Weniger Cremes, mehr Zärtlichkeit

Lotionen, Cremen, Öle, Öltücher, Wund- und Heilsalben, Sonnenschutzmittel, Puder, Seifen, Badelotionen oder -öle – die Kosmetikindustrie hat schon vor einiger Zeit den Babymarkt entdeckt, und so können Sie unter vielen Pro-dukten auswählen, die, glaubt man der Wer-bung, jeweils „das Beste für Ihr Kind“ sind. „Das Beste für Ihr Kind“ ist allerdings Zurück-haltung: Das alte Sprichwort „Weniger ist mehr“ trifft auch bei der Babypflege zu. Natürlich sind Hygiene und Körperpflege gerade rund um das Kind besonders wichtig. Aber im Gegensatz zu früher ist heute ein „zu wenig“ selten der Fall. Eher verursachen zu viele Mittelchen, chemische Stoffe oder gar Schadstoffe in Kleidung und Möbeln Probleme, von Ausschlägen bis hin zu Allergien oder Asthma.

Ehe Sie sich entscheiden, welche Pflegeprodukte oder welches Wickelsystem Sie verwenden, welche Babykleidung oder Einrichtungsgegenstände Sie kaufen, informieren Sie sich gut, vor allem über Reiz- und Schadstoffe. Und bleiben Sie bei dem gewählten Pflegeprodukt, wenn es das Baby gut verträgt. Auf keinen Fall sollten Sie viele verschiedene Probepackungen an Ihrem Baby durchtesten. Welche Pflege braucht Ihr Neugeborenes nun tatsächlich? Neugeborene haben von Anfang an eine eigene Persönlichkeit und ihre eigenen Bedürfnisse. Und so wie der eine Erwachsene einfach schneller friert und der andere auch im Hochwinter nur ein Leiberl trägt, ist es auchbei den ganz Kleinen. Wenn Sie Ihr Kind gut beobachten, werden Sie mit der Zeit wissen, was für Ihr Kind die jeweils passende Pflege ist. Ihre Richtlinie bei der Pflege sollte also weniger sein, der Werbung zu glauben, sondern eher, auf die Bedürfnisse Ihres Babys einzugehen.

Von einem kann Ihr Baby bei der Pflege sicherlich nicht genug bekommen: von Zärtlichkeit und Zuwendung. Berührungen bedeuten für Babys viel und sind für ihre Entwicklung wichtig. Die Haut ist ein wichtiges Sinnesorgan. Gerade die Kleinen erfahren und erfühlen ihre Umwelt vorerst hauptsächlich über die Haut. In diesem Fall geht Liebe also nicht nur durch den Magen, sondern auch über die Haut. Sie werden in den nächsten Jahren viel Zeit mit Ihrem Kind beim Wickeln, Baden, Anziehen verbringen – nutzen Sie diese Zeit auch zum Plaudern, Schmusen oder Spielen. Bereits Neugeborene lieben es, wenn man bei der Pflege mit ihnen spricht.

Anfassen dürfen Sie Ihr Kleines unbesorgt – auch wenn es Ihnen, vermutlich vor allem den Vätern, so zart und zerbrechlich vorkommt. Es hat bei der Geburt schon viel Druck ausgehalten und ist von der Schwangerschaft her gewohnt, fest umschlossen zu sein. Liebevolle, sanfte, aber gleichzeitig klare und feste Berührungen vermitteln dem kleinen Zwerg Sicherheit. Zu bedenken ist: Achten Sie bei allem, was Sie mit dem Baby tun, darauf, dass sein Köpfchen gestützt ist. Seine Halsmuskeln sind für den verhältnismäßig schweren Kopf noch zu schwach und ungeübt.

Was die Haut betrifft: Schon vom ersten Tag an bildet die Babyhaut einen Säuremantel. Er wirkt als Schutzschild vor fremden Keimen. Deshalb sollte er nicht ständig wieder abgewaschen und durch künstliche Öle oder Cremes gestört werden. Außerdem werden Babys eigentlich nicht schmutzig, außer wenn sie ab und zu schwitzen oder nach den Mahlzeiten viel spucken.

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