Warum werde ich so oft krank?

Gerade erst Schnupfen, jetzt schon wieder eitrige Angina – manche Menschen und vor allem Kinder haben ständig mit Erkältungen zu kämpfen.

Je älter wir werden, desto weniger oft plagen uns Infekte. Im Kindesalter sind zehn Erkältungen jährlich normal. 

Durchschnittlich „überfallen“ uns über 200-mal diverse Erkältungsviren, bis wir den 75. Geburtstag feiern. Etwa zwei- bis dreimal im Jahr fühlt sich jeder Österreicher kränklich und verkühlt. Am häufigsten quälen einen Schnupfennase und Reizhusten in der Kindheit. Nimmt man nun an, dass die bisweilen sehr unangenehmen Symptome jeweils sechs bis sieben Tage andauern, verbringen wir ganze vier Jahre unseres Lebens mit Kopf- und Gliederschmerzen, rinnender Nase und kratzigem Hals.

Kindliche „Virenmagnete“

Die lieben Kleinen sind „Weltmeister“, wenn es darum geht, krank zu sein. Die Infekte scheinen in den ersten Jahren kein Ende zu nehmen. Kein Wunder, bis zu zehn Erkältungen nerven den Nachwuchs (und damit auch die Eltern) durchschnittlich pro Jahr. Das liegt daran, dass das kindliche Immunsystem noch unreif ist und die etwa 200 verschiedenen Verkühlungsviren nur ungenügend abwehren kann. Außerdem sind die Atemwege des kleinen Körpers kürzer, Erreger können sich schneller verbreiten.

Das Abwehrsystem lernt dazu

Bereits im Schulalter bessert sich die Situation aber wieder, denn bis dahin hat das Immunsystem viel gelernt. Der Organismus wird immer geübter darin, Keime gezielt abzuwehren. Wichtig dafür ist natürlich, dieses Immunsystem mit ausgewogener Ernährung, Bewegung und gutem Schlaf zu unterstützen. Zu helfen vermag man der Abwehr auch mit richtiger Handhygiene, die in Corona-Zeiten eigentlich schon in Fleisch und Blut übergegangen sein sollte. Es kann jedoch nicht schaden, den Nachwuchs wieder vermehrt daran zu erinnern, sich regelmäßig und in Erkältungszeiten durchaus öfter als sonst die Hände gründlich mit warmem Wasser und Seife zu waschen. Wer niesen muss, tut dies in die Armbeuge. Benutzte Taschentücher am besten gleich in den Müll werfen. Außerdem ist es empfehlenswert, in öffentlichen Verkehrsmitteln neben der obligatorischen Maske auch dünne Handschuhe zu tragen.

Schleimhäute anfeuchten

Wenn manche Menschen öfter krank werden, kann das ebenfalls daran liegen, dass sie zu wenig trinken. Damit die Abwehr nämlich gut arbeiten kann, sollten die Schleimhäute der Nase und des Rachens stets befeuchtet sein. Sind diese zu trocken, vermögen Viren und Bakterien ungehindert in den Körper einzudringen und Infekte zu verursachen. Deshalb gilt insbesondere in der kalten Jahreszeit, in der zusätzlich trockene Heizungsluft die Schleimhäute „ausdörren“ lässt: Trinken Sie reichlich Wasser und Tee zur Vorbeugung lästiger Infekte. Weiters ist es möglich, mit Nasensprays mit Meersalz das Riechorgan zu befeuchten. Wer den ganzen Tag nur stickige überheizte Luft atmet, etwa im Büro, muss sich auch nicht über Dauerschnupfen wundern. Daher regelmäßig lüften und die Luftfeuchtigkeit erhöhen. Das Fenster nur zu kippen, bringt dabei allerdings gar nichts, besser zehn Minuten lang Stoßlüften. Mit dieser einfachen Maßnahme vermag man die Virendichte im Raum ganz einfach zu verringern.

Auf „Immunkiller“ verzichten

Eine schwache Abwehr und somit ständiges Kränkeln hat mitunter auch mit schlechten Gewohnheiten wie Rauchen oder übermäßigem Alkoholgenuss zu tun. Zigarettenrauch mit seinen über 250 giftigen Inhaltsstoffen schwächt den ganzen Organismus. Er trocknet die Schleimhäute aus, fördert Entzündungsprozesse und greift lebenswichtige Organe an. Alkohol ist bei der Abwehr von Infekten ebenfalls keine Hilfe, im Gegenteil: Hochprozentiges blockiert bestimmte Rezeptoren, die normalerweise der Mobilisierung von Abwehrkräften dienen. Er hemmt die Funktion von T-Helferzellen und setzt anderen Abwehrstoffen zu. Nach ausuferndem Alkoholkonsum besteht eine erhöhte Infektionsgefahr. Schon etliche Personen wachten nach einer durchfeierten Nacht nicht nur mit einem Kater, sondern auch mit einer Erkältung auf! Ein weiterer Grund dafür, sich ständig krank zu fühlen, kann ein Mangel an Vitamin D sein. Dieses kommt besonders in der kalten Jahreszeit oft zu kurz, da es der Körper nur mit Hilfe von Sonneneinstrahlung selbst produzieren kann. Experten raten daher zu vermehrten Aufenthalten im Freien, etwa die Mittagspause draußen zu verbringen. Wer sich dann noch bewegt, bringt das Immunsystem weiter auf Trab.

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