Stillen ist die natürlichste Sache der Welt …

Machen Sie sich mit Ihrer Brust vertraut. Erfahren Sie, wie sie sich anfühlt und wie empfindlich sie ist. Sie können die Brust ab und zu kurz der Sonne und Luft aussetzen, auch wechselwarmes Duschen macht die Haut der Brust widerstandsfähiger. Es ist wichtig, rechtzeitig einen BH zu tragen, um das Bindegewebe optimal zu unterstützen. Mein Rat: Lassen Sie Ihre Brust von Fachpersonal anschauen, z.B. von Ihrer Hebamme. Dabei werden eventuelle Veränderungen der Brust oder der Brustwarzen erkannt und Sie können rechtzeitig Vorbereitungen für das Stillen treffen. Bei Hohloder Flachwarzen sind z.B. Brustwarzenformer eine gute Empfehlung.

Abhärtungsmaßnahmen der Brust sind leider weit verbreitet, doch auf keinen Fall zu empfehlen. Eine Manipulation der Brustwarzen kann bei Ihnen vorzeitige Wehen auslösen und entfernt durch Abrubbeln das Fett, das Ihre Brustwarzen geschmeidig hält.

Sinnvoll ist es auch, wenn Sie sich über das richtige Anlegen und Saugen informieren. Viele Stillprobleme entstehen nämlich durch eine falsche Anlegetechnik, oder weil das Baby nicht richtig saugt. Ich empfehle Ihnen schon in der Schwangerschaft Stillgruppen oder Stillabende (im Rahmen der Geburtsvorbereitung) zu besuchen, dort lernen Sie andere Mütter kennen und können Stillerfahrungen austauschen.

Bei der Geburt selbst informieren Sie bitte die Hebamme, dass Sie möglichst viel Hautkontakt mit Ihrem Baby wünschen, sobald es auf der Welt ist. Ihr Baby hat dann gleich die Möglichkeit, die Brust zu suchen und zu saugen, oder es wird einfach nur daran riechen, lecken und sich anschmiegen. Diese Dinge werden Ihnen das Stillen erleichtern.

Es wird sicher Zeiten geben, in denen Sie sich durch das Stillen angebunden oder gar überfordert fühlen. Halten Sie sich gerade in solchen
Momenten vor Augen, wie viele Vorteile das Stillen Ihnen und Ihrem Kind bringt:

  • Beim Stillen wird das Hormon Prolaktin ausgeschüttet, dieses Hormon lässt Sie mütterlicher reagieren.
  • Stillen stärkt das Selbstbewusstsein und beugt verschiedenen Erkrankungen vor.
  • Die Nährstoffzusammensetzung der Muttermilch ist optimal für Ihr heranwachsendes Kind und passt sich laufend dem Alter an.
  • Stillen bietet Schutz vor Allergien und fördert eine kieferorthopädische und damit auch die sprachliche Entwicklung Ihres Kindes.

Bitten Sie Ihren Partner, Sie beim Stillen zu unterstützen. Damit garantieren Sie sich und Ihrem Baby einen guten Start. Mütter stillen erwiesenermaßen länger, wenn auch der Partner gut über dieses Thema informiert ist.

Stillen bedeutet, Zeit, Wärme und Nahrung zu geben. Ich wünsche Ihnen eine gute Stillzeit mit Ihrem Baby!

Autor: Hebamme Petra Fritsche
Vorarlberg
E-Mail: fritsche.petra@aon.at

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