So riecht der Sommer

Wie gut ist unser Geruchssinn?
Univ.-Prof. Dr. Peter Ahnelt
Physiologe an der Medizinischen Universität Wien

Wie die Bienen können auch wir Düfte über spezielle Sinneszellen aufnehmen. Die zirka 20 Millionen Zellen in der Nasenhöhle basieren auf 350 Duft-Genen und werden jeden Monat erneuert. Auf ihren feinen Härchen, die in Schleim eingebettet sein müssen, sitzen Rezeptoren, die nur mit bestimmten Duftstoffen in Kontakt treten. Durch vergleichende Auswertung im Gehirn werden so Tausende Düfte unterscheidbar. Das mag viel klingen, aber die Maus hat ein Dreifaches an Duftgenen! Wir und unsere Affen-Verwandten sind eben mehr „Seher“ als „Riecher“.

Riechen hat dennoch weitere wichtige Aufgaben: Geruch ist fast immer an emotionale Komponenten gebunden, etwa für Warnungen (z.B. faulig, brenzlig …) oder das Finden und die Beurteilung von Nahrung und schließlich für das „Finden“ von Mitmenschen, etwa bei der Partnersuche. Hier spielt natürlich auch das Hormonsystem eine große Rolle.

Wie lösen Düfte Glücksgefühle aus?
Mag. Tina Krupalija
Diplompsychologin in Vorarlberg

Düfte wirken auf unsere Gefühlszentrale und lösen daher immer Gefühle aus. Denn der Riechsinn hat eine Sonderstellung innerhalb unserer Sinne. Sie können sich einem Geruch nicht verschließen. Sie können sich die Ohren zuhalten oder die Augen schließen, aber einen Duft nehmen Sie immer wahr! Entsprechend reagieren wir auch sofort darauf, sowohl auf angenehme als auch auf unangenehme Düfte. Angenehme tragen entscheidend zu unserem seelischen Wohlbefinden bei.

Übrigens: Wussten Sie, dass etwa Reisebüros schon im Winter den zarten Duft einer Sonnencreme dazu benutzen, um bei Ihnen das Verlangen nach einem Sommerurlaub zu wecken? Umgekehrt können Sie, nach Ihrem Urlaub oder im Winter, einfach mal an Ihrer Sonnencreme riechen oder typische Mittelmeergewürze in die Wohnung stellen, Sie werden sehen, wie schnell Sie von Sommer, Sonne, Strand und Meer träumen!

Gibt es besondere Sommerdüfte?
Christine Steiner
ärztlich geprüfte Aromapraktikerin aus Wien

Wenn es schwül und heiß ist, kühlt ätherisches Pfefferminzöl sehr rasch, da es direkt an die Kälterezeptoren andockt. Ein Tipp: Ein paar Tropfen auf einem Taschentuch sorgen für Linderung unterwegs, etwa in einem überfüllten und heißen öffentlichen Verkehrsmittel.

Der Duft von Lavendel wiederum schreckt Insekten, insbesondere Gelsen und Ameisen, ab. Auch nach einem Mückenstich lindert Lavendelöl Juckreiz, Schwellung und Rötung. Es wirkt ausgleichend bei Nervosität und lässt ruhig schlafen.

Weiters ist Rosmarin ein ideales ätherisches Öl für den Sommer: Ein paar Tropfen auf das Handgelenk wirken am Morgen aktivierend. Wenn Sie nach einem langen Arbeitstag nach Hause kommen und noch Programm haben, lassen Sie eiskaltes Wasser ins Waschbecken ein, geben Rosmarinöl dazu und tauchen die Arme ein – garantiert die sofortige Rückkehr der Lebensgeister!

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