Vom Gameboy zum Internet

Ist Georg bereits computersüchtig?
Dass Kinder und Jugendliche bereits mit der modernen Computertechnik besser vertraut sind als so mancher Erwachsene erzeugt bei vielen Eltern zwiespältige Gefühle. Einerseits wissen sie, dass es für die berufliche Zukunft ihrer Sprösslinge Vorteile bringt, wenn diese schon früh mit dem PC in Kontakt kommen, andererseits befürchten sie negative Auswirkungen auf deren Entwicklung durch die ständige Beschäftigung mit dem Computer. Immer wieder stellen Eltern die bange Frage, ob die Beschäftigung mit dem Computer süchtig macht. Die Antwort ist einfach: Alles kann süchtig machen das Spielen im Netz die Beschäftigung mit dem PC genau so wie das Fernsehen oder das Naschen. Nur eines kann den Missbrauch und damit das Suchtverhalten verhindern: klare Regeln.

Was können Eltern tun, um die Zeit vor dem Kasten auf ein sinnvolles Ausmaß zu reduzieren?
Eltern sollten nicht der Verführung erliegen, den Computer oder den Fernseher als Babysitter zu benutzen. Wenn Kinder fünf bis sechs Stunden lang vor der Glotze oder vor dem Computer sitzen, darf man sich nicht wundern, dass Suchtverhalten oder andere Konflikte entstehen. Computersucht ist sicher ein ernsthaftes Problem, kommt aber häufig erst bei Jugendlichen vor, die ständigen und ungehinderten Zugang zum Internet haben und sich mit Chatten die Zeit vertreiben. Es geht also darum, fixe Zeiten zu vereinbaren. Kinder sind in der Regel zufrieden, wenn sie ihre festen Zeiten haben und dann auch ungestört „arbeiten“ können.

Gerade weil der Computer ein interaktives Medium ist, spielt das Alter der Kinder eine wesentliche Rolle. „Je jünger, desto kürzer“, lautet die Devise. Kinder müssen bei der Beschäftigung mit dem Computer denken und agieren, sonst passiert nichts – das Spiel kann nicht gewonnen, die Information nicht zugänglich gemacht werden und das ist wesentlich anstrengender als der reine Konsum von Fernsehprogrammen und Hörkassetten.

Woran erkennt man „gute“ Software?
Die CDROM sollte Dienste leisten, die ein anderes Medium nicht bieten kann. Gerade das Lernen erhält durch die Hypertexttechnologie, auf der das Internet und die Lernsoftware beruhen, eine ganz neue Qualität. Informationen können gelesen werden, bei Bedarf wird eine Filmsequenz eingespielt, eine Stimme kommentiert das Geschehen, spornt an und lobt. Eine solche mehrkanalige Informationsaufnahme erhöht die Gedächtnisleistung enorm. Generell kommt es auf die sinnvolle Konzeption an, achten Sie darauf, dass die Anweisungen klar und deutlich zu verstehen sind. Bei Spielen sollten die Kinder selbst entscheiden können, an welcher Stelle des Spiels sie anfangen (ein ständiges „Zurück an den Anfang“ frustriert). Wichtig ist, dass sich Eltern selbst einen Eindruck verschaffen. Die meisten Stadtbüchereien sind mit entlehnbarer Software ausgestattet. Man muss nicht immer alles selber kaufen. Zu beachten sind vor allem die Altersangaben. In jedem Fall sollten Kinder nur mit Programmen umgehen, die für ihre Altersgruppe vorgesehen sind. Eltern müssen nicht immer mitspielen, aber es sollte sie schon interessieren, was ihr Kind spielt.

Wo ein PC steht, ist oft ein Internet-Zugang
Untersuchungen haben gezeigt, dass Kinder und Jugendliche, die das Internet regelmäßig und sinnvoll nutzen, dies nicht auf Kosten des Buches oder anderer Aktivitäten wie z.B. sportlicher Betätigung tun, sondern eher weniger fernsehen. Die Medienpädagogik empfiehlt Eltern eine kritische, aber nicht generell abwertende Haltung gegenüber den Online-Aktivitäten ihrer Kinder einzunehmen. Stehen Sie Ihrem Kind unterstützend zur Seite, damit es kompetent mit den Angeboten des Mediums umgehen kann.

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