkaufen. Der Vorteil: Der direkte Kontakt eröffnet dem Besucher Einblick in die Produktion der Lebensmittel und lässt die oft schon verloren gegangene Beziehung zu den Nahrungsmitteln wieder entstehen. Die Biomaps helfen bei der Suche nach dem nächstgelegenen Biohof. Wir bieten damit Konsumenten eine österreichweite elektronische Suchmaschine, mit der gezielt nach Bundesländern, Produkten oder auch nach Ort oder Namen gesucht werden kann. Immer mehr Konsumenten genießen die Annehmlichkeiten eines Bio-Kistls. Es versorgt sie mit frischen Lebensmitteln, garantiert kurze Transportwege und erspart nicht nur das mühsame Schleppen der Einkäufe, sondern vielen auch die leidige Frage: „Was koche ich heute?“, Rezepte werden nämlich meist gleich mitgeliefert. Kommt man nicht zum Hof, so kommt der Hof zu einem – fast zumindest. Auf zahlreichen Bio-Bauernmärkten werden frische Produkte angeboten und meist stehen die Produzenten sogar selbst am Stand. Einem Plausch über die dargebotenen Köstlichkeiten steht also nichts im Wege. Immer mehr Menschen bestellen auch Produkte des täglichen Bedarfs im Internet, sei es aus Zeitgründen oder einfach, weil es praktisch ist. Um diesem Wunsch zu entsprechen und um Konsumenten und Produzenten näher zusammen zu bringen, haben wir den BIO AUSTRIA Webshop entwickelt. Im Downloadcenter finden sich Einkaufsführer unterschiedlicher Bundesländer, die die Adressen und das genaue Angebot unterschiedlichster Anbieter recherchiert haben. Angefangen von Direktvermarktern über Bäcker bis hin zu Urlaubsmöglichkeiten. Bio Austria vertritt rund 13.500 österreichische biobäuerliche Betriebe und ist damit nicht nur der größte österreichische Bio-Verband, sondern auch der größte Verband für Biologische Landwirtschaft in Europa. Alle Biobauern in Österreich müssen die Richtlinien der EU-Bio-Verordnung einhalten. Bio Austria-Bauern erfüllen zusätzlich noch die darüber hinaus gehenden, noch strengeren Richtlinien: Bei der Verpackung von Gemüse dürfen keine Styroportassen verwendet werden, bei der Lagerung von Honig keine Kunststoffbehälter. Zur Förderung der Artenvielfalt ist die ganzjährige Begrünung bei Obst- und Weingärten vorgeschrieben. Beim Anbau unter Glas bzw. Folie dürfen Kulturflächen im Winter höchstens frostfrei gehalten werden, es sei denn, die Beheizung erfolgt durch erneuerbare Energie bzw. Abwärme. Nur bestimmte Düngemittel sind für den Bio-Landbau zugelassen. Hier gibt es zusätzlich starke Einschränkungen. Bei der Düngung gelten strenge Gesamtstickstoffobergrenzen. Das Ausbringen von Wirtschaftsdüngern (z.B. Gülle) ist bei Beerenobst und Gemüse während der gesamten Vegetationsperiode verboten. Auch beim Kupfereinsatz gelten niedrigere Obergrenzen als die EU-Bio-Verordnung vorschreibt. Künstlich erzeugte Nanomaterialien sind verboten. Die Mitgliedsbetriebe bekennen sich zur Beachtung sozialer Gerechtigkeit gegenüber allen Mitarbeitern, die auf den Bio Austria-Höfen arbeiten.

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