SEX – wie im Traum

Im Bett mit Tom Cruise, ein heißes Strandabenteuer mit Angelina Jolie, Sex mit einem Unbekannten, aufregende Fesselungsspielchen … Das alles und noch viel mehr kann Inhalt unserer geheimen erotischen Fantasien sein. Und wenn man es auch nicht gerne zugibt, wir alle haben solche Träume, und das ist sogar wissenschaftlich belegt.

Ohne Grenzen der Moral. Eine der bisher größten Studien zu einem Thema, das wohl alle interessiert, über das man aber nicht spricht, belegt, dass 90 Prozent aller Frauen und 96 Prozent aller Männer sexuelle Fantasien haben. „Über Sex fantasieren wir alle, und grundsätzlich gibt es dabei nichts, was man oder frau sich nicht erlauben würde. Erotische Vorstellungen kennen keine Grenzen der Moral!“, bestätigt auch der Wiener Sexualpädagoge Dr. Dieter Schmutzer. Als gesichert gilt, dass konkrete sexuelle Fantasien und die dazugehörigen Bilder spätestens ab der Pubertät und der damit verbundenen vermehrten Ausschüttung von Sexualhormonen bei uns allen auftauchen. Sexuelle Lust und Erotik entstehen im Kopf, denn das Gehirn ist – und darauf kann man gar nicht oft genug hinweisen – das wichtigste Sexualorgan. Dort entscheidet sich, was uns erregt, und alles, was wahrgenommen wird, kann antörnen. Bei hocherotischen Vorstellungen bildet der Körper den körpereigenen Stoff Phenylethylamin, durch den ein Verlangen nach Sex entsteht.

Träume kosten nichts. Heute gilt übrigens –  nicht nur unter Sexualwissenschaftlern ­– als erwiesen, dass die Gleichung „Fantasie = Bereicherung“ meist stimmt und dass man sich durch sexuelle Fantasien erlaubte zusätzliche Reize für ein erfülltes Sexualleben holen kann. Die erotischen (Tag)Träume von Männern und Frauen sind schließlich auch Vorstellungen, die erstens nichts kosten, zweitens niemandem wehtun und drittens eben das Sexleben bereichern. „Begreift man Lust mit allen Sinnen, so werden einen die Bilder im Kopf mitunter auch – zum Beispiel in einer im Moment ausgelebten Lust – noch weiterbringen“, so Schmutzer, der auch betont, dass sexuelle Fantasien, die man etwa während des Sex mit dem Partner hat, nichts mit „Betrug im Kopf“ zu tun haben.

Romantik oder Hardcore-Porno? Was die Inhalte dieser Vorstellungen betrifft, so hat sich übrigens in den letzten Jahren einiges geändert. Dieter Schmutzer: „Früher waren solche Fantasien oft auf eher vage Vorstellungen und auf sehnsüchtige Bilder beschränkt, die sich aus dem nährten, was man halt so gehört oder von guten Freunden erzählt bekommen hat. Heute stellen wir fest, dass sexuelle Fantasien bei den Jüngsten und Jungen schon ein gutes Stück mehr von den konkreten Bildern, die man heute überall serviert bekommt, bestimmt sind.“ Diese Tendenz betrifft im Endeffekt uns alle. Die Bilder, die Fernsehen und Internet dazu liefern, werden immer expliziter. Und sind längst allen zugänglich. „Hardcore-Pornos, die sich heute auch schon Zehnjährige aus dem Internet herunterladen, drängen unsere ursprünglichen sexuellen Fantasien oft in eine Richtung, die nicht immer mit den eigenen Wünschen und Bedürfnissen einhergeht“, sagt der Sexualpädagoge, der dazu rät, für sich selbst unterscheiden zu lernen, was die von Internet und Medienkonsum oktroyierten Bilder im Kopf sind. Und welche Fantasien tatsächlich aus einem selbst kommen.

Liebe am Strand oder im Aufzug? Keine Angst, es wird deshalb nicht langweilig, denn „es gibt nichts, was der Mensch sich nicht als sexuelle Fantasie vorstellen kann“, so Schmutzer. Und so träumen Frauen von Liebe am Strand mit Leonardo di Caprio, von einer heißen Nummer mit einem gesichtslosen Fremden im Aufzug oder von einem romantischen Schäferstündchen im Wald mit dem attraktiven neuen Arbeitskollegen. Und die Männer? Nun, bei denen geht es oft schnell und hart zur Sache, vielleicht mit zwei oder drei Frauen zugleich, in verschiedensten Stellungen, an allen möglichen und unmöglichen Orten. Studien zeigen: Männer und Frauen „fantasieren“ eben ganz anders.

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