„Sündigen gehört zum Leben!“

Sie ist – im besten Sinne des Wortes – ein Urgestein des Austropop, die Königin, vielleicht auch die Mutter: Marianne Mendt ist aus der österreichischen Kulturszene nicht wegzudenken. Ihr bis heute größter Hit „Wie a Glock’n“ gilt als Initialzündung für die heimische Popmusik und die österreichische „Dialektwelle“, ihre Rolle der Gitti Schimek in der ORF-Kultserie „Kaisermühlen Blues“ machte sie zum Liebling der Nation. Das hat sich bis heute nicht geändert: Mendt spielt immer noch vor ausverkauften Hallen, die Herzen der Österreicher fliegen ihr nach wie vor zu. Die Mendt, die mag man eben.
Erdig, ehrlich, unkompliziert. Im September feierte sie bereits den 70. Geburtstag – leise ist sie aber nach wie vor nicht! Mit Herz und Seele fördert sie den heimischen Jazz-Nachwuchs und röhrt auf der Bühne genau so, wie sie es immer schon getan hat. Zum Interview empfängt sie uns in ihrer Musikwerskstatt im 8. Wiener Gemeindebezirk. Gemütlich bei einer Tasse Kaffee erzählt sie uns von ihrer Karriere, ihrer Leidenschaft zur Musik und wieso sie kein schlechtes Gewissen hat, wenn sie sich auch mal einen Schweinsbraten gönnt. Dabei weicht ihr Terrier-Dame Jazzy, 3 Jahre alt, nicht von der Seite …

GESÜNDER LEBEN: Würden Sie sagen, Sie haben eine gesunde Lebensweise?
Marianne Mendt: Teils, Teils. Ich habe eine gesunde Einstellung zu meinem Körper und zum Leben an sich – und da gehört auch sündigen dazu. Davon bin ich wirklich überzeugt! Denn die Lebensqualität hebt ja auch meine Lebensfreude. Würde ich mich kasteien – was ich mir gar nicht vorstellen kann –, hätte das auch negative Auswirkungen auf meine Seele. Und das wiederum würde meinen Körper negativ manipulieren. Das merke ich auch bei Freunden, die in meinem Alter sind: Je weniger sie sich um ihre Seele kümmern, desto schlechter geht es ihnen körperlich.

GL: Der gesunde Geist ist also wichtiger als der gesunde Körper?
Natürlich ist beides sehr wichtig, aber ich halte einen gesunden Geist fast für noch wichtiger. Ich bin überzeugt davon, dass positive Gedanken einen großen Einfluss auf die Gesundheit haben. Ich denke, dass man psychosomatisch sehr wohl seinen Körper manipulieren kann. Wenn man immer nur negative oder gar depressive Gedanken hat, wird sich das auch auf die Organe auswirken.

GL: Was machen Sie, um Ihren Geist gesund zu halten?
Schauen Sie sich um! (lacht) Mein ganzes Leben ist erfüllt mit dem, was ich am liebsten mache, nämlich Musik. Sei es, selbst zu singen, sei es, zu produzieren, oder sei es, mit dem jungen Jazz-Nachwuchs zu musizieren und diesen zu fördern. Jazz ist natürlich meine Leidenschaft. Da kann man sich weiterentwickeln, bis ans Lebensende.

GL: Musizieren mit dem Nachwuchs hält Sie also jung?
Ich habe zwar keine Vergleichsmöglichkeiten, aber ich würde sagen: ja! Ich liebe das Leben, so viel ist sicher. Ich finde, das Leben ist schön.

GL: Fällt es manchmal nicht schwer, diese positive Lebenseinstellung zu bewahren?
Mir zumindest nicht. Ich bin nun mal ein sehr positiv denkender Mensch. Ich bin ein Philanthrop, glaube an das Gute im Menschen. Menschen, die es mit mir und der Welt nicht gut meinen, gehe ich einfach aus dem Weg.

GL: Woher kommt diese positive Grundeinstellung?
Wahrscheinlich von meinem Vater. Mein Vater war ein ewig positivdenkender, sehr lustiger Mensch, bis zu seinem Lebensende. Er ist fast 90 geworden – und hat übrigens auch nicht wirklich „gesund“ gelebt! Wobei, das muss ich sagen: Mit 70 Jahren hat er zum Rauchen aufgehört.

GL: Das wäre doch ein Ansporn für Sie (Mendt feierte im September ihren 70. Geburtstag; Anm.d.Red.)!
Na ja, ich reduziere eh! (lächelt)

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