Sonnengenuss ohne Reue

Sie wärmt, macht wach, hebt die Laune und tüncht die Haut in diesen unwiderstehlichen Bronzeton. Kann all das wirklich Sünde sein? Sommerlaune ist doch kein Zufall. Es ist längst erwiesen, dass die warmen Strahlen der Sonne dem Menschen guttun. Die gelbe  Himmelsmacht beeinflusst den kompletten Hormonhaushalt; drosselt die Produktion des Schlaf- und Müdigkeitshormons Melatonin und schraubt dafür die Aktivität des Glückshormons Serotonin hoch. Mehr noch: Sonnenlicht stärkt das Immunsystem, verbessert die Wundheilung und regt den Körper zur Bildung des für die Knochen so wichtigen Vitamins D an. Licht ist Leben; und die Sonne der Motor dafür. Das ist die Wahrheit – aber leider nicht die ganze. Deshalb erinnern wir Sie hier auch an die dunklen Seiten der Sonne ­– bevor Ihre Haut es tut.

Kein Sonnenbrand = kein Risiko für die Haut? Glatte Lüge! Denn bei jedem Sonnenbad lösen UVA-Strahlen einen Anstieg der freien Radikale in der Haut aus. Diese aggressiven O2-Teilchen zerstören die collagenen und elastinen Fasern der Haut, die für deren Festigkeit, Spannkraft und damit auch Faltenfreiheit ein unabdingbarer Bestandteil sind. Die Wahrheit ist: Der überwiegende Teil aller sichtbaren Zeichen von Hautalterung werden durch Sonneneinstrahlung verursacht, welche nicht mal als Rötungen zu erkennen sein müssen, sondern tief im Inneren der Zelle stattfinden. Freie Radikale mutieren still und heimlich die DNS und können schlimmstenfalls sogar zu Hautkrebs führen. Auch ohne die typischen Anzeichen eines Sonnenbrands (gerötete, glühende, schmerzende Haut) ist jedes Sonnenbad Stress für die Haut, von dem sie sich mindestens zwölf Stunden lang erholen muss.

Mit LSF 50 bekommt man keinen Sonnenbrand? Das stimmt nur bedingt. Die Wahrheit ist: Eine Sonnencreme kann die Haut niemals vollständig gegen eine Schädigung durch UV-Strahlen schützen. Auch entsteht die Wirkung der Sonnencreme nicht aus sich selbst heraus, sondern ist abhängig von der Beschaffenheit und Empfindlichkeit der Haut; dem sogenannten Hauttyp. Er sagt aus, wie lange sich die Haut ohne zusätzlichen Schutz selbst gegen die Wirkung der UV-Strahlen schützen kann. Diesen Zeitraum kann man durch die Verwendung von Sonnencremes verlängern. Der LSF bezeichnet dabei die Minutenzahl, um die sich der Hautschutz verlängert. Konkret: Der Eigenschutz von „Hauttyp I“ beträgt maximal zehn Minuten. Mit LSF 10 kann die Schutzzeit auf 100 Minuten (10 x 10 min) verlängert werden. Diese Schutzzeit ist lang, aber deshalb lange nicht absolut. Durch Schwitzen, Reiben der Kleidung oder ungleichmäßiges Auftragen der Creme entstehen Sicherheitslücken, die den Schutz der Haut stellenweise aushebeln.

Durch Nachcremen kann man länger in der Sonne bleiben? Ein Ammenmärchen. Wer erneut Sonnencreme auf die Haut aufträgt, verlängert dadurch nicht den Schutzzeitraum. Dennoch macht regelmäßiges Nachcremen großen Sinn, da auf diese Weise Sicherheitslücken geschlossen werden können. Beim Schwitzen, Schwimmen oder Abtrocknen wischt man den cremigen UV-Filter oft versehentlich ab und öffnet damit UV-Schäden Tür und Tor – oft ohne es überhaupt zu merken. Erst wenn die Haut am Hemdkragen oder Hosensaum brennt und gerötet ist, wird bemerkt, dass hier der Schutz wohl abgerubbelt wurde. Beugen Sie solchen UV-Pannen vor, indem Sie den Schutzfilm akribisch erneuern.

Pigmentflecken entstehen durch Parfüm, das man in der Sonne trägt?  Nicht ausschließlich. Sogenannte Hyperpigmentierungen sind Ansammlungen von Farbpigmenten, die vom Körper nicht wieder abgebaut werden können. Ausgelöst werden sie als Reaktion auf potenziell schädliche Umwelteinwirkungen. UV-Strahlung ist einer der stärksten Auslöser dieser Erscheinung. Aber auch durch hormonell bedingte Veränderungen, etwa durch die Einnahme der Pille, oder bestimmte Medikamente können Flecken entstehen. Tatsächlich – wenn auch nur zu einem minimalen Prozentsatz – können auch Duftstoffe in Parfüms zu den dunklen Verfärbungen führen. Wer auf Nummer sicher gehen will, beugt durch umfänglichen UV-Schutz vor und trägt Parfüms nicht auf der Haut, sondern im Haar auf. Das macht ohnehin Sinn, da die Haare Duftstoffe besonders gut annehmen und lange speichern.

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