Wie viele Bezugspersonen braucht ein Kind?

Wer diese Hauptbezugspersonen sind, wird immer dann offensichtlich, wenn ein Kind Schmerzen hat, müde oder verängstigt ist. So kann sich beispielsweise ein Kind das hingefallen ist und sich verletzt hat, nicht von seinem Onkel, sondern ausschließlich von seiner Mutter trösten lassen wollen. Schutz und Trost sucht ein Kind bei seiner Hauptbezugsperson, weil sie ihm am meisten Geborgenheit geben kann, das heißt aber nicht, dass es keine anderen Kontakte haben darf.

Aus der Sicht des Kindes kann jede Person, die sich ausreichend um es kümmert, zu einer Bezugsperson werden. Dafür ist nicht die biologische Herkunft vordergründig wichtig, sondern die Vertrautheit, die durch Fürsorge, Nähe und Zuwendung entsteht. Das Vertrauen, das ein Kind einer Bezugsperson entgegen bringt, beruht auf gemeinsamen Erfahrungen. Je umfassender diese Erfahrungen sind und je besser die Bedürfnisse befriedigt werden, desto vertrauensvoller ist die Beziehung.

Alter des Kindes
Damit jemand für ein Kind zur Bezugsperson wird, ist gegenseitiges Kennen lernen notwendig. Wie lange es braucht, ist vom Alter und der Persönlichkeit des Kindes, wie auch von der Kompetenz, Erfahrung und dem Beziehungsangebot der Bezugsperson abhängig.

Je jünger ein Kind ist, desto mehr Zeit benötigt es, um eine Bindung einzugehen und desto kleiner ist daher auch der Kreis der möglichen Bezugspersonen. Der Beziehungsfähigkeit eines Säuglings sind durch seine noch wenig entwickelte Wahrnehmung enge Grenzen gesetzt. Ein Säugling braucht langandauernde und stabile Erfahrungen, um eine Person kennen zu lernen, ist aber bereits fähig, sich an mehrere Personen zu binden.

Unterschiedliche Erziehungsstile der Bezugspersonen
Ein Kind ist in jedem Alter fähig, sich auf das unterschiedliche Verhalten von Mutter, Vater und anderen Bezugspersonen einzustellen. Daher kann beispielsweise eine Großmutter ohne weiteres ein anderes Einschlafritual anbieten als die Mutter. Ein Kind lernt schnell, wie es sich bei welcher Person zu verhalten hat.

Wichtig ist für die Hauptbezugspersonen jedoch vorab zu klären, ob die anderen Bezugspersonen für das Kind (wie z.B. Großeltern) in für sie wichtigen Erziehungsfragen übereinstimmen (etwa Erziehungsziele, Ernährung etc.), sonst kann es unter Umständen zu Konflikten zwischen den Bezugspersonen kommen unter denen das Kind leidet.

Was zeichnet eine gute Bezugsperson aus?
Eine Bezugsperson sollte das körperliche und psychische Wohlbefinden, sowie die Entwicklung des Kindes fördern, indem sie

  • die körperlichen Bedürfnisse des Kindes befriedigt
  • ihm Geborgenheit und Zuwendung gibt
  • die Umgebung so gestaltet, dass sich das Kind Fähigkeiten und Wissen aneignen kann.

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