Wenn die Nerven erkranken

 

MULTIPLE SKLEROSE

Wie zeigt sich die Erkrankung?
Multiple Sklerose (MS) wird auch die „Krankheit mit den vielen Gesichtern“ genannt, da sie sich in Form von Gefühls- und Empfindungsstörungen an Armen und Beinen, Muskel- und Sehschwäche, Lähmungen, Sprechstörungen, Krämpfen, Spastik und auch kognitive Veränderungen äußern kann. „MS ist eine unheilbare Autoimmunerkrankung, ausgelöst durch im MRT sichtbare Entzündungsreaktionen im Gehirn und Rückenmark. Dadurch kommt es in jenen Körperregionen zu Ausfallserscheinungen, die dem jeweiligen Gebiet im Gehirn entsprechen“, erklärt die Expertin. MS verläuft in Schüben, wobei es zwei Verlaufsformen gibt: So beginnt die Erkrankung bei manchen schubhaft remittierend – d.h. die Schübe bilden sich nach zwei, drei Wochen wieder zurück. Allerdings kommt es in den betroffenen Arealen nur zur unvollständigen Rückbildung. Mit der Zeit geht die Krankheit in eine chronische Verlaufsform über. Indes werden primär chronische Fälle von Beginn an schleichend schlechter.
Bei einem Drittel der MS-Verläufe reagiert das Immunsystem nur selten und nicht stark. Ein Drittel sind mediane Verläufe und ein Drittel verläuft schwer. Leider kann man anfangs doch nicht sagen, wie die Erkrankung verläuft. Umso wichtiger ist es, schon erste mögliche Anzeichen zu erkennen und mit einem Arzt zu besprechen. Die Entzündung des Sehnervs ist eines der häufigsten Anfangssymptome. Doch auch die Abnahme geistiger Aktivität (z. B. Lesen eines Buches fällt schwerer, Konzentration nimmt ab) oder erschöpfende Müdigkeit können Frühindikatoren einer MS sein.

Wie kommt es dazu?
MS ist keine erbliche Krankheit. Dennoch haben Angehörige ein höheres Risiko, ebenfalls daran zu erkranken. Obwohl die Ursache bis heute unklar ist, wird, laut Witzani, davon ausgegangen, dass eine Veranlagung im Immunsystem besteht.

Wer ist betroffen?
„MS ist die häufigste chronisch entzündliche Autoimmunerkrankung des zentralen Nervensystems der jungen Menschen zwischen 20 und 30 Jahren“, so die Neurologin.

Wie wird behandelt?
Als Akuttherapie ist Kortison (hoch dosiert) nach wie vor das Mittel der Wahl, da dadurch die Entzündungsreaktion im Körper gestoppt wird. „Im Anschluss kann man eine Intervalltherapie andenken“, erklärt Witzani. „Dabei handelt es sich um ausgefeilte Therapieformen, die die Krankheitsprogression aufhalten oder zumindest mildern. Die Optionen sind deutlich besser geworden und bieten den Betroffenen deutlich längere symptomfreie Intervalle.“

Kann man vorbeugen?
Nein.

 

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