So ein Wetter !

Auch wenn zahlreiche Studien zum Thema „Wetterfühligkeit“ gemacht werden und sich weltweit Tausende Wissenschaftler mit der Thematik beschäftigen, werden die meisten erst gar nicht veröffentlicht. „Die meisten Studien landen direkt in einer Schublade, weil die Ergebnisse es nicht wert sind, publiziert zu werden“, sagt der Wiener Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Marktl, der selbst jahrzehntelang auf diesem Gebiet Forschungen betrieb. Was ist dabei herausgekommen? „Interessante Einzelergebnisse, aber es ist uns nicht gelungen, einen wissenschaftlich fundierten Zusammenhang zwischen der Wetterlage und diversen Krankheitsbildern zu finden.“ Als gesichert gilt nur so viel: Übermäßige UV-Strahlung schädigt die Hautzellen, Pollen können allergische Reaktionen hervorrufen, Ozon kann Erkrankungen der Atemwege auslösen. Plus: Die Wissenschaft kann überdies beweisen, dass Hitze, Kälte, Feuchtigkeit und Wind sich auf den Wärmehaushalt des Menschen auswirken. Die mögliche Folge von extremem Hitze- oder Kältestress können Unterkühlungen, Rheumaanfälle oder in sehr seltenen Fällen Herzinfarkte sein.

Es gibt nichts, was es nicht gibt. Ganzheitlich betrachtet hängt auf unserem Planeten aber dann doch alles irgendwie mit allem zusammen. Ob dies nun wissenschaftlich fundiert beweisbar ist oder nicht. Und darum sind auch jene Menschen – in Österreich soll gar jeder Dritte unter Wetterfühligkeit leiden –, die gesundheitliche Probleme mit Wetterumschwüngen in Verbindung bringen, nicht a priori Hypochonder. Dazu Christian Schmid, Physiotherapeut in Braunau am Inn: „In der Praxis fällt mir auf, dass einige meiner Patienten einen Einfluss der Witterung auf ihre Beschwerden angeben, sobald ich sie frage, was es schlimmer macht. Ab einem Alter von 50 Jahren scheint es eine erhöhte Neigung dazu zu geben. Und: Bei Kopfschmerz-Patienten nehme ich vermehrt Reaktionen wahr, auch bei jüngeren Patienten.“

Es wird halt das Wetter sein. Dr. Hans Edelmann, Arzt für Allgemeinmedizin im oberösterreichischen Franking: „Meine Patienten kommen mit Kopfschmerzen, Schwindel, Narbenschmerzen, allgemeinem Unwohlsein zu mir. Bei der Untersuchung stellt sich dann heraus, dass dem Patienten nichts Gravierendes fehlt. Wie so oft in der Medizin geht es in diesen Fällen auch darum, mögliche Krankheiten auszuschließen. Wenn man keine Ursache findet, dann ist der Patient beruhigt und der Arzt weiß, dass nichts im Busch ist. Dann wird’s“, so Edelmann lachend, „halt das Wetter sein.“ Nichts Gefährliches und auch nicht beweisbar. Wobei der Mediziner nicht ausschließen will, dass an der Wetterfühligkeit was dran ist. Während seiner Studienzeit, die er in Innsbruck verbracht hat, sei ihm schon aufgefallen, dass „die Leute leicht gereizt waren und die Konzentration nachgelassen hat“. Etwa bei Föhnwetter.

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