Wie lange hält meine Creme?

Auch Kosmetikartikel sind nicht ewig verwendbar, sondern verderben meist nach einer bestimmten Zeit. Woran man dies erkennen kann und was zu beachten ist. Von Eva Rohrer

Der Duft der Feuchtigkeitscreme war schon mal besser. Sicher haben auch Sie sich schon gelegentlich gefragt, ob Sie das eine oder andere Pflege-, Reinigungsprodukt, den Lippenstift oder das Make-up noch verwenden sollen. Schließlich können abgelaufene bzw. verdorbene oder mit Keimen belastete Artikel zu Irritationen, Ausschlägen oder Infektionen führen, besonders die Augen reagieren da oft empfindlich. Wimperntusche und flüssige Eyeliner sollten sicherheitshalber nach etwa sechs Monaten entsorgt werden. 

ranziger oder plötzlich veränderter Geruch zeigt eindeutig „Stopp“ an, man sollte das Produkt nicht mehr verwenden. Oder Bestandteile einer Lotion haben sich sichtbar getrennt (eine wässrige Lösung setzt sich vom Rest ab), eine Flüssigkeit flockt aus oder Puder wird krümelig. Flüssiges Make-up verdirbt leichter als cremiges. Im Pumpspender ist es am besten geschützt. 

Wie es sich mit weniger deutlich wahrnehmbaren Veränderungen verhält, lässt sich natürlich nicht so einfach feststellen. Deshalb gibt es in der Kosmetikindustrie bestimmte Richtlinien und Empfehlungen, die EU-Kosmetikverordnung, 11. Juli 2013. Innerhalb der EU muss jeder dieser Artikel mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum versehen sein oder mit einer Kennzeichnung, wie lange er nach dem Öffnen verwendbar ist.

30 Monate oder länger 

Sind Cremes oder Öle bis zu 30 Monate „frisch“, dann findet man auf der Packung das Mindesthaltbarkeitsdatum manchmal auch die Grafik einer Eieruhr und im unmittelbaren Umfeld die Mindesthaltbarkeit. Es handelt sich aber nicht um das Ablaufdatum. Sie können das Produkt auch darüber hinaus noch einige Zeit verwenden. Generell gilt, Creme, Lippenstift & Co richtig zu lagern:

Bei Kosmetika, die in geschlossenem Zustand länger als 30 Monate nicht verderben, sollten Sie sich an dem abgebildeten kleinen Cremetiegel orientieren. Die Ziffer bzw. Zahl darauf gibt an, wie lange Ihre Gesichts-, Körperpflege oder schmückende Kosmetik nach dem ersten Öffnen sicher zu verwenden ist. So steht zum Beispiel die Bezeichnung 6 M für sechs Monate. Doch wer merkt sich schon genau, wann er Tube, Fläschchen oder Packung erstmals verwendet hat? So können Sie es nicht mehr vergessen: Kleben Sie ein kleines Etikett auf das Produkt und beschriften Sie es mit dem Öffnungsdatum. Da Sprays nicht aufgemacht und Ampullen sowie Masken als Einmalanwendung sofort verbraucht werden, brauchen diese keine Kennzeichnung.

Keime lieben Feuchtigkeit

Alle Kosmetischen Artikel enthalten Wasser, Öle, pflegende Substanzen und Konservierungsstoffe in unterschiedlicher Zusammensetzung. Bei Cremes und Lotionen mit hohem Wasseranteil ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass sich Mikroorganismen durch Hautkontakt einnisten und vermehren. Deshalb werden Kosmetika, die viel Feuchtigkeit enthalten, konserviert. Produkte mit Alkohol oder ohne Wasser halten meist länger. Im Nagellack erfüllen diese Aufgabe Lösungsmittel. Konservierungssubstanzen müssen im gesamten EU-Raum zugelassen und für die Gesundheit sicher sein. Bei Naturkosmetik, die natürlich ebenfalls in Bezug auf Belastung mit Mikroorganismen geschützt werden muss, wird auf erlaubte Mittel mit keimreduzierender Wirkung zurückgegriffen, die auch in der Natur vorkommen.

Finger oder Spatel?

Creme im Tiegel verunreinigt leichter (statt mit den Fingern hineinzugreifen, mit einem Spatel portionieren, der jedoch immer sauber sein muss) als in Tuben mit kleinen Öffnungen, Sprays oder Spendern, bei denen die Kontaktfläche mit Luft und Händen gering ist bzw. man nur mit jenem Inhalt in Berührung kommt, der freigesetzt wird. 

Heikler ist die Sache z. B. bei Lippenstiften und Roll-on-Deos (nur auf gereinigte Haut auftragen), die immer wieder mit Haut in Berührung kommen, außerdem bei Rouge, Lidschatten und allen Kosmetika, die mit Pinsel oder Schwämmchen aufgetragen werden. Diese Utensilien regelmäßig reinigen. Nicht mit angefeuchtetem Schwamm oder Watte-Pad Puderlidschatten- bzw. Rouge entnehmen, das freut Schimmelpilze! Aus diesem Grund auch die Döschen gut verschließen und nicht im nassen Badezimmer liegen lassen. Ähnlich wie bei Medikamenten ist es sinnvoll, gelegentlich Aufbewahrungsschrank und Kosmetiktäschchen auszumisten, an Körper-, Gesichtscremes und Make-ups zu schnuppern sowie Haltbarkeitsdaten zu checken.

RICHTIGER UMGANG MIT KOSMETIKA

• Die Produkte kühl lagern, nicht übermäßiger Hitze oder Sonnenbestrahlung aussetzen (auch UV-Schutzcremes wollen vor Hitze geschützt sein, auf Reisen nicht stundenlang im Auto liegen lassen!) Achten Sie darauf, ob der Hersteller Temperaturempfehlungen angegeben hat. Wenn schon im Badezimmer, dann in einem möglichst trockenen Kästchen aufbewahren. 
• Waschen Sie gründlich Ihre Hände, bevor Sie in den Tiegel greifen, Ihre Creme aus der Tube drücken oder ins Rouge-Döschen fassen, damit Sie keine Keime einbringen. Sauberkeit ist besonders wichtig, wenn Sie sich z. B. im Umfeld der Augen eincremen oder sich schminken. Pinsel, Schwämmchen, Spatel und Bürstchen regelmäßig heiß waschen und gut trocknen lassen bzw. erneuern. 
• Lotion-, Creme-, Gel-, Schaumreste an Tiegel, Tuben, Spendern mit einem sauberen Tuch abwischen und die Produkte gut verschließen.

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