Thema: Geschwister

Peter sieht dem Ganzen mit gemischten Gefühlen entgegen, denn nun wartet er schon ganze drei Tage, und es ist von dem Baby noch immer nichts zu sehen.

Aber wenn es dann vielleicht doch kommen sollte, könnte man sicherlich mit ihm spielen.

Dann ist es endlich so weit, der große Tag ist gekommen. Doch was passiert? Peter wird von Papa zu den Großeltern gebracht und darf nicht mit ins Spital. Die erste Enttäuschung kaum verkraftet, geht es am nächsten Tag auf Besuch zum Schwesterchen. Da ist die Überraschung groß, dass da so ein kleiner Wurm in seinem Bettchen liegt und sich überhaupt nicht rührt, von spielen kann gar keine Rede sein. Und als Peter seiner Verwunderung in gewohnt lautstarker Manier Ausdruck verleihen will, wird er von Mama und Papa ermahnt, weil er sonst das Baby noch aufwecken wird. Als Julia aufwacht, traut Peter seinen Augen kaum -Mama legt das Baby auf einmal an ihre Brust und lässt es trinken. Plötzlich überkommt auch Peter ein aufdringliches Gefühl des Durstes und auch er möchte an Mamas Busen nippen. Trotz intensiver Erklärungsversuche von Seiten der Mutter gelingt es nicht, den unausweichlichen Zornausbruch von Peter zu verhindern.

Eifersucht ist ganz natürlich!

Sie sehen, dass bereits die ersten Tage mit dem neuen Erdenbürger äußerst schwierig sein können – für Eltern und Kinder. Wen verwundert es dann, wenn Peter plötzlich Verhaltensweisen seiner kleinen Schwester annimmt, um vielleicht so seine verloren geglaubte Aufmerksamkeit wiederzuerlangen? So steckt er wieder seinen Daumen in den Mund, macht sich hauptsächlich mit Babygebrüll bemerkbar und will nicht mehr gehen.

Eifersucht ist eines jener Gefühle, die man nicht völlig unterdrücken oder verhindern kann. Und so zweifeln viele Eltern daran, ob es ihnen gelingen wird, beim ersten Kind Gefühle des Sich-zurückversetzt-fühlens verhindern zu können.

Sie können aber in der Tat viel dazu tun, um dem älteren Kind zu helfen, mit der neuen Situation fertig zu werden. So sollten Sie immer wieder über das „neue“ Baby mit dem noch „Kleinen“, das sehr bald das „Große“ sein wird, reden, es an Ihrer Schwangerschaft teilhaben lassen, indem Sie das Kind miterleben lassen, wie das Baby in Ihrem Bauch wächst und zu strampeln beginnt. Das Kind sollte erleben dürfen, wie es sich anfühlt, wenn das Baby sich bewegt, wie „lebendig“ das Geschwisterchen schon ist, noch bevor man es sehen kann.

Wenn Sie dann in die Klinik gehen, bedeutet das noch lange nicht, dass Sie längere Zeit von Ihrem Kind getrennt sind. Ermöglichen Sie dem „Großen“, Sie so oft wie möglich gemeinsam mit Verwandten und Freunden zu besuchen, um schon hier Gefühle des Ausgegrenztseins zu vermeiden.

Die Geburt eines zweiten Kindes bringt ganz sicherlich kleinere und größere Umstellungen in Ihrem Leben mit sich.

Bedenken Sie aber, dass gerade jetzt das ältere Kind besonders viel Zuwendung und Aufmerksamkeit braucht, da es seine Rolle als Favorit gefährdet sieht. Es will weiterhin im Mittelpunkt stehen und versucht dies mit allen Mitteln durchzusetzen. So kopiert es vielfach das Verhalten des Babys‘ das ja mit diesem Verhalten so viel Zuwendung und Aufmerksamkeit erhält, das von allen als so lieb und putzig gelobt wird.

Interessantes

- Advertisement -Jentschura

Empfehlungen