Sommer, Sonne – Kinderlachen

Für Kinder ist der Urlaub zumeist ein richtiges Abenteuer, aber auch für die Eltern kann es dabei abenteuerlich werden. „Während sich Erwachsene relativ schnell an die neue Umgebung, exotischere Speisen oder veränderte Witterungsbedingungen gewöhnen, ist das für ein Kind nicht immer so einfach, da es empfindlicher auf solche Veränderungen reagiert“, erklärt der Wiener Kinderarzt Prim. Dr. Peter Voitl. Der Experte gibt Tipps für eine sinnvolle Zusammenstellung der Reiseapotheke und was man bei den Reisevorbereitungen mit Kindern zusätzlich beachten sollte.

Für Eventualitäten gerüstet. Eine der häufigsten Herausforderungen in den Ferien mit dem Nachwuchs ist die höhere Anfälligkeit für Krankheiten und Infektionen: „Insbesondere Kleinkinder erfahren ihre Welt mit den Händen oder dem Mund, ihr Immunsystem entwickelt sich noch. Ältere Kinder wiederum achten nicht immer auf wichtige Hygieneregeln, wie Händewaschen vor dem Essen oder gründliches Abwaschen beziehungsweise Schälen von Obst vor dem Genuss.“ Dazu kommt, dass Kinder (unbekannte) Risiken schwer einschätzen können und daher die Verletzungsgefahr  im Urlaub steigt. „Kinder neigen zudem zu Reiseübelkeit“, ergänzt der Kinderarzt. „Ungewohntes Essen kann sich schnell auf den Magen schlagen beziehungsweise Durchfall verursachen.“ Auch in Europa ist man nicht vor gewissen Tücken vor Ort gefeit: Verständigungsprobleme, schlechte Medikamentenverfügbarkeit, abweichende Hygienestandards und insbesondere andere Bezeichnungen für Medikamente können ganz schön mühsam werden, wenn gesundheitliche Probleme eintreten. Planungstipp des Mediziners, der später viel Stress ersparen kann: „Versuchen Sie, vorab abzuklären, wo sich am Urlaubsort die nächsten Ärzte und Apotheken befinden und wann diese erreichbar sind.“  

Alles griffbereit verstaut? Im Ernstfall erleichtern die gesundheitsrelevanten Dokumente wie Impfpass, Krankenversicherungskarte, Liste für Dauermedikamente und Al-lergiepass die Kommunikation – sie gehören daher in jede Reiseapotheke. Die sollte mit Reisenantritt unbedingt jederzeit griffbereit sein: „Wird dem Kind zum Beispiel unterwegs übel, können Sie so schnell reagieren.“ Bei Flugreisen gelten spezielle Sicherheitsrichtlinien, insbesondere für Flüssigkeiten. Noch dazu kann der eingecheckte Koffer verloren gehen. Voitl: „Daher gehören die wichtigsten Medikamente ins Handgepäck.“ Flüssige Medikamente können durch eine schriftliche Bestätigung vom Kinderarzt als erforderlich gekennzeichnet werden. Wichtig ist dabei, dass die Arzneimittel namentlich aufgeführt sind. Die richtige Lagerung bei Raumtemperatur (15–25°C) und Schutz vor starker Sonneneinstrahlung sowie Feuchtigkeit sollten gewährleistet sein. Was man in der entspannten Urlaubsstimmung gerne vergisst: Auch bei Ausflügen im Urlaub kann die Reiseapotheke durchaus nützlich sein. Und folgende Medikamente sollten Sie keinesfalls vergessen:
Reiseübelkeit und Durchfall. Turbulenzen während des Flugs, lange Autofahrten und schaukelnde Überfahrten mit der Fähre: Reiseübelkeit kann jeden treffen, aber Kinder leiden besonders oft daran. Kommt es in der Folge zu Erbrechen, kann es gerade in heißen Urlaubsregionen rasch zu einem Wasser- und Nährstoffverlust kommen. Medikamente mit dem Wirkstoff Dimenhydrinat helfen gegen Übelkeit und Erbrechen, sie sind schon bei kleinen Kindern (ab ca. 6 kg Körpergewicht) einsetzbar. Voitl: „Für Durchfall ist es außerdem ratsam, ein Elektrolytpräparat einzupacken.“

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