Wie Kommunikation in Familien gelingen kann

Ein Gespräch zwischen zwei Menschen – egal ob Erwachsene oder Kinder – ist dann gelungen, wenn beim Zuhörer das landet, was der Sprecher sagen wollte. Zwischenmenschliche Kommunikation läuft aber nicht nur über die gesprochenen Worte, sondern auch über viele andere Ebenen. Da wir Informationen im Gespräch zu 55 % über Körpersprache und Mimik, zu 38 % über Tonfall und Sprachmelodie und nur zu 7 % (!) über den Inhalt unserer Worte übermitteln, entspricht die Wirkung unserer Botschaft beim Zuhörer nicht immer unserer eigentlichen Absicht. Besonders spannungsgeladene Gespräche zwischen Eltern und Kindern, wo es emotional „heiß her geht“, führen so häufig zu Missverständnissen, Enttäuschungen und gegenseitigen Verletzungen.

Wie Kommunikation in Familien gelingen kann
In Familien mit einer guten Gesprächsbasis ist jeder neugierig und interessiert an den Gedanken und Erlebnissen des anderen. Jeder gibt ein wenig von seinen eigenen Gefühlen und Wünschen preis und nimmt sich Zeit, um aufmerksam zuzuhören. Wenn man ein paar Grundsätze der Kommunikation beachtet, können Familiengespräche für alle Beteiligten befriedigend ablaufen – ohne dass „ein Wort das nächste ergibt“ und alltägliche Streitthemen zu Endlosdiskussionen führen.

Verwenden Sie ICH-Botschaften!
Eine Ich-Botschaft ist eine Mitteilung über sich selber, die die eigenen Gefühle und Gedanken offenbart und den anderen nicht anklagt. „Ich ärgere mich, dass dein Zimmer so unordentlich ist!“ wird leichter angenommen werden können als „Du bist so schlampig!“ Formulierungen in der Ich-Form erfordern Mut und sind nicht immer einfach, bieten jedoch die Grundlage für konstruktive Gespräche.

Sprechen Sie von konkreten Situationen!
Vermeiden Sie Verallgemeinerungen wie „immer“, „nie“ etc. Es ist hilfreicher zu sagen: „Ich habe Angst, dass ich über deine Schuhe stolpere, wenn sie hier auf der Treppe liegen.“ statt „Nie kannst du deine Schuhe wegstellen. Wir werden uns alle noch die Füße brechen!“ Verallgemeinerungen lenken vom eigentlichen Inhalt ab und erschweren eine mögliche Kooperation beim Gegenüber, unabhängig davon ob er erwachsen oder ein Kind ist.

Bleiben Sie im Hier und Jetzt!
Wer in seiner Botschaft immer wieder „alte Geschichten aufwärmt“ und dem anderen negative Eigenschaften unterstellt („Das ist wieder typisch für dich, nie kannst du dein Geschirr raus tragen! Und deine Schultasche war in der letzten Woche auch nie in Ordnung!“) wird höchstwahrscheinlich Widerspruch ernten. Sprechen Sie über ein konkretes Verhalten in einer konkreten Situation: „Es stört mich, dass du nach dem Essen dein Geschirr nicht in die Küche trägst.“

Interessantes

- Advertisement -Jentschura

Empfehlungen