… wenn die See rauer wird

Die Phase der Pubertät stellt für alle Eltern eine große Herausforderung dar, gilt es doch, die Jugendlichen auf dem Weg der Loslösung und Selbstfindung zu begleiten. Vielleicht hilft es Ihnen, die Pubertät als großartige Kraft zu sehen, die Jugendlichen hilft, ihren ganz persönlichen Weg zu finden. Eltern können in dieser Phase von heftigen Gefühlen und schweren Kämpfen berichten. Jugendliche wagen gelegentlich Tabubrüche, die Eltern vor große Prüfungen stellen. Besonders in dieser Phase sind gute Kommunikationsmöglichkeiten von enormer Bedeutung. Es gibt keine allgemeingültigen Regeln. Jedes Kind, unabhängig davon ob mit oder ohne Behinderung, entwickelt sich individuell. Sie als Eltern sind aufgefordert, mit Ihrem Kind Ihren ganz persönlichen Weg durch diese Zeit zu finden. Das Ergebnis wird stark von Ihren eigenen Vorstellungen von Sexualität abhängig sein. Es ist also gut, sich darüber Gedanken zu machen.

Sexualität erstreckt sich über alle Lebensphasen des Menschen und gewinnt bereits in frühester Kindheit an Bedeutung. Das Kennenlernen seines Körpers, das Wohlfühlen in seinem Körper, wird als Basis für eine gesunde Entwicklung und ein gutes Selbstbewusstsein gesehen. Kinder lernen ihren Körper durch lustvolles Spielen kennen, und das ist gut so. Es ist für jedes Kind wichtig, durch Experimente mit seinem Körper ein gutes Körperbewusstsein zu entwickeln. Sie als Eltern haben die Möglichkeit, Ihr Kind auf diesem Weg konstruktiv zu begleiten. Es liegt in Ihren Händen, Ihr Kind dabei zu unterstützen, eine gute Beziehung zu seinem eigenen Körper, zu Berührungen und in Folge zu einer eigenverantwortlichen Sexualität zu entwickeln.

Ein offener Umgang mit den Fragen Ihres Kindes zum Thema Sexualität ist gefragt. Helfen Sie Ihrem Kind besonders in der Zeit der Pubertät, die Veränderungen seines Körpers und seiner Gefühle verständlich zu machen. Durch die Vermittlung klarer Grenzen erleichtern Sie es Ihrem Kind, einen verantwortlichen Umgang mit Sexualität zu finden. Ziel ist dabei, ein Gefühl für Intimität und Privatsphäre zu entwickeln.

Selbstbewussten Kindern fällt es leichter, deutlich zu sagen, was sie mögen und was sie nicht mögen. Es ist für alle Kinder wichtig, sich ihrer Gefühle und ihres Körpers bewusst zu werden. Nur so können sie Grenzen setzen und sich besser vor Übergriffen schützen.

Love Talks
Das Österreichische Institut für Familienforschung bietet mit seinem Sexualerziehungsmodell „Love Talks“ an österreichischen Schulen und zum Teil auch Kindergärten ein erprobtes Mittel der Auseinandersetzung an. Speziell geschulte Moderatorinnen und Moderatoren bieten Lehrerkräften, Eltern und Schul- bzw. Kindergartenkindern Gespräche bezüglich Sexualität an. „Love Talks“ findet direkt an der Schule oder im Kindergarten Ihres Kindes statt. Ein besonderes Programm für Menschen mit Behinderungen nennt sich „Special Love Talks“. Das Modell betont die Förderung von Selbstbestimmung und Verantwortlichkeit. Eltern und Mitarbeiter/ innen von Einrichtungen sollen Partner/innen in der Sexualerziehung von Menschen mit geistiger Behinderung sein. Nähere Informationen erhalten Sie unter www.lovetalks.org.

Eine umfassende Sexualerziehung macht stark
Sexualerziehung sollte bereits ab dem Kleinkindalter zum Leben gehören und nicht erst in der Pubertät. Eltern neigen dazu, sich die Sexualität ihres Kindes mit Behinderung erst mit Einsetzen der Pubertät bewusst zu machen, und sind dann durch die unzureichende Auseinandersetzung oft überfordert. Häufig reagieren Eltern dann mit Überbehütung und wollen nicht Anerkennen, dass das Kind mit Behinderung erwachsen wird. Oft wird Jugendlichen mit Behinderung das Recht auf Sexualität gar nicht zuerkannt. Jeder Mensch hat das Recht, seine Sexualität zu leben. In welcher Form, das unterliegt einer einfühlsamen Begleitung, die in erster Linie den Eltern aber auch Fachleuten, die mit dem Kind bzw. Jugendlichen mit Behinderung arbeiten, zukommt. Hier ist eine Zusammenarbeit von großer Bedeutung. Sexualität nicht mit Geschlechtsverkehr gleichzusetzen kann Ihnen helfen, das Thema entspannter zu betrachten.

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