Stress – eine Zeiterscheinung

Was versteht man eigentlich unter Stress? Das Wort „Stress“ kommt aus dem Englischen und heißt so viel wie Belastung. Damit können ganz unterschiedliche Arten der Belastung gemeint sein:

  • am Arbeitsplatz: überhöhte Leistungsanforderungen, aber auch Unterforderung und Monotonie, Schwierigkeiten mit KollegInnen oder Vorgesetzten usw.
  • im privaten Bereich: Sorgen wegen der Kinder, Ärger mit Verwandten oder Bekannten, Partnerprobleme, Tod eines geliebten Menschen, Enttäuschungen usw.
  • andere Beispiele: finanzielle Sorgen, Hausbau, Übersiedelung, Krankheit usw.

„Ich bin so gestresst“, „Ich bin völlig ausgebrannt“, „Ich bin erschöpft“ – Redewendungen, die in unserer Zeit häufig auch schon von Kindern und Jugendlichen zu hören sind. Oft scheinen wir mit unseren Mitmenschen zu wetteifern, wer am meisten gestresst ist. Stress ist in aller Munde und schon lange mehr kein Privileg für Manager. Babys leiden unter gestressten Müttern, Kinder unter Schulstress, Singles haben Freizeitstress, Frauen haben Stress durch die Doppelbelastung von Familie und Beruf und Männer leiden unter Alltagsstress.

Der Zeitpunkt zum Aussteigen wäre gerade jetzt günstig!
All diese Beispiele – und es ließen sich noch viele andere anfügen – können, müssen aber nicht Stress auslösen. Denn: ob Sie etwas als Belastung erleben, hängt sehr stark davon ab, wie Sie die Situation bewerten. Vielleicht haben Sie auch schon einmal festgestellt, dass Sie sich durch Vorkommnisse belastet fühlen, die andere auf die leichte Schulter nehmen, oder umgekehrt.

So wie die Stressauslöser für jeden Menschen verschieden sind, sind auch die Reaktionen auf Belastungen unterschiedlich. Der eine wird ärgerlich, vielleicht sogar wütend, ein anderer stürzt sich vielleicht in Arbeit, fühlt sich gehetzt und nervös. Wieder ein anderer verliert den Mut und ist von Gefühlen der Niedergeschlagenheit erfüllt. Unter Burnout versteht man einen Zustand des völlig Ausgebranntseins, der häufig mit schweren seelischen und körperlichen Symptomen einhergeht.

Denken Sie daran: Entspannte Eltern haben in der Regel auch entspannte Kinder. Wenn diese Behauptung stimmt, kann man umgekehrt davon ausgehen, dass Stress häufig ansteckend wirkt. Kinder reagieren auf die „überreizten“ Erwachsenen selten mit Verständnis, sondern ganz im Gegenteil, sie werden gerade dann besonders lästig, weil sie die negative Stimmung nur schwer aushalten können. Ihr ungebührliches Benehmen ist als Ausdruck für kindliche Spannungsabfuhr zu werten. Leider kommt es gerade in solchen Situationen häufig zu unschönen Szenen, Erwachsene verlieren die Nerven und es rutscht ihnen vielleicht die Hand aus.

Ohrfeigen schaden in jedem Fall!
Eltern sollten wissen, dass Kinder auf ständige Überforderungen mit Verhaltensauffälligkeiten reagieren, sie werden trotzig, frech, spielen den Clown oder werden ganz einfach krank. Jugendliche greifen immer häufiger zu einem Cocktail aus Aufputsch- und Beruhigungsmitteln, um mit den täglichen Belastungen und dem Freizeitstress fertig zu werden. Manche von ihnen versuchen sich auch deshalb mit Hilfe von Alkohol und anderen Drogen zu betäuben. Unser Körper antwortet auf Stress mit beschleunigter Atmung, erhöhtem Herzschlag, mit Anspannung der Muskeln, mit Schwitzen, Kopf- oder Magenschmerzen. Hält die Belastung über längere Zeit an, bricht irgendwann die Widerstandskraft zusammen und es kann zu ernsthaften gesundheitlichen Störungen kommen.

Werden Sie nicht zum Stressopfer!
Eine Volksweisheit besagt „In der Ruhe liegt die Kraft“, und damit ist eigentlich schon viel gesagt. Das Entspannungsprogramm für gestresste Menschen beginnt im Kopf.

Die Devise lautet: Weniger ist mehr!
Befreien Sie sich von selbst auferlegten „Zwängen“ und Pflichtübungen und nehmen Sie die Lebensqualität wichtiger als die Quantität der Aktivitäten. Überlegen Sie gemeinsam mit Ihrer Partnerin bzw. Ihrem Partner und den Kindern, was Sie tun müssen, damit keiner in der Familie zu kurz kommt, dann werden Sie einen Weg für ein entspanntes Miteinander finden. Entspannung und Stress sind nicht miteinander vereinbar. So liegt es nahe, durch die Förderung eines entspannten Zustandes, Stress zu verhindern. Entspannungstechniken für Zwischendurch können erlernt werden.

MAG ELF – PsychologInnen haben brauchbare Tipps für gestresste Eltern und Kids. Sie helfen Ihnen, Ihre individuelle und persönliche Entspannungsmethode zu finden und zeigen Ihnen einen Weg zum entspannten Miteinander.

Autor: Dr. Belinda Mikosz, Klinische- und Gesundheitspsychologin

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