So können Sie einer Demenz vorbeugen

Derzeit gibt es 130.000 Betroffene, im Jahr 2050 könnte jeder Zwölfte über 60 eine Demenz entwickeln. Auch das Verhältnis zwischen Erwerbstätigen und Personen mit Demenz wird sich rapide verschieben: Bereits heute kommen auf eine Person mit Demenz nur mehr 42 Personen im erwerbsfähigen Alter, in vier Jahren werden es 32 sein und im Jahr 2050 nur mehr 15. Diese Zahlen sind Schätzungen, die im „Ersten österreichischen Demenzbericht“ veröffentlicht wurden, epidemiologische Daten gibt es bei uns noch nicht. Derzeit werden nur etwa 30 Prozent der Betroffenen diagnostiziert und erhalten somit adäquate medizinische und psychosoziale Behandlung. „Das ist ein Missstand“, sagt Univ.-Prof. Dr. Stefanie Auer, Leiterin des Masterlehrgangs für Demenzstudien an der Donau-Universität Krems und wissenschaftliche Leiterin der österreichischen „MAS Alzheimerhilfe“ (www.mas.or.at). „Durch die verbesserten medizinischen Methoden werden Menschen älter als je zuvor in der Menschheitsgeschichte. Degenerative Erkrankungen nehmen mit steigenden Alter insgesamt zu – somit steigen auch neurodegenerative Erkrankungen wie Demenzen an.“

Vorbeugen mit gesunder Lebensführung. Demenz ist jedoch keine normale Alterserscheinung, wie die Faltenbildung oder graues Haar, sondern eine Erkrankung, deren Ursachen derzeit noch unbekannt sind und für die es keine Heilung gibt. „Die Wahrscheinlichkeit, an einer Demenz zu erkranken, nimmt zwar mit steigendem Alter zu, aber dennoch haben die meisten älteren Menschen keine Demenz. So etwa sind es in der Altersgruppe der 65- bis 69-Jährigen rund sieben von tausend Frauen beziehungsweise sechs von tausend Männern. Bei den 85- bis 89-Jährigen sind es schon rund 140 von tausend Frauen und 90 von tausend Männern. Sehr selten – acht bis 22 Neuerkrankungen pro 100.000 Menschen unter 65 Jahren –, aber doch erkranken Menschen kurz vor dem Pensionsalter. Alzheimer – die häufigste Form der Demenzerkrankungen – oder auch andere Formen der Demenz können jeden Menschen treffen, ganz egal aus welcher Schicht, aus welcher Kultur, mit welchem Bildungsgrad oder welchem Lebensstil. Der Hauptrisikofaktor für das Ausbilden einer Erkrankung ist das Alter – dazu kommen bis heute unvollständig verstandene genetische Faktoren. Expertin Auer: „Das Alter können wir nicht beeinflussen, genetische Dispositionen nur in begrenztem Ausmaß durch unseren Lebensstil. Als Schutzfaktoren, den Lebensstil betreffend, gelten im Großen und Ganzen dieselben Maßnahmen, die zur Erhaltung eines gesunden Herz-Kreislauf-Systems genannt werden: ausreichende Bewegung, Normalgewicht halten, bewusste Ernährung, ausreichend trinken, Kontrolle von Blutdruck, Blutfett und Blutzucker (Diabetes ist ein Risikofaktor für Alzheimer Demenz), aber auch geistige und soziale Aktivitäten sind als Vorbeugung gegen die Demenz wichtig.“ Wie stark sich Risikofaktoren tatsächlich bei der Entwicklung einer Alzheimer-Demenz oder einer vaskulären Demenz auswirken, ist unbekannt. Auer: „Die Forschung hierzu steckt noch in den Kinderschuhen. Erste Ergebnisse aus präventiven Interventionsstudien sind jedoch vielversprechend.“

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