Wie schütze ich mein Kind? Ein Appell für Kinderrechte allein genügt nicht

Die Vereinten Nationen haben 1990 die Charta der Rechte der Kinder verabschiedet, die weltweit sofortige Anerkennung und unmittelbare Resonanz fand. Damit wurde ein universell geltender rechtlicher und gesellschaftlicher Rahmen geschaffen. Alle stimmen dabei überein: es obliegt den Eltern im Speziellen und der Gesellschaft im Allgemeinen, Kinder gut zu behandeln und sie zu schützen.

Kinder sind wichtig – besonders für die eigene Familie. Der Wunsch, dass vor allem den eigenen Kindern eine gute, vielleicht sogar eine bessere Zukunft bevorsteht, haben alle Eltern. In der Umsetzung wird im Namen dieses Glücks jedoch auch oft Gewalt ausgeübt!

So fragen sich viele Eltern:

  • Wie kann ich mein Kind schützen, für seine Rechte aktiv eintreten und sie verteidigen?
  • Wie kann ich mein Kind vor Übergriffen und schlechten Erfahrungen tatsächlich bewahren, bei all den gegebenen Gefahren?
  • Wem kann ich mein Kind anvertrauen, oder wäre es doch besser, niemandem so weit zu vertrauen? Es braucht ja auch Kontakt mit anderen Menschen, anderen Kindern und eine andere Umgebung zu einer förderlichen Entwicklung!

Diese Fragen müssen Eltern immer wieder abwiegen und dies nicht erst seit der Charta der Kinderrechte.

In einem Erziehungsbuch, das 1961 geschrieben wurde, werden für eine gedeihliche, Schutz gebende Erziehung Vertrauen, Liebe, Freude, Frieden, Verständnis und Reinheit als wichtigste Elemente aufgezählt (Karlheinz Reinprecht: Kinder erziehen ohne Ärger). Damit sind wohl Richtlinien für die Haltung, der generelle Respekt vor der Einzigartigkeit und Individualität des Kindes gemeint. Diese Worte klingen, als seien sie selbstverständlich. In Konfliktsituationen, wenn Kinder trotzen, nicht folgen, Unerlaubtes tun, sich oder andere gefährden, sich eindeutig schaden, gegen Werte und Gewohnheiten handeln, wird die Einhaltung dieser Erziehungsprinzipien zu einer Herausforderung. Denn: Schutz bezieht sich nicht nur auf die groben Verletzungen von Kindern, wenn sie vernachlässigt oder psychisch und physisch schwer verletzt werden.

Ziel ist, im Alltag Kinder so zu schützen, wie sich dies Eltern oder auch Außenstehende, die Erwachsene und Kinder miteinander beobachten, im Allgemeinen vorstellen. Doch die Schwierigkeit des Schutzes von Kindern liegt im Detail, und nicht allein in den ethischen und moralischen Prinzipien und Definitionen vom Schutz der Kinder. Beispielsweise ist ein Erziehungsmittel oft gleichzeitig eine Bedrohung für Kinder, trotz „guter“ Absichten. Eine „gut gemeinte“ Ohrfeige wird heute nicht mehr als gutes Erziehungsmittel gesehen, so viel hat sich schon herumgesprochen. Die aufgrund eigener Erfahrungen wohlwollenden Warnungen eines Elternteils über den anderen belastet Kinder enorm. Gibt man dem Willen und allen Wünschen von Kindern unbedacht nach, sind die Reaktionen nicht nur positiv: Übermäßiges Verwöhnen kann sich sogar negativ auf die Entwicklung von Kindern auswirken. Eine andere Meinung besagt, dass Kinder, die genug Zuwendung bekommen, selbstbewusste Menschen und gute Bürger werden – das scheint auch nicht so leicht zu funktionieren! Kinder allein mit Strenge und Konsequenz zu behandeln, ist sicher nicht richtig.

Kinder schützen zu können setzt voraus, sie richtig verstehen zu können und ihnen dabei zu helfen, sich selber in ihrer Umwelt orientieren zu lernen, damit sie zurecht kommen. Eltern sollen ihrem Kind dabei helfen, dass es sich selbst wie auch die Umgebung mit all den Anforderungen, Schwierigkeiten, Freuden und Angeboten versteht und bei auftretenden Problemen mehr oder minder zurechtkommen kann. Dies inkludiert mitunter auch, dass man die Umwelt des Kindes organisiert, verändert und kindgerecht gestalten muss.

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