Schwitzen Sie sich gesund!

 

Mit dem Herbst beginnt wieder die alljährliche Sauna-Saison. Umfragen bestätigen, dass Saunieren zu den liebsten Beschäftigungen der Österreicher während der Herbst- und Winterzeit gehört. Das ist nicht überraschend, denn wer schon einmal einen Saunagang genossen hat, der weiß: Es gibt nichts Schöneres, als drinnen zu schwitzen, wenn es draußen eiskalt ist. Saunieren entspannt nicht nur den Körper, sondern auch den Geist. Um das heiß-kalte Vergnügen nicht zu mindern, gibt es einige Regeln, die man beachten sollte. „Gerade Anfänger tappen immer wieder in die eine oder andere Sauna-Falle“, warnt Patrick Lenhart, Sauna-Experte und Organisator der weltweit einzigartigen Sauna-WM (www.sauna-wm.com). Wir haben für Sie die wichtigsten Fragen rund ums „richtige Schwitzen“ beantwortet.

Warum ist Saunieren so gesund? Schon die Römer wussten um die entspannenden und gesundheitsfördernden Eigenschaften des Schwitzens. „Saunieren stärkt das Immunsystem und hilft somit z. B. Grippeerkrankungen vorzubeugen“, erklärt Lenhart. Durch die Erhöhung der Körpertemperatur, die einem künstlich herbeigeführten Fieber entspricht, wird der Körper von Schlackstoffen gereinigt, und durch die Erweiterung der Blutgefäße wird das Herz-Kreislauf-System angeregt. Auch die Schleimhäute werden besser durchblutet. Nicht zu vergessen: „Ein Saunagang fördert das subjektive Wohlbefinden“, sagt Lenhart. Der Experte betont aber auch, dass es kontraproduktiv ist, während einer Grippe die Sauna zu besuchen, da dadurch die Symptome nur verstärkt werden. Auch Menschen mit Herz-Kreislauf-Problemen, Schlaganfallpatienten, schwangere Frauen über dem 5. Monat sowie Asthmatiker sollten die Sauna meiden. Menschen, die gefäßerweiternde Medikamente einnehmen, sollten vor einem Saunabesuch ihren Arzt um Rat fragen.

Welche ist die ideale Sauna-Temperatur? „Für Anfänger gilt: Informieren Sie sich vor dem ersten Saunagang, welche verschiedene Arten von Saunen es gibt“, rät Lenhart. Hier ist das Spektrum nämlich groß und reicht von der Biosauna (50 bis 60 Grad Celsius) bis zur klassischen Finnischen Sauna (zwischen 80 und 100 Grad Celsius). Auch unterscheidet man zwischen Saunen mit und ohne Aufguss („Trockensauna“). Was gefällt und guttut, hängt vom individuellen Geschmack und Wohlbefinden ab, Anfänger sollten aber mit der Biosauna beginnen. Achten Sie darauf, dass die Sauna vor und nach jedem Gang gut belüftet wird.

Wie bereitet man sich richtig auf die Sauna vor? Vor jedem Saunagang ist es wichtig, lauwarm zu duschen und sich danach gründlich abzutrocknen, da ein nasser Körper den folgenden Schwitzvorgang verzögert. Ein wesentlicher Punkt bei der Vorbereitung ist die Ernährung, betont der Experte: „Nehmen Sie nur leichte Mahlzeiten zu sich, um den Kreislauf nicht zusätzlich zu belasten.“ Wichtig: Trinken Sie vor und nach dem Saunagang große Mengen an Flüssigkeit, Alkohol ist aber tabu! Zu empfehlen ist ein Saunagang nach ausgiebiger sportlicher Belastung, da Saunieren die Muskeln entspannt und somit Muskelkater vorgebeugt wird.

Wie lange sollte ich in der Sauna verweilen? „Übertreiben Sie es nicht!“, warnt Lenhart. Fünf bis zehn Minuten pro Saunagang genügen, rät der Experte. Profis können sich mit jedem Gang allerdings steigern, mehr als 15 Minuten sollte aber niemals sauniert werden. Lenhart: „Hören Sie auf Ihren Körper. Wird Ihnen schwindelig, übel oder verspüren Sie ein Kribbeln in den Fingern, sollten Sie das Saunieren abbrechen!“

Wie verhalte ich mich in der Sauna richtig? Zum guten Ton gehört, ein ausreichend großes Sitz- bzw. Liegetuch mitzunehmen; kein Körperteil (auch nicht die Füße) sollten das Holz berühren. Sauniert wird immer nackt, da Bademode verhindert, dass der Körperschweiß verdunstet und somit die Bakterienbildung gefördert wird. Zum Sitznachbarn sollte genügend Platz sein. Prinzipiell gilt: Die Temperatur steigt mit der Sitzhöhe, während des Saunagangs kann aber gewechselt werden. Ob man in der Sauna besser liegen oder sitzen soll, darüber sind sich die Experten uneinig. Richtig ist jedoch beides, wenn man sich an die Reihenfolge hält: Zunächst sollte man in liegender Position beginnen, damit der Körper sich in einer Temperaturzone befindet und die Muskeln besser entspannen können. Gegen Ende sollte man sich langsam aufsetzen, um den Kreislauf zu stärken. Bleiben Sie bis zu drei Minuten sitzen und stehen Sie erst danach auf. Lenhart rät Anfängern jedoch, von Beginn an in sitzender Position zu bleiben: „So spüren Sie leichter, ob der Kreislauf überbeansprucht wird.“

Ist ein Aufguss Pflicht? Nein, allerdings betont Lenhart: „Für viele Gäste ist der Aufguss der Höhepunkt des Saunagangs.“ Den aktuellen Trend, nur für den Aufguss die Sauna zu besuchen, lehnt der Experte allerdings ab: „Dem Aufguss sollte immer eine mehrminütige Vor-Schwitz-Phase vorangehen und auch danach sollte man nicht sofort die Sauna verlassen. Nur so kann sich der Körper entspannen.“ Aufgegossen wird mit frischem Wasser oder Eis. Sehr beliebt sind diverse Aufguss-Essenzen wie zum Beispiel Kräuteröle. „Hier ist es wichtig, diese Essenzen in das Wasser zu geben und nicht direkt auf den Ofen, da sich der Duft ansonsten nicht gut verteilen kann.“

Soll ich mich nach der Sauna abkühlen? „Ein Kreislaufkollaps passiert meist dann, wenn man direkt nach der Sauna ins eiskalte Becken springt“, warnt Lenhart. Besser: Begeben Sie sich an die frische Luft und gehen Sie ein paar Schritte auf und ab. Duschen Sie sich danach kühl ab. Da jeder Saunagang den Körper fordert, ist es wichtig, danach Ruhepausen einzulegen. Entspannen Sie rund dreißig Minuten, bevor Sie erneut die Sauna besuchen. Mehr als drei Saunagänge sind nicht zu empfehlen. Experten empfehlen, einmal pro Woche zu saunieren.

Kann ich Saunieren mit Beauty-Programmen kombinieren? Da das Schwitzen die Hautporen öffnet, können Feuchtigkeitscremes und Peelings danach besser wirken. Empfehlenswert ist ein Honig-Salz-Peeling: Die Zusammensetzung wirkt hautglättend und feuchtigkeitsspendend.

 

 

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