Was bringt Fasten?

Fasten mobilisiert Ablagerungen
Dr. Petra Maria Orina Zizenbacher
Allgemeinmedizinerin mit Schwerpunkt Naturheilkunde in Wien

Aus Sicht der Naturheilkunde ist Fasten eine fixe Säule des Behandlungskonzepts, denn Fasten ist eine Möglichkeit, die Ausscheidungsorgane wie Darm, Nieren, Haut und Lunge zu entlasten und Ablagerungen aus dem Bindegewebe zu mobilisieren.

Die Art des Fastens muss an den gesundheitlichen Zustand des Patienten angepasst werden ebenso wie an seine zeitlichen Möglichkeiten. Denn: Fasten ist eine körperliche Höchstleistung und sollte daher nicht während des Berufsalltags erfolgen. Moderate Bewegung während des Fastens ist sehr zu empfehlen.

Bei jeder Art des Fastens (z.B. Tee, Suppe, Säfte, Getreide) sind frische oder getrocknete heimische Heilkräuter eine wertvolle Unterstützung. Vor und nach dem Fasten müssen die Entgiftungsorgane durch Weglassen von Alkohol und Koffein unterstützt werden, nach dem Fasten ist es wichtig, nicht zu völlern!

Schwangere dürfen nicht fasten
Univ.-Doz. Dr. Martin Bischof
Stoffwechselexperte und ärztlicher Direktor am KH St. Elisabeth in Wien

Aus schulmedizinischer Sicht erscheint es sinnvoller, anstatt ein oder zwei Wochen strikt zu fasten, die Kalorienzufuhr über einen längeren Zeitraum mäßig zu reduzieren, insbesondere wenn eine Gewichtsabnahme angestrebt wird. Studien zeigen, dass eine dauerhafte mäßige Einschränkung der Kalorienzufuhr sogar lebensverlängernd wirkt.

Fasten ist aber aus schulmedizinischer Sicht nicht prinzipiell abzulehnen. Allerdings wissen wir aus Erfahrung, dass viele nach dem strikten Fasten übermäßig essen und daher danach sogar zunehmen. Meine eindringliche Warnung: Schwangere dürfen keinesfalls fasten! Auch Diabetiker dürfen nur unter strenger ärztlicher Aufsicht fasten, da eine sehr eingeschränkte Kalorienzufuhr die Wirkweise der bei dieser Erkrankung erforderlichen Medikamente stark verändert und zu schweren Unterzuckerungen führen kann.

Eine Getreidekur entgiftet
Dr. Eva Pilz
Allgemeinmedizinerin mit Schwerpunkt TCM in Wien

Ernährung ist ein wesentlicher Eckpfeiler der traditionellen chinesischen Medizin (TCM). In der TCM gibt es fünf Elemente mit Funktionskreis: Leber (Holz), Herz (Feuer), Milz (Erde), Lunge (Metall) und Niere (Wasser). Jedes Nahrungsmittel ist einem dieser Funktionskreise zugeordnet. In einer ausführlichen Ernährungsanalyse versuchen wir, Defizite in den Funktionskreisen zu erkennen und unter anderem mit einer entsprechenden Anpassung der Nahrung auszugleichen. Auch Abnehmen wird mit dieser individuell angepassten Ernährung erleichtert.

Fasten im klassischen Sinn ist jedoch in der TCM ebenso wie Kalorienzählen nicht üblich. Manchen Patienten empfehlen wir eine 10- bis 12-tägige Getreidekur zum Entgiften und zur Blutreinigung, wobei auch bei einer solchen Kur auf die genaue Zusammensetzung der Nahrungsmittel und Kräuter geachtet wird.

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