Wenn die Tränen ausbleiben …

Stundenlanges Arbeiten am PC, das ständige Starren auf das kleine Smartphone-Display, im Winter auch noch trockene Raumluft drinnen sowie eisiger Wind draußen: Unsere Augen leiden! Wie Sie auf diese permanenten Belastungen reagieren, ist unterschiedlich, die häufigste Augenkrankheit ist jedoch das Sicca-Syndrom – umgangssprachlich als „trockenes Auge“ bekannt. „Trockene Augen sind sehr weit verbreitet!“, betont auch die Wiener Augenärztin Dr. Imgard Gruber und geht sogar noch einen Schritt weiter: „Das Sicca-Syndrom ist mittlerweile eine Zivilisationskrankheit!“

Aus dem Gleichgewicht
Im Normalfall wird die Augenoberfläche etwa zehn- bis fünfzehnmal in der Minute vom Lid mit Tränenflüssigkeit befeuchtet. Beim Sicca-Syndrom hält der Tränenfilm nicht ausreichend lange auf der Augenoberfläche, es kommt zu einer Benetzungsstörung. Für diese Benetzung, die für komplikationsloses Sehen unerlässlich ist, ist der Tränenfilm verantwortlich, der aus einer Schleim-, Wasser- und Fettschicht besteht. Gruber: „Ein trockenes Auge entsteht dann, wenn das Gleichgewicht der einzelnen Schichten des Tränenfilms nicht mehr intakt ist. Der Tränenfilm haftet nicht mehr so gut auf der Augenoberfläche und verdunstet schneller.“ Die Folge: „Das Auge trocknet aus, die Hornhaut wird nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen versorgt und auch kleine Unregelmäßigkeiten der Hornhaut-oberfläche können nicht mehr ausgeglichen werden, worunter das klare Sehen leidet.“ Zudem wird die Hornhaut nicht mehr optimal vor Infektionen geschützt, da der Tränenfilm auch Immunabwehrstoffe enthält. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen zwei Formen des trockenen Auges, führt die Expertin weiter aus: „Bei der einen Form verdunstet aufgrund der gestörten Zusammensetzung der Schichten zu viel Tränenflüssigkeit, bei der anderen Form wird per se zu wenig Tränenflüssigkeit produziert.“ Mischformen sind häufig.

Ernst nehmen!
Wir neigen dazu, „trockene Augen“ auf die leichte Schulter zu nehmen. Ganz nach dem Motto: Ist ja nicht schlimm, hat ja so gut wie jeder! Expertin Gruber warnt vor diesem Leichtsinn: „Da der Tränenfilm seine Aufgaben nicht mehr zur Gänze erfüllen kann, kommt es zur Entzündung und zu Schäden der Augenoberfläche.“ Nicht nur, aber vor allem bei Rheumatikern heißt es: Vorsicht bei trockenen Augen! „Viele Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises zeigen ein ausgeprägtes Sicca-Syndrom als Begleiterscheinung, durchaus mit möglichen Komplikationen“, gibt Gruber zu bedenken. „Allgemein gilt: Trockene Augen können bei ausbleibender Behandlung ernst zu nehmende Folgekrankheiten nach sich ziehen, die vom Facharzt behandelt werden müssen!“

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