Von Machos, Zicken und Leuten hinter dem Mond … oder wie gehe ich mit einem Teenager um?

Erkennen Sie die Notwendigkeit der Revolution
Die Pubertät ist wohl eine der spannendsten Phasen in der Entwicklung eines Kindes, wenn nicht überhaupt die spannendste. Alles ist im Umbruch. Der Körper verändert sich, reift sichtlich heran zur jungen Frau oder zum jungen Mann. Auch im Gehirn tut sich einiges, Teenager sind in der Lage formale Denkoperationen durchzuführen, das heißt Theorien zu bilden und diese logisch zu verfolgen, unabhängig von einem konkret erfahrbaren Objekt. Abstrakte Begriffe wie Recht, Moral, Kunst u.ä. finden Eingang in die Vorstellungswelt und können systematisch durchdacht werden. Die großen Fragen der Menschheit tauchen auf – „Wer bin ich?“, „Wo komme ich her?“, „Wo gehe ich hin?“ –, der Sinn des Lebens wird gesucht. Regeln, Normen, Werte, die bisher selbstverständlich von den Eltern übernommen wurden, werden radikal in Frage gestellt. Eigentlich wird alles und jedes in Frage gestellt, kein Stein bleibt auf dem anderen, auch nicht was die eigene Person betrifft. Unabhängigkeit, Selbstbestimmung und Eigenständigkeit sind die großen Ziele, die teilweise mit energischer Konsequenz verfolgt werden. Dabei ist die Frage nach dem „Wohin soll es denn eigentlich gehen?“ noch ungeklärt. Das Einzige was sicher ist: „So wie diese Erwachsenen werde ich nicht!“. Und bedauerlicherweise stehen Sie als Eltern(teil) punktgenau in der Schusslinie. Sie sind der Repräsentant der kritisierten, belächelten, verachteten, bewunderten, gefürchteten Erwachsen(welt). Deshalb findet die Rebellion gerade bei Ihnen zu Hause statt und es gibt kein Entkommen. Aber sie ist notwendig, denn Ihre kleine Prinzessin oder Ihr süßer Lauser wird erwachsen und die Natur und Ihre bisherige Erziehung haben sie gut ausgerüstet dafür: Körper, Seele und Geist sind nun bereit sich selbstständig den Aufgaben des Lebens zu stellen.

Versuchen Sie das Unmögliche zu verstehen
Erinnern Sie sich an Ihre eigene Pubertät?! Wie haben Sie sich damals gefühlt, wie haben Sie sich selbst, wie Ihre Eltern, die Welt gesehen? Heute stehen Sie auf der andere Seite. Kommt Ihnen das bekannt vor? Tiefe Verunsicherung, widersprüchliche Empfindungen, abrupte Wechsel von „Ich bin der Größte“ zu „Ich bin das Letzte“, erstaunliche Stimmungsschwankungen, Opposition, Freiheitsdrang, die genaue Beobachtung des eigenen Körpers, der Menschen in der Umgebung gehören zu Pubertierenden wie das Amen im Gebet. Chaos im Körper, Chaos im Geist, Chaos in der Seele, Chaos im Kinderzimmer. Es ist die Zeit der Unordnung, der tausend Fragen, die jungen Menschen spüren die Kindheit geht zu Ende und zu den Erwachsenen gehören sie noch nicht. Sie befinden sich in einem unbekannten, seltsamen Zwischenraum, sie müssen sich erst orientieren. Die Kinderzeit muss verabschiedet, das Zimmer radikal und zugleich wehmütig entzaubert werden von dem lästigen Kinderkram. Die Erwachsenenwelt muss genauestens begutachtet und in Frage gestellt werden, es gilt den eigenen Platz zu finden. Mit großem Staunen sehen sich Eltern(teile) mit Rebellion, Radikalität und einer an eine Hochschaubahnfahrt erinnernde Gefühlswelt Ihres Kindes konfrontiert. All das braucht es auf dem Weg zum Erwachsenwerden.

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