Sport ist gut für meine Psyche

Wenn beim Durchschnittsösterreicher in der Früh der Wecker klingelt, ist sie schon seit Stunden auf den Beinen: Für Bianca Schwarzjirg, 31, „Café Puls“- und „Stadtreport“-Moderatorin, Radiostimme auf Kronehit, beginnt der klassische Arbeitstag um vier Uhr früh. „Früher habe ich sehr gerne lang geschlafen, aber das ist Gewohnheitssache“, verrät die Wienerin. Im GESÜNDER LEBEN-Interview erzählt die ehemalige Leistungssportlerin, wie sie vom Glimmstängel zum Halbmarathonlaufen gekommen ist, wie sie den inneren Schweinehund austrickst und was wirklich gegen Winterdepressionen hilft.

GESÜNDER LEBEN: Sie moderieren ab sechs Uhr früh. Waren  Sie immer schon eine Frühaufsteherin?
Bianca Schwarzjirg: Ganz im Gegenteil. Ich habe früher sehr gerne lang geschlafen. Aber das ist Gewohnheitssache. So wie andere um sieben aufstehen, stehe ich eben um vier auf. Da geht dann auch alles ziemlich automatisch: Ich gehe am Abend schon duschen und Haare waschen, richte mir das Gewand her von der Unterhose bis zu den Socken. In der Früh wasche ich mir nur das Gesicht, putze die Zähne, schlüpfe in die Sachen und springe ins Auto. Mein Freund dreht sich derweilen noch mal genüsslich im Bett um und freut sich, dass ich aufstehen muss und nicht er (lacht).

GL: Hat der frühe Arbeitsbeginn auch Vorteile?
Schwarzjirg: Auf jeden Fall. Wenn andere mit der Arbeit beginnen, bin ich schon fast fertig. Dann habe ich den ganzen Tag noch vor mir, kann mich mit Freunden treffen, laufen gehen oder mich am Nachmittag ein, zwei Stunden aufs Ohr hauen.

GL: Sie waren früher Leistungssportlerin …
Schwarzjirg: Mit zwölf habe ich bei einem Feuerwehrlauf mitgemacht und bin gegen die ganzen Burschen aus meiner Klasse angetreten. Ich habe ihnen gesagt: „Ich laufe schneller als ihr.“ Und ich habe tatsächlich gewonnen (lacht). Dort hat mich ein Trainer gesehen und mir Leichtathletik vorgeschlagen. Das habe ich dann gemacht, zuerst drei, dann fünf Mal die Woche. Und am Wochenende gab’s Wettkämpfe und Trainingslager. Das volle Programm. Aber mit 17 oder 18 habe ich von einem auf den anderen Tag aufgehört, weil ich andere Interessen hatte. Leistungssportlerin werden, das wollte ich nicht. Dann habe ich dummerweise mit 23, also relativ spät, mit dem Rauchen begonnen.

GL: Und wie sind Sie vom Glimmstängel losgekommen?
Schwarzjirg: Ich war irgendwann überhaupt nicht mehr fit, habe gekeucht, wenn ich die Stufen raufgegangen bin. Da habe ich beschlossen, es reicht. Aber das Aufhören war schwieriger als gedacht. Also habe ich gesagt, Bianca, du brauchst ein Ziel. Das war das Halbmarathonlaufen. Ich habe den Trainer meiner Mama engagiert und bin jeden Tag joggen gegangen. Das hat mir unheimlich gutgetan. Seitdem mache ich regelmäßig bei Halbmarathons mit. Das ist fast wie eine Sucht. Wenn ich am Start stehe, bekomme ich jedes Mal Gänsehaut. Und das Training  trage ich mir wie einen Termin im Kalender ein, sonst findet man ja doch immer eine Ausrede.

GL: Also keine Chance dem inneren Schweinehund?
Schwarzjirg: Klar gibt’s Tage, an denen ich einfach keine Lust habe. Aber dann muss man sich überwinden. Sobald man an der frischen Luft ist und das Kribbeln im Gesicht spürt, fühlt man sich viel besser. Sport ist ja auch gut für die Psyche. Beim Laufen merkt man, dass die Problemchen, über die man den ganzen Tag grübelt, klein und unwichtig sind. Wenn ich mich ärgere oder angespannt bin, laufe ich ein paar Runden. Das ist das perfekte Anti-Stress-Programm.

GL: Als Fernsehmoderatorin ist gutes Aussehen Pflicht. Was ist – vom Sport abgesehen – Ihr Schönheitsgeheimnis?
Schwarzjirg: Jeden Tag eine Dreiviertelstunde in der Maske sitzen und sich perfekt stylen lassen (lacht). Im Ernst: Gesund ernähren und auf das Gleichgewicht von Körper und Geist achten, so abgedroschen das klingt. Ich finde es ganz wichtig, dass man sich wohl fühlt in seiner Haut, dass man zu dem steht, was man tut, egal ob es ums Berufliche oder Private geht. Wenn man mit sich selbst zufrieden ist, strahlt man das auch aus. Von Radikaldiäten halte ich dagegen gar nichts. Besser mit Sport abnehmen, als nichts mehr essen. Ich persönlich finde extreme Hungerhaken auch nicht schön.

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