Von Papas Loch im Bauch

Sie fahren auf Urlaub in ein fremdes Land. Sie kennen sich dort nicht aus, also fahren Sie auch auf Schnellstraßen langsam, weil Sie den Weg suchen, laufen im Kreis, finden nur mit Mühe den Weg zurück ins Hotel. Die Einheimischen lächeln schon, wenn Sie mühsam nach dem Weg zu fragen beginnen. Dort wundert sich keiner, dass Sie sich nicht auskennen. Sie sind ja fremd in dieser Gegend. Ihrem Kind geht es nicht anders. Es kennt unsere Welt noch nicht – sie ist ihm fremd. Je älter es wird, umso mehr will Ihr Kind die Welt entdecken. Was liegt da näher, als jene Menschen zu befragen, die sich offensichtlich auskennen: die Eltern.

Auch wenn Ihnen die vielen Fragen Ihres Kindes manchmal zu viel werden, wichtig ist, dass Sie verstehen, warum Ihr Kind Ihnen ein Loch in den Bauch fragt: Kinder im Vorschulalter wollen neues Wissen erwerben und be-reits Gelerntes in neue Zusammenhänge bringen. Sie gehen Dingen auf den Grund und wollen herausfinden, wie was funktioniert. Ihr Wissensdurst ist kaum zu bremsen, und so „hanteln“ sie sich von einem „Warum“ sofort zum nächsten „Warum“ weiter. Außerdem macht so eine Fragekette auch ungeheuer Spaß! Ihr Kind will spielerisch entdecken, wie die Welt funktioniert, und durch häufige Wiederholungen lernt Ihr Kind das einfach am besten. Wenn Sie sich das vor Augen halten, gelingt es Ihnen vielleicht ein bisschen geduldiger auf die Fragen Ihres Kindes einzugehen! Es reichen kurze, verständliche Antworten, die man bei weiteren Fragen noch ausbauen kann. Und machen Sie sich keinen Stress – Sie müssen nicht alles wissen! Nutzen Sie die Gelegenheit doch gleich dazu, Ihrem Kind zu zeigen, wie und wo man sich Informationen beschaffen und Antworten finden kann! Schlagen Sie z.B. gemeinsam in einem Kinderlexikon nach, oder schauen Sie ins Internet! Kinder eignen sich in dieser Zeit auch durchaus selbst Wissen an, indem sie genau beobachten, experimentieren oder andere Personen fragen. Manches kann eben der Opa besonders gut erklären, anderes zeigt die Oma am besten vor. Was da am Strand herumliegt und wie die Fische heißen, weiß Onkel Andreas, und Tante Irene wiederum weiß die verrücktesten Geschichten!

Ihr Kind beschäftigen „Alltagsfragen“, aber auch die großen Geheimnisse des Lebens. Es fragt Sie unvermittelt nach Gott und der Welt, dem Tod und dem Himmel. Kinder machen uns mit diesen philosophischen Fragen auf die Suche nach dem Sinn des Lebens aufmerksam. Ergreifen Sie doch die Gelegenheit und setzen Sie sich selbst (wieder) einmal mit diesen Fragen auseinander. Wenn Sie für sich selbst Antworten gefunden haben, können Sie diese in einfacher, verständlicher Form auch Ihrem Kind geben. Und denken Sie daran: es geht gar nicht darum, Ihrem Kind die endgültige Wahrheit zu vermitteln, sondern vielmehr darum, Ihrem Kind zu zeigen, wie Sie mit diesen Grundfragen des Lebens umgehen!

Tipps für Eltern

  • Sprechen Sie viel mit Ihrem Kind, hören Sie ihm zu, und erzählen Sie auch von sich. Ihr Kind braucht Sie als Gesprächspartner!
  • Wenn Kinder „warum“ fragen, meinen sie häufig „wozu“. „Warum regnet es?“ bedeutet also „Wozu regnet es?“, „Wofür ist der Regen gut bzw. notwendig?“
  • Geben Sie Ihrem Kind einfache und wahre Antworten, die es verstehen kann und die ausbaufähig sind. Auf obige Frage wäre zum Beispiel „Damit die Blumen Wasser bekommen!“ passend.
  • Kinder lieben Frage-Antwort-Spiele. Versuchen Sie, bei der endlosen Fragerei geduldig zu bleiben, und geben Sie ruhig auf sich wiederholende Fragen immer dieselbe Antwort.
  • Wenn Ihre Geduld einmal erschöpft ist und Ihnen die Fragespiele zu viel werden, sagen Sie Ihrem Kind, dass Sie jetzt genug davon haben und eine Pause brauchen.
  • Wenn Sie eine Frage nicht beantworten können, machen Sie sich mit Ihrem Kind auf die Suche nach der Antwort. Fragen Sie z.B. andere Personen, schauen Sie gemeinsam in einem Buch oder im Internet nach, besuchen Sie Museen, borgen Sie einen passenden Videofilm aus ….
  • Unterbrechen Sie Ihr Kind nicht, wenn es beim Spielen oder vor dem Einschlafen Selbstgespräche führt.
  • Bis zum vierten Lebensjahr haben fast alle Kinder Probleme mit bestimmten Lauten oder Silben. Seien Sie beruhigt – fast alle Aussprachefehler verschwinden von selbst!
  • Bessern Sie Ihr Kind beim Sprechen nicht aus, sondern wiederholen Sie das Gesagte einfach richtig.
  • Zwischen dem dritten und fünften Lebensjahr beginnen viele Kinder zu stottern. Das ist normal und entsteht, wenn Ihr Kind schneller denken als sprechen kann, aber auch, wenn es sehr aufgeregt ist. Sie helfen Ihrem Kind am besten, wenn Sie konzentriert zuhören, langsam mit ihm mitsprechen oder kleine Zwischenfragen stellen, um das passende Wort zu finden. Meistens legt sich dieses Stottern von selbst wieder!

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