Wenn der Darm beleidigt ist

Hautprobleme, Kopfweh, Allergien, Depressionen, Gelenkschmerzen. Die Liste der Beschwerden, die von gestörter Verdauung ausgehen können, ist ziemlich lange. Von Dr. med. Wolfgang Exel

Den Kopf halt kühl, die Füße warm und pfropfe nicht zu voll den Darm – das macht den besten Doktor arm“. Ein berühmtes Zitat des holländischen Mediziners Herman Boerhaave (in Wien heißt eine Gasse nach ihm) ist längst wissenschaftlich erhärtet. Immer deutlicher tritt zu Tage, dass ein richtig funktionierender Darm zahlreiche gesundheitliche Sorgen ersparen würde. 

Da unser Verdauungskanal die Größe eines Tennisplatzes hat (rund 400 ), kann man sich vorstellen, dass es sehr viele mögliche Fehlerquellen gibt. Während eines Menschenlebens passieren etwa 30 Tonnen Speisen und 50.000 Liter Flüssigkeit diese 6 bis 8 Meter lange Röhre. 

Neben der Verdauung hat der von Schleimhaut ausgekleidete Muskelschlauch weitere wichtige Aufgaben: Etwa im Rahmen der Immunabwehr, Energiebereitstellung, Regulation des Wasser- und Elektrolythaushaltes, Vitamin- und Hormonproduktion, aber auch bei der mentalen Balance spielt der Darm eine Rolle.

Wer ist Freund, wer ist Feind?

In unserem längsten Organ wird Tag für Tag über Freund oder Feind entschieden. Immerhin befinden sich dort 80% aller Immunzellen, dazu 100 Millionen Nervenzellen. Weil die mentale Balance erwähnt wurde: 90% des „Glückshormones“ Serotonin werden hier gebildet – der Darm ist direkt mit unserem Gehirn verbunden („Bauchhirn“).

Im Internet wird der Darm völlig zu Recht als Schlüssel zu unserem Wohlbefinden bezeichnet. Und als guter Netzwerker: Alle Informationen werden über das Blut- und Lymphsystem an den Körper weiter gegeben. Unter anderem an die Haut.

Alarmzeichen unreine Haut

Unreine Haut ist ein ganz wichtiges, deutlich sichtbares Indiz für gestörte Verdauung! In der Darmschleimhaut „wohnen“ etwa 100 Billionen nützliche Darmbakterien, die mit einigen wenigen „bösen“ Bakterien insgesamt das sogenannte Mikrobiom bilden. Aber auch die menschliche Schutzhülle ist mit 2 ein riesiges Ökosystem mit Bakterien, Viren, Pilzen, Milben etc. 

Die Mikrobiologin Univ.-Prof. Dr. Christine Moissl-Eichinger von der Universität Graz spricht daher von einem Haut-Mikrobiom, das neben anderen Aufgaben als Barriere gegen Keime für Unterstützung der Körperabwehr sorgt. Die Hautgesundheit steht laut der Expertin über das Immunsystem mit dem Darm-Mikrobiom in Verbindung. 

Für die meisten von uns eine bereits gemachte Erfahrung: Wenn unsere Verdauung nicht klappt (Verstopfung, entzündliche Darmerkrankungen), leiden wir praktisch immer auch an Hautproblemen. Beeinflussbar über ärztliche Behandlung von Darmleiden, vernünftige Ernährung und auf jeden Fall einen Wiederaufbau des meist gestörten Mikrobions mit geeigneten Produkten, die man in allen Apotheken erhält.

Die häufigsten Darmkrankheiten

Einen Überblick über die häufigsten Darmerkrankungen gibt im Folgenden der Wiener Facharzt Univ.-Prof. Dr. Friedrich Weiser: 
Verstopfung (Obstipation) 

Chronische Darmträgheit als typische Zivilisationserscheinung wird hauptsächlich durch mangelnde Flüssigkeitszufuhr, zuwenig Bewegung, zu geringem Anteil an Ballaststoffen in der Nahrung ausgelöst, aber auch Medikamente und seelische Beeinträchtigung können dazu führen. Durch massives Pressen beim Stuhlgang werden übrigens auch Hämorrhoiden und Divertikel gefördert. 
Durchfall (Diarrhöe) 

Ausgelöst meistens durch Infektionen, Ernährungsfehler und Unverträglichkeit von bestimmten Nahrungssubstanzen. Fallweise kann Stress gleichsam abführend wirken. Unbehandelt sind etwa Säuglinge durch den Verlust an Flüssigkeit von Kreislaufversagen bedroht! Erwachsene können durch Austrocknung (vor allem ältere Semester) und ein Defizit an Elektrolyten (Mineralstoffe, Spurenelemente, Vitamine) arge Beschwerden bekommen. Bei starkem Durchfall sollte daher rasch ärztlicher Rat eingeholt werden. 
Divertikel 

Darunter versteht man Ausstülpungen des Darmes, in denen Stuhlreste verbleiben. Durch Gärprozesse kommt es häufig zur Divertikulitis, also zu einer Entzündung. Im schlimmsten Fall mit lebensgefährlichen Komplikationen, die eine Notoperation erfordern. Grundsätzlich verursacht alleine die Entzündung gesundheitliche Beschwerden wie Müdigkeit, Gliederschmerzen, Kopfweh oder eben unreine Haut. Ein darmspezifisches Antibiotikum kann die Entzündung schnell stoppen. Die fachärztliche Begutachtung ist unverzichtbar. 
Colitis ulcerosa/Morbus Crohn 

Zwei chronisch entzündliche Darmerkrankungen, die man zwar nicht heilen, aber wenigstens behandeln kann. Morbus Crohn: Entsteht neben genetischen Faktoren durch ein gestörtes Mikrobiom. Rauchen wirkt strafverschärfend. Das Leiden verläuft schubweise mit Durchfall und Schmerzen. Typische Folgen sind Gewichtsverlust, Müdigkeit und Mangelerscheinungen (Hautveränderungen, Blutarmut, schmerzende Gelenke, entzündete Augen), weil der Darm wichtige Nahrungsbausteine wie Zink, Calcium, Eisen und B-Vitamine nicht ausreichend aufnehmen kann. Colitis ulcerosa: Befällt nur den Dickdarm, es entstehen Geschwüre. Häufige Durchfälle verringern das Natrium und Kalium, was unter anderem Herzbeschwerden auslösen kann. Durch Medikamente versucht man bei beiden Leiden, die Phasen ohne Beschwerden möglichst lange auszudehnen. 
Dickdarmkrebs 

In Österreich erkranken derzeit jährlich 4.500 Patienten am Colonkarzinom, 2.700 sterben daran. Vorbeugend ist daher ab 50 dringend eine Darmspiegelung (Coloskopie) anzuraten! Erkrankt in einer Familie jemand vorher (etwa mit 30), bitte 10 Jahre früher untersuchen lassen. In diesem Fall kann man schon mit 20 zur Spiegelung kommen. Fazit: Wer seinen Darm gesund erhält, hat beste Chancen, eine ganze Reihe von Krankheiten nicht zu bekommen.

BOLLWERK DER KÖRPERABWEHR!

Wer seinen Darm sinnvoll unterstützt, hat gute Chancen, gesund alt zu werden: 80% aller Abwehrmaßnahmen des menschlichen Organismus gehen vom Verdauungstrakt aus, 70% der Immunzellen befinden sich in der Darmwand. Neben vernünftiger Ernährung, viel Bewegung und Verzicht auf „Sünden“ wie Rauchen ist es vor allem wichtig, diesem Organ bei der „Entsorgung“ von giftigen Substanzen zu helfen! Eine wirksame Möglichkeit, die körpereigene Entgiftung zu fördern, stellt das Naturmineral PMA-Zeolith dar. Es sorgt dafür, dass Schadstoffe wie Blei, Arsen, Cadmium, Chrom, Nickel oder Ammonium ganz natürlich über den Stuhl ausgeschieden werden. So können diese Gifte die Darmwand nicht mehr krank machen. Gleichzeitig wird der Darm in die Lage versetzt, Nährstoffe in ausreichender Menge aufzunehmen. Dazu ist nämlich nur ein gesunder Darm in der Lage.

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