Vollzeitjob mit Überstunden und Wochenendarbeit

Gratulation, liebe junge Mutter. Sie haben einen neuen Vollzeit-Job, mit garantierten Überstunden in der Nacht sowie am Wochenende. Das alles mit einem „Boss“, der sich bei nichts auskennt und zu jeder Tages- und Nachtzeit nach Hilfe schreit. – So könnte man, nüchtern betrachtet, die erste Zeit mit Ihrem Baby zu Hause umschreiben. Gemeint ist: Das Kleine zu betreuen und zu pflegen ist nichts, was nebenbei erledigt werden könnte. Es braucht in der ersten Zeit Ihre volle Aufmerksamkeit und den größten Teil Ihrer Kraft und muss einfach Vorrang vor allem anderen haben.

Das bedeutet, dass sich Ihr Leben ändert. Ordnung, Pläne, exakte Regelmäßigkeit im Tagesablauf sind mit einem Baby unmöglich. Das Neugeborene, nicht die Uhr oder ein „Stundenplan“ geben vor, was wann geschieht.  Nach und nach wird sich ein neuerRhythmus einspielen und sich auch das Kleine regelmäßiges Essen, Schlafen und Wachen angewöhnen. Zunächst aber ist vor allem Flexibilität und Improvisationstalent von den Eltern gefragt. Sie selbst, der Vater und die Geschwister, müssen sich daran gewöhnen, dass das Baby in der ersten Zeit im Vordergrund steht. Das heißt auch, dass der Haushalt nicht mehr so perfekt laufen kann wie früher. Sie brauchen kein schlechtes Gewissen zu haben, wenn Sie es nicht schaffen, die Wohnung tipp-topp sauber zu halten, den Bügelkorb leer zu bekommen oder täglich ein frisch gekochtes Essen auf den Tisch zu bringen.

Dazu haben Sie einfach nicht die Zeit: Pflege und Versorgung eines „pflegeleichten“ Babys brauchen rund acht Stunden pro Tag, und das täglich. Für Kinder mit besonderen Bedürfnissen, wie z.B. Schreibabys, ist oft noch wesentlich mehr Zeit nötig. Nicht zu übersehen ist dabei die große Müdigkeit junger Mütter (und oft auch der Väter). Denn die allermeisten Neugeborenen können nicht durchschlafen und brauchen auch in der Nacht Nahrung, Hilfe und Zuwendung.

Das Gefühl, nie mehr für irgendetwas Zeit zu haben und mit nichts mehr fertig zu werden, kennen fast alle jungen Mütter. Überlegen Sie,  wie Sie sich Ihr Leben leichter machen können:Was können Sie einfach bleiben lassen? Wer kann wobei helfen? Scheuen Sie sich nicht, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Vor allem, wenn Sie Alleinerzieher/in sind, versuchen Sie – möglichst schon vor der Geburt – sich ein Netz von Helfern und Helferinnen aufzubauen. Überlegen Sie, welche Tätigkeiten Sie weglassen, verschieben oder außer Haus geben können.

Ein solches „Netz“ kann Ihnen auch helfen, das bei vielen jungen Müttern entstehende Gefühl der Isolation zu verringern. Es ist nicht leicht, die viele Arbeit, die oft große Müdigkeit und das Bedürfnis nach Kontakten unter einen Hut zu bekommen. Lassen Sie sich aber auch nicht unter Druck setzen, wenn Ihnen nicht nach Besuchen ist. Was in der ersten Zeit zählt, sind sowohl die Bedürfnisse und Wünsche Ihres Kindes als auch Ihre eigenen und die Ihres Partners.

Tipps für den Vater

  • Nicht nur für die Mutter, sondern auch für Sie ist vieles neu und aufregend. Beobachten Sie genau, was in Ihnen vorgeht, und lassen Sie sich Zeit. Je öfter Sie es probieren, umso besser werden Sie sich in der neuen Situation zurecht finden.
  • Worüber – glauben Sie – freut sich ihre Partnerin und frischgebackene Mutter besonders, wenn sie aus dem Spital nach Hause kommt? Vielleicht über eine aufgeräumte Wohnung? Über aufgefüllte Vorräte? Über das frisch gelüftete Kinderzimmer? Fragen Sie Ihre Partnerin doch einfach, was sie sich wünscht.
  • Vor allem in der ersten Zeit nach der Geburt wird Ihnen viel Geduld und Zurückhaltung abverlangt. Frauen sind dann meist sehr empfindlich, oft haben sie gerade in dieser Zeit starke Gefühlsschwankungen. Das mag Ihnen fremd erscheinen, aber keine Sorge: wenn sich alles eingependelt hat, wird Ihnen Ihre Partnerin aufs Neue vertraut werden.
  • Wenn Sie den Eindruck haben, dass Ihre Partnerin noch sehr erschöpft und empfindlich ist, dann sollten Sie sie auch vor Besuchen – wenn nötig, auch der Großeltern, – schützen.
  • Entlasten Sie Ihre Partnerin so weit wie möglich von der Hausarbeit. Fragen Sie Ihre Partnerin immer wieder, was Sie ihr abnehmen können. Das kann sich auch ständig ändern. Ärgern Sie sich nicht: Sie muss sich erst auf das neue Leben mit dem Baby einstellen und rausbekommen, wie sie es am besten organisiert.

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