Sprachen der Liebe

Nehmen Sie sich einmal Zeit für sich und lehnen Sie sich entspannt zurück! Machen Sie es sich bequem und lassen Sie die inneren Bilder der letzten paar Jahre vorbeiziehen: der positive Schwangerschaftstest, das Abenteuer Geburt, die durchwachten Nächte, der erste Zahn, die Trotzanfälle, der Stress im Job, ein schöner Urlaub, vielleicht ein Umbau für das Kinderzimmer, der Schulanfang und, und, und …

Was Sie schon alles gemeinsam geschafft haben! Ihre Beziehung hat das mitgemacht und sich weiterentwickelt. Sie haben neue Seiten an Ihrem Partner, Ihrer Partnerin und an sich selber entdeckt. Mit manchen konnten sie besser, mit anderen schlechter umgehen. Aus den vielen kleine Schritten des Alltags, den Überlegungen und den Taten entstand eine Familie, in der Lachen und Weinen, Essen und Trinken, Liebe und Wut, Streit und Versöhnung ihren Platz haben. Haben Sie darüber schon einmal gestaunt? Ist Ihnen bewusst, was Sie beide alles tun, damit Ihre gemeinsame Familie funktioniert? Da kommt ziemlich viel an Aktivitäten, Wissen und Geduld zusammen. Haben Sie schon einmal gemeinsam darauf angestoßen? Denn darauf können Sie wirklich stolz sein!

Dass es nicht leicht ist, Beziehung im Alltag zu leben, zeigen nicht nur die Scheidungsstatistiken. Unsere Ansprüche an Beziehung sind im letzten Jahrhundert stark gestiegen, und gleichzeitig sind die Rahmenbedingungen für ein Familienleben nicht einfacher geworden. Es ist nicht leicht, einander im Alltagstrubel immer wieder die Zuneigung zu zeigen. Die Menschen haben nämlich oft völlig unterschiedliche Vorstellungen davon, woran sie Liebe erkennen. Der Eheberater Gary Chapman spricht von fünf verschiedenen Sprachen der Liebe und meint damit fünf Arten, wie Menschen ihre Liebe anderen mitteilen. Jeder Mensch hat eine Muttersprache der Liebe, und oft haben beide Partner nicht die gleiche „Muttersprache der Liebe“. Manche Menschen brauchen Lob und Anerkennung, um sich geliebt zu fühlen. Andere brauchen die traute Zweisamkeit als Zeit für die Partnerschaft. Sie nützen diese Zeit dann für Gespräche oder gemeinsame Aktivitäten. Die dritte Gruppe sind jene Menschen, die Liebe an kleinen Geschenken erkennen, die vom Herzen kommen. Eine vierte Kategorie von Menschen verstehen unter Liebe Hilfsbereitschaft. Ihnen geht es um die vielen kleinen Gefälligkeiten und Dienstleistungen, die man dem anderen zuliebe tut. Und die letzte Gruppe braucht Zärtlichkeit, um sich geliebt zu fühlen. Jemand, der emotional von kleinen Streicheleinheiten lebt, wird einen zärtlich gekochten Kaffee nicht als Liebesdienst auffassen. Auch ein Partner, der sich nach einer Dienstreise viel Zeit nimmt, wird damit nicht immer punkten: Wenn der andere sich ein kleines Mitbringsel als Liebeszeichen erhofft, dann nützt die viele Zeit nichts. Haben Sie manchmal den Eindruck, Ihre Liebesbeweise kommen nicht an? Dann fragen Sie doch einmal nach, vielleicht sprechen Sie unterschiedliche Sprachen in der Liebe, und schon ein paar Stunden Übersetzungshilfe für die „fremde Sprache“ erleichtern das gegenseitige Verstehen.

Für Ihr Kind sind Sie beim Thema Partnerschaft auch als Mann und als Frau ein prägendes Vorbild. Die Beziehungsgestaltung, die es bei Ihnen erlebt, wird der Ausgangs-punkt für seine eigenen Erfahrungen sein. Ihr Kind braucht nicht immer harmonische Eltern! Auch zu einer gelungenen Partnerschaft gehören Konflikte. Wie man damit umgeht und zu einer guten Regelung kommt, das will Ihr Kind von Ihnen lernen.

Tipps für Eltern

  • Steuern Sie als Paar miteinander immer wieder Inseln der „zwecklosen Zweisamkeit“ an. Verbringen Sie also manchmal auch Zeit nur zu zweit – ohne Erledigungen und Verpflichtungen.
  • Um Ihren Partner immer wieder neu zu entdecken, brauchen Sie auch Zeit für sich persönlich. Gelebte Beziehung bedeutet immer auch ein Pendeln zwischen Unabhängigkeit und Gemeinsamkeit, Nähe und Freiraum.
  • Feiern Sie mit Ihrem Partner, Ihrer Partnerin immer wieder Ihre Beziehung! Unternehmen Sie etwas gemeinsam, erfinden Sie neue Rituale miteinander.
  • Für Ihr Kind sind Sie beide wichtig. An für Ihr Kind entscheidenden Tagen sollten Sie daher beide dabei sein. Begleiten Sie Ihr Kind z.B. bei Schulaufführungen gemeinsam.

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