Schützen Sie Ihre Haut!

Die Diagnose klingt zunächst beunruhigend und weckt vielleicht unmittelbar Assoziationen mit Melanomen, Metastasen und beschwerlichen Chemotherapien: Hautkrebs sorgt in vielen Fällen für großes Leid bei Betroffenen und Angehörigen. Doch: Hautkrebs ist nicht gleich Hautkrebs. Vielmehr muss zwischen zahlreichen gut- und bösartigen Hauttumoren mit verschiedenen Auswirkungen differenziert werden. Mediziner unterscheiden grundsätzlich zwischen dem weißen Hautkrebs, der die Unterformen Basalzellkarzinome („Basaliome“), Plattenepithelkarzinome und seine Vorstufe – die aktinische Keratose – subsumiert, und dem schwarzen Hautkrebs, der besser unter dem Begriff „Melanom“, bekannt ist.

Wer ist betroffen? Pro Jahr entwickelt sich laut Angaben der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Onkologie bei etwa 110 von 100.000 Männern und 78 von 100.000 Frauen weißer Hautkrebs, bei ca. 25 von 100.000 Menschen ein Melanom. „Sämtliche Hautkrebsarten entstehen durch eine Schädigung des Erbguts, die folglich zu einem unkontrollierten Wachstum von Zellen – in jeweils unterschiedlichen Hautschichten – führt“, erklärt Dr. Lea Jungbauer, Dermato-Onkologin in der Wiener Rudolfstiftung. „Während der weiße Hautkrebs in Form von Basaliomen und Plattenepithelkarzinomen weitaus häufiger anzutreffen ist, äußerst selten zur Bildung von Metastasen neigt und – bei Früherkennung – sehr gut behandelbar ist, nimmt das Melanom – unbehandelt – einen aggressiveren Verlauf und führt rasch zur Tumorverbreitung.“ Gefährdet sind Menschen aller Altersklassen, die über viele Jahre den ultravioletten Strahlen der Sonne ungeschützt ausgesetzt waren, mehrmals unter Sonnenbränden gelitten oder auch häufig Solarien aufgesucht und dadurch die Reparatur- und Schutzmechanismen der Haut überfordert haben.„Hautkrebs entsteht daher vorwiegend an sonnenexponierten Stellen wie Kopfhaut, Gesicht, Nacken oder Schultern. 80 Prozent aller Basaliome beispielsweise tauchen im Kopf-Hals-Bereich auf“, so Jungbauer. Zu weiteren Risikofaktoren zählen ein heller Hauttyp, eine genetische Prädisposition und ein geschwächtes Immunsystem, seltener Bestrahlungsbehandlungen oder Erbkrankheiten. Schwarzer Hautkrebs wird zudem bei Personen mit vielen Muttermalen häufiger gesehen.

Wie kann vorgebeugt werden? Ein hundertprozentiger Schutz ist derzeit nicht möglich. Das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken, kann jedoch erheblich gesenkt werden. Zu den wichtigsten Präventionsmaßnahmen gehört der Schutz vor der Sonne. „Die ultravioletten Strahlen sind zwar notwendig zur Bildung des wichtigen Vitamin D, jedoch muss man dazu nicht in der Sonne liegen, bis ein Sonnenbrand entsteht“, betont Jungbauer. „Vor allem Sonnenbrände im Kindesalter rächen sich, da Krebs oft erst Jahre nach der ersten Zellveränderung entsteht.“ Hauttypgerechte Sonnenschutzmittel, aber auch adäquate Kleidung und Kopfbedeckung sowie eine Sonnenbrille sollten daher ganz selbstverständliche Begleiter bei Aufenthalten in der Sonne sein, wobei die Mittagssonne (11 bis 15 Uhr) prinzipiell zu meiden ist. Zudem ist es ratsam, regelmäßig Vorsorgeuntersuchungen wahrzunehmen, um Hautkrebs frühzeitig zu erkennen. Wer beispielsweise viele Muttermale hat, sollte bei Veränderungen derselben rasch einen Dermatologen aufsuchen, um eine Abklärung durchführen zu lassen.

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