„Spaß an der Hausaufgabe – kann das sein?“

Phillip sitzt tief über sein Hausaufgabenheft gebeugt und schreibt konzentriert seine ersten krakeligen Buchstaben. Neben ihm überwacht seine Mama mit gezücktem Radiergummi das Ergebnis seiner Anstrengung. Zeichen, mit denen sie nicht zufrieden ist, werden kurzerhand von ihr wegradiert. Frustriert und zornig hört Phillip auf zu arbeiten und weigert sich, seine Aufgabe zu beenden. Für manche Eltern ist die Versuchung, ihrem Kind zu helfen, im Heft zu radieren oder sogar selbst die Hausaufgabe zu machen, riesengroß. Sich bei jeder Kleinigkeit einzumischen, kann Kinder entmutigen und sie in ihrer Eigeninitiative behindern. Hilfreicher ist es, wenn Sie als Eltern die Haus-aufgaben als Sache Ihres Kindes sehen und wie ein aufmerksamer Coach für gute Rahmenbedingungen sorgen. Dazu gehört ein fixer Arbeitsplatz, hell und gut beleuchtet, wo das Kind möglichst ungestört seine Aufgaben verrichten kann. Ablenkungen wie Comics, Radio, Fernsehen, Gameboy oder Spielsachen sollten von dort verbannt werden, um das Kind nicht in Versuchung zu bringen. Ein eigener Schreibtisch ist optimal, bei Platzmangel kann genauso ein Tisch zu bestimmten Zeiten zum Arbeitsplatz erklärt werden. Regelmäßige Gewohnheiten erleichtern einen reibungslosen Ablauf. Bleiben Sie als Eltern in der Nähe, wenn das Kind eine Frage hat oder Ihre Unterstützung braucht. Beim Lesen lernen helfen Sie z.B., indem Sie miteinander ein Buch mit kurzen, einfachen Texten lesen. Helfen Sie Ihrem Kind bei der Vorbereitung auf eine Ansage, eine Schularbeit, einen Test oder eine Prüfung. Nach erledigter Hausaufgabe sollten Eltern mit ihren Kindern im ersten Jahr noch gemeinsam die Schulsachen einräumen und gemeinsam mit dem Kind eine Checkliste erstellen, die das Kind dann selbst kontrollieren kann; z.B.:

  • Sind alle Hausaufgaben erledigt?
  • Habe ich für morgen das Richtige mit?
  • Sind alle Stifte gespitzt? Ist die Füllfeder gefüllt?
  • Habe ich alles aus der Schultasche genommen, was ich morgen nicht brauche?

Zu Beginn der Volksschule lernen Kinder am besten spielerisch. Durch aktives Zugreifen eignen sie sich die Welt an. Die Offenheit für ihre Umwelt, ihre Energie und Lebhaftigkeit helfen Kindern, scheinbar absurden Ideen nachzugehen und neue Räume zu erobern. Kinder haben wirklich Lust am Lernen, und Eltern sollten alles tun, um diese Lernmotivation zu erhalten: Hören Sie Ihrem Kind aufmerksam zu, wenn es von etwas Neuem aus dem Sachunterricht erzählt. Helfen Sie ihm, das Wichtige herauszufinden, zusammenzufassen und zu wiederholen. Wie Ihr Kind lernt, ist ebenso wichtig wie der Lernstoff selbst. Um wesentliche Punkte eines Textes zu behalten, ist es hilfreich, einzelne Stellen zu unterstreichen.

In der Schule muss das Kind allerdings auch Dinge lernen, die es im Moment nicht interessieren. Hier ist von Seiten der Eltern sowohl Durchhaltevermögen als auch Phantasie gefragt. Durch manche Inhalte muss sich das Schulkind einfach durchkämpfen. Da freut es sich über Ihre unterstützenden Worte. Und manchmal wird es Ihnen auch gelingen, den Stoff aus der Schule mit konkreten Erfahrungen des Kindes zu verknüpfen. Die kindliche Neugierde für den Alltag hilft einem oft einen Anknüpfungspunkt zu finden. Manche Leute sagen: Kinder kommen als Fragezeichen in die Schule und als Punkt wieder heraus! Sie können Ihr Kind dabei unterstützen, dass es seine Freude am Lernen behält.

Tipps für Eltern

  • Solange es keine Schwierigkeiten beim Lernen gibt, kann das Kind selber die Zeit bestimmen dürfen, wann es seine Hausaufgaben macht.
  • Nach einem Vormittag mit 4 bis 6 Stunden Unterricht sind die Kinder meistens müde und brauchen ein wenig Abstand. Manche Kinder verschaffen sich am Heimweg durch Trödeln eine Pause.
  • Ein leichtes Mittagessen macht weniger müde als eine üppige Mahlzeit, üblicherweise tritt zwischen 12 und 15 Uhr ein Leistungstief auf.
  • Zwei Tageszeiten sollten wirklich frei von Aufgaben sein, nämlich der Abend und der frühe Morgen vor Schulbeginn. Abends sind die Kinder einfach zu müde und können sich nur sehr schwer auf ihre Aufgaben konzentrieren, und hektisches Arbeiten in der Früh belastet die Kinder bis in den Vormittag.
  • Machen Sie mit Ihrem Kind gemeinsam einen Wochenplan, wo Schulzeiten, Zeit für die Hausübungen, Freizeit, Freunde, Hobbys, Fernsehen usw. eingeteilt werden.
  • Achten Sie darauf, dass es täglich unverplante Zeit für spontane Ideen oder einfaches „Nichtstun“ gibt.
  • Ob ein Kind mit der Aufgabe anfängt, die besonders leicht fällt und die am meisten Spaß macht, oder mit dem, was am schwierigsten ist, kann es selber entscheiden.
  • Das Hausaufgabenritual sollte immer nach dem gleichen Schema ablaufen, dann fällt das Anfangen leichter.
  • Spätestens nach 40–45 Minuten sollte das Kind eine kurze Pause machen, sich bewegen und frische Luft schnappen.
  • Die ersten 20 Minuten nach der Hausübung solllte das Kind nicht fernsehen oder Computer spielen. In dieser Zeit festigt das Gehirn das Gelernte.

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