Thema: Essen

Wenn nun ein Baby anfängt, sich vom geliebten Flascherl zu trennen und versucht, alleine zu essen, dann ist es nicht nur mit Leib und Seele, sondern auch mit Händen, Mund und sonstigen Extremitäten dabei. Dahinter steckt die unendliche Entdeckungslust, herauszufinden, was es da in sich hineinsteckt, wie sich das anfühlt und welche Geheimnisse sich vielleicht in einem Stück Banane verbergen. Dieser Forschungsdrang ist für die Entwicklung Ihres Kindes äußerst wichtig, denn so werden nicht nur die Geschmacksnerven, sondern auch alle anderen Sinne geschult. Es trainiert dabei auch seine Fingerfertigkeit und sein Geschick. Auch dem Selbstbewusstsein Ihres Kindes tut es gut, wenn es erste Erfolgserlebnisse hat, indem es beginnt, erste Grundbedürfnisse alleine zu befriedigen. Diesen sichtbaren Stolz sollten Sie bestärken und das Kind ermutigen, sich trotz Rückschlägen immer wieder aktiv an der Mahlzeit zu beteiligen.

Spaß am Essen
Die beste Voraussetzung dafür, dass sich Ihr Kind nicht zu einem nörgelnden Suppenkaspar entwickelt, liegt darin, dass es schon früh das Gefühl bekommt, die Nahrungsaufnahme selbst in der Hand zu haben, und so Spaß am Essen bekommt. Den richtigen Überblick und die nötige Bewegungsfreiheit für seine Experimente hat das Kind beim Essen in einem Hochstuhl. Die von den Eltern sorgsam bereitgestellten Gerätschaften, wie Schnabeltasse, Kinderlöffel und ähnliches werden ganz sicher nicht nur zum eigentlichen Zweck der Nahrungsaufnahme herangezogen, sondern es macht den Kindern auch Spaß, einmal so richtig damit herumzupatschen, zu rühren und zu spritzen. Von den Eltern verlangen diese Aktivitäten eine gehörige Portion Geduld, aber mit ein wenig Vorsorge (Wachstuch oder Zeitung unter Tisch und Sessel, große Windel als Lätzchen) lassen sich die nachträglichen Aufräumarbeiten in Grenzen halten.

Das Gefühl nach Herzenslust essen zu dürfen, wenn man hungrig ist, und das Essen vom Tisch in den Mund zu befördern, egal wie, gibt Ihrem Kind nicht nur das nötige Selbstvertrauen, sondern auch die ersten Züge eines Gefühles von Unabhängigkeit.

Machen Sie sich keine Gedanken, dass Ihr Kind wegen seiner „Ungeschicklichkeit“ womöglich nicht satt wird oder gar verhungert, denn kein Kind hungert freiwillig!

Auch der berühmte „Löffel für die Mama“ sollte nicht aufgezwungen werden, genauso wenig wie Speisen, die Ihr Kind absolut nicht mag, denn es gibt viele Nahrungsmittel, die für Ihr Kind gesund sind, aber keines, das sich nicht durch ein anderes ersetzen ließe.

Wenn Sie Ihrem Kind den Freiraum geben, seinen eigenen Geschmack zu entwickeln, braucht es nur noch Ihre gute Gesellschaft, um sein Essen rundum zu genießen. Dabei kann es sich anscheinend nebenbei von Ihnen abschauen, wie man mit Messer und Gabel umgeht. Sie sehen, Ihre Tischmanieren dienen als Vorbild für Ihr Kind. Und so wird es sich eines Tages, wahrscheinlich fällt es Ihnen gar nicht sofort auf, zu einem ganz manierlichen Tischgenossen gemausert haben, dem sogar auffällt, dass die Servietten auf dem Tisch fehlen.

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