Wechseljahre- Sex? Ja bitte!

Die Wechseljahre bringen ganz ähnlich wie die Pubertät tief greifende Veränderungen: Der Hormonhaushalt der Frau stellt sich um und damit verändern sich Figur, Haut und Haare. Aber auch psychisch reagieren wir oft unerwartet, auch für uns selber – genauso wie in der Pubertät. Im Gegensatz zu unserer westlichen Kultur der „ewigen Jugend“ genießen Frauen in Asien oder Afrika nach den Wechseljahren sogar einen höheren gesellschaftlichen Rang und gelten erst dann als reif genug, um als Schamanin wirken zu dürfen. Doch auch bei uns beginnt sich die Wahrnehmung und das Selbstverständnis von Frauen im Wechsel zu ändern: „Heute hat sich das Bild der Frau in und nach den Wechseljahren entscheidend verändert. Früher war sie eine alte Frau, das Leben war aus, sie konnte nur mehr Enkel hüten und stricken. Heute sind Frauen nach dem Wechsel hochattraktiv, voll Leben und versprühen mehr Sexualität als junge Frauen. Sie entdecken ihr Frausein und fragen sich: Wer bin ich als Frau, ohne Kinder und alle Pflichten einer jungen Frau und Mutter. Der Wechsel ist eine magische Zeit, und Sexualität im Alter ist etwas sehr Schönes!“, erklärt Dr. Ulrike Wilhelm, psychologische Beraterin mit dem Spezialgebiet Sexualberatung.

Was passiert im weiblichen Körper? Im Alter von 45 bis 55 reduzieren die Eierstöcke nach und nach ihre Funktion, sodass immer weniger Geschlechtshormone gebildet werden. Damit endet die Fruchtbarkeit der Frau. Das hat Auswirkungen auf den ganzen Organismus. Denn es sind nicht nur die bekannten typisch weiblichen Hormone Östrogen und Progesteron, die mit den Veränderungen in den Wechseljahren zu tun haben. Sie arbeiten eng mit den Steuerungshormonen im Gehirn zusammen, die in hochkomplexen Kreisläufen den gesamten Hormonhaushalt der Frau regulieren.  Als Folge der Hormonschwankungen gerät auch das Gleichgewicht von Botenstoffen im Gehirn durcheinander. Dadurch kommt es zu den typischen Wechselsymptomen. „Neben dem Hormonstatus gibt es auch psychische Veränderungen, die für viele Frauen einschneidend sein können“, erklärt Medizinerin Dr. Wilhelm. „Im Alter zwischen 40 und 55 passiert bei den meisten Frauen sehr viel: Die Kinder sind aus dem Haus, die Partnerschaft muss neu definiert werden, oft gibt es einen Berufswechsel. Viele Frauen werden sich bewusst, dass sie keine Kinder mehr bekommen können. Das kann ein Gefühl der Minderwertigkeit mit sich bringen oder einfach die Trauer, dass diese Zeit der Fruchtbarkeit und Fülle jetzt unwiederbringlich vorbei ist. Andererseits bringt es aber eine große Freiheit und eine in dieser Form nie da gewesene Unbeschwertheit. Frau kann ihre Sexualität endlich frei leben, ohne an Verhütung denken zu müssen. Keine tagtägliche Einnahme der Pille oder das Überprüfen des Menstruationszyklus, wenn sie sich für natürliche Verhütung entschieden hat. Einfach nicht mehr denken zu müssen, wann bekomme ich die Regel, habe ich meine Binden oder Tampons dabei, fahre ich gerade auf Urlaub, werde ich Bauchkrämpfe haben?“

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