Sei doch nicht sauer!

80 Prozent Basen, 20 Prozent Säuren – so sieht der Säure-Basen-Haushalt eines gesunden Menschen aus. Chemisch betrachtet handelt es sich um eine Balance aus positiv geladenen Wasserstoff-Ionen und negativ geladenen Hydroxid-Ionen, die für die Funktion aller Stoffwechselwege ausschlaggebend ist und Körper wie Geist in Schuss hält. Beide nehmen wir über unsere Ernährung durch säure- und basenbildende Lebensmittel auf. „Gerät dieses Verhältnis kurzfristig aus dem Gleichgewicht, besitzt unser Organismus ein System an Mechanismen, um die Balance ganz automatisch wiederherzustellen“, nimmt Ernährungsexpertin Mag. Ruth Fiedler die gute Nachricht gleich vorweg. „So greift unsere Lunge über den Gasaustausch regulierend ein, die Nieren gleichen mit Ausscheidungsmechanismen aus und im Blut steht ein Bikarbonat-Puffer zur Verfügung, um den pH-Wert konstant zu halten.“ Dieser Wert ist ein Maß dafür, wie sauer oder basisch eine Lösung ist. Der pH-Wert des Blutes liegt auf der Skala von 0 bis 14 zwischen 7,35 und 7,45.

Säuren im Vormarsch
Gerade unser moderner westlicher Lebensstil macht es dem Körper schwer, Säuren und Basen in Zaum zu halten. „Bei der heutigen Säureflut entstehen so viele Säuren, dass unsere Ausscheidungsorgane mit der Entsorgung überfordert sind“, so Fiedler. Ein Zuviel an säurebildenden Lebensmitteln wie Fleisch- und Wurstwaren, Milch- und Weißmehlprodukten, Süßwaren, Kaffee und Alkohol und ein Zuwenig an basenliefernden Lebensmitteln wie Gemüse und Obst führt langfristig zu einer dauerhaften Übersäuerung des Körpers. Zusätzlich kann Bewegungsmangel das natürliche Gleichgewicht aus Säuren und Basen aus der Balance bringen. Denn: Der Körper scheidet überschüssige Säuren auch über die Haut und über die Atmung an der frischen Luft aus. Dritter Übeltäter im Bunde: Stress. „Stehen wir dauerhaft unter Stress, verändert sich unser Hormonhaushalt“, erklärt Fiedler. Es kommt zur verstärkten Ausschüttung von Cortisol, Adrenalin und Noradrenalin – all diese Hormone haben Einfluss auf die Atmung, die Durchblutung und unser Verdauungssystem. Gestresste Menschen atmen zudem häufig hastiger und flacher, dadurch gelangt nicht genug Sauerstoff ins Blut, der jedoch für den Abtransport von sauren Abfallprodukten notwendig ist. Schließlich erhöht der Körper bei zu geringer Sauerstoffzufuhr auch die Milchsäureproduktion und steuert dadurch zur Übersäuerung bei. „Übersäuerung ist ein schleichender Prozess, der oft erst spät wahrgenommen wird“, weiß die Expertin. „Erste Anzeichen können Erschöpfungszustände, Antriebslosigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, Kopfschmerzen oder Schlafstörungen sein“, so Fiedler. „Häufig macht sich eine Übersäuerung auch durch Gelenks- und Muskelschmerzen, Durchblutungsstörungen, Gewichtsprobleme oder unelastische Haut bemerkbar.“

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