Wenn das Essen ein Problem ist

Maria und Klara sind die friedvollsten Menschen überhaupt. Doch wenn es ums Essen geht, werden sie „intolerant“. Beide Frauen haben nämlich ein schwer wiegendes Problem. Sie vertragen bestimmte Lebensmittel nicht. Ihr Darm rebelliert. Sie können beispielsweise Käse, Paradeiser oder Salami nur schwer verdauen und reagieren mit Blähungen und Krämpfen. Sie leiden unter einer sogenannten Histaminunverträglichkeit. Die Zahl der Betroffenen, die an einer Nahrungsmittelunverträglichkeit oder -intoleranz leiden, steigt drastisch. So haben 20 Prozent der Europäer Intoleranzen. Die Dunkelziffer schätzen Experten jedoch höher. Denn bis zur Diagnoseerstellung vergehen Jahre, da die Symptome oft sehr unspezifisch sind. Apropos unspezifisch: „Fälschlicherweise werden häufig Nahrungsmittelunverträglichkeiten mit Allergien verwechselt“, betont Ernährungswissenschaftlerin Mag. Angela Mörixbauer. „Ich bin allergisch“, hört man häufig, wenn jemand beispielsweise bestimmte Obst- oder Gemüsesorten ablehnt. Allergien auf Nahrungsmittel sind eher selten. Und wenn, dann treten sie vor allem als „Kinderkrankheiten“ auf, die meist von selbst verschwinden. Bei Erwachsenen handelt es sich überwiegend um Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder Nahrungsmittelintoleranzen. Der Unterschied zwischen Allergie und Nahrungsmittelunverträglichkeit: „Eine Lebensmittelallergie ist eine krank machende Reaktion auf normalerweise harmlose Substanzen (Eiweißverbindungen) in Lebensmitteln“, erläutert die Expertin. Starke Reaktionen an der Haut, den Schleimhäuten und den Atemwegen sowie Magen-Darm-Beschwerden sind die Folge. „Bei einer Unverträglichkeit reagiert nicht das Immunsystem (keine Antikörper im Blut nachweisbar), sondern es ist zu wenig eines Enzyms vorhanden. Ob es eine Allergie oder Unverträglichkeit ist, gehört auf jeden Fall von einem Facharzt abgeklärt, denn nur dieser kann eine fundierte Diagnose erstellen“, erklärt Mörixbauer. Ein Beispiel für eine typische Nahrungsmittelintoleranz ist die erwähnte Histaminunverträglichkeit.

Histaminunverträglichkeit. Histamin ist eine natürliche Substanz. Sie wird im Körper selbst hergestellt und zusätzlich durch Lebensmittel zugeführt. Histamin zählt zur Gruppe der „Biogenen Amine“, das sind Umwandlungsprodukte von Aminosäuren (Eiweißbestandteile). Histamin wird im Körper durch ein Enzym, die sogenannte Diaminoxidase, aus der Darmschleimhaut abgebaut. Ist zu wenig davon vorhanden oder deren Aktivität eingeschränkt, kann das verfügbare Histamin nicht oder nur unvollständig verarbeitet werden. Es liegt eine Histaminunverträglichkeit vor. „Zu den typischen Symptomen gehören Kopfweh, Durchfall, Verstopfung, Übelkeit, Bauchschmerzen (Krämpfe), Herzrhythmusstörungen, Gesichtsröte, Lidschwellung, Juckreiz, Nesselausschlag oder niedriger Blutdruck“, weiß Mörixbauer. Im schlimmsten Fall, bei sehr hoher Histaminbelastung, kann es zu schockähnlichen Zuständen kommen. Vorwiegend leiden Frauen im Alter von 40 Jahren an einer Histaminunverträglichkeit. Sie müssen die Histaminzufuhr mit der Nahrung vermindern.

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