Sport hilft gegen miese Laune

Blondinenwitze hört Verena Scheitz vermutlich nicht gerne. Obwohl sie der beste Gegenbeweis ist, dass Intelligenz nichts mit der Haarfarbe zu tun hat: Die 41-jährige gebürtige Wienerin ist erfolgreiche Schauspielerin, Moderatorin (ORF-Sendung „heute leben“), Kabarettistin, wirkte in zahlreichen Theater- und Musicalproduktionen mit, beherrscht fünf Sprachen und schloss ganz nebenbei auch noch das Studium der Rechtswissenschaften ab. „Die muss doch ganz schön arrogant und überheblich sein!“, mag jetzt ein vorurteilbehafteter Gedanke in den Kopf schießen. Doch ganz im Gegenteil: Scheitz ist sympathisch, bodenständig, lacht gerne und spricht offen über eigene Fehler. Statt den Glamour in der Medienwelt bevorzugt sie ein gutes Buch, geht joggen oder verbringt Zeit mit ihrem Freund und ihren Hunden. Apropos: Scheitz’ größter Traum ist nicht Ruhm und Reichtum, sondern die Eröffnung eines Gnadenhofs, wo Tiere in glücklicher Symbiose mit der Hausherrin leben können.

Im GESÜNDER LEBEN-Interview spricht Scheitz über ihre Liebe zu Tieren, die Gefahr eines Burn-outs, Recht und Unrecht und was sie so richtig auf die Palme bringt. Nur das Thema Kochen lassen wir ausnahmsweise aus: Scheitz gab vor einiger Zeit zu, dass das nicht so das Ihre sei und sie vor allem die schnelle Küche bevorzuge. Macht ja nichts.  Dann fangen wir eben mit einem Thema an, das ihr mehr liegt …

GESÜNDER LEBEN: Sie haben 2009 den zweiten Platz in der Armin-Assinger-Skirennen-Show „Das Rennen“ belegt. Sie scheinen ein sehr sportlicher Mensch zu sein …
Verena Scheitz: Absolut. Mein Lieblingssport ist Skifahren – ich bin am Semmering groß geworden, da gehört Skifahren einfach dazu! Im Sommer laufe und jogge ich sehr gerne. Und ich liebe Yoga, da kann ich sehr gut auf andere Gedanken kommen. Ich liebe Sportarten, bei denen ich mich auf etwas Spezifisches konzentrieren muss, beispielsweise auf eine Choreografie oder auf die Anstrengung an sich. Mal das rechte und dann wieder das linke Bein zu heben ist mir zu wenig. Sport muss für mich eine Art von Herausforderung sein.

GL: Am Semmering aufgewachsen – dann sind Sie doch sicher ein naturverbundener Mensch?
Scheitz: Auf jeden Fall! Ich bin sehr viel in der Natur, liebe die Frischluft und den Sauerstoff. Ich habe ja zwei Hunde (Rauhaardackel, Anm. d. Red.), mit denen ich gerne und viel spazieren gehe. Das macht am meisten Spaß.

GL: Ist es bei Ihnen auch so, dass Ihre Hunde so was wie Ihre Kinder sind?
Scheitz: (lacht) Sie sind auf jeden Fall wichtige Familienmitglieder! Sie sollen es bei mir gut haben, sehr gut sogar, und darauf achte ich auch. Ich komme ihren Bedürfnissen so gut es geht entgegen. Sie dürfen auch sehr viel bei mir! (lacht) Ich gebe zu, ich verwöhne meine Hunde.

GL: Noch mal zurück zum Sport: Können Sie unterschreiben, dass Sport stimmungsaufhellend wirkt?
Scheitz: Ich mache immer wieder die Erfahrung, dass Laufen gegen schlechte Laune wirkt. Wenn mich etwas ärgert, gehe ich gerne joggen oder mache Aerobic. Dabei macht sich ein Gefühl der Zufriedenheit breit, und man denkt auch nicht mehr so stark über diverse Ärgernisse nach.

GL: Apropos: Was ärgert Sie denn am allermeisten an anderen?
Scheitz: Überheblichkeit, Respektlosigkeit und Unzuverlässigkeit.

GL: Man sagt ja gerne, es ärgern einen jene Eigenschaften am anderen am meisten, die man selbst hat …
Scheitz: (lacht laut) Also die genannten Eigenschaften habe ich hoffentlich nicht! Ich bin leider unpünktlich, versuche mich aber zu bessern. Also vielleicht doch unzuverlässig? Ich gehöre aber nicht zu jenen Menschen, die „nach unten treten“ oder „nach oben schleimen“. Das regt mich irrsinnig auf. Genauso wie stark überzogene Diplomatie. Wenn man gar nichts mehr sagen darf, ohne dass man irgendwen beleidigt, kann das sehr mühsam sein.

GL: Sie scheinen ein sehr direkter Mensch zu sein.
Scheitz: Direkt, dabei aber immer höflich.

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