Schöner wohnen im Alter

Vor mehr als 40 Jahren habe ich die Oma einer Freundin im Altersheim des Dorfs, in dem ich meine Kindheit verbrachte, besucht. Der Schock sitzt mir noch heute in den Knochen: Das Haus war baufällig, verwinkelt und dunkel. Es roch nach abgestandener Luft, Moder und Urin. Die Bewohner lagen apathisch in ihren Betten, einige schlurften ausdruckslos durch den Flur, die Oma meiner Freundin saß zusammengesunken auf einem Sessel. Sie sah uns an und durch uns hindurch. Damals haben wir Freunde beschlossen, uns im Alter ein Haus zu bauen und alle zusammen einzuziehen. Ins Altersheim würde uns kein Mensch bringen. Niemals. Die Freunde von damals sind mir abhandengekommen, die Idee der Alten-WG ist mir geblieben. Wobei die meisten Altersheime – heute werden die Begriffe Seniorenwohnheim, Altenwohnheim oder auch Altenheim verwendet – landauf, landab ihren Schrecken verloren haben. Die Gebäude sind durchwegs modern, hell und großzügig. Die Zimmer freundlich eingerichtet – und den Bewohnern wird vom Personal mit Respekt, Engagement, Freundlichkeit und Fürsorge entgegengetreten. Die gute Zeit für ältere Menschen liegt, so scheint es, nicht in der Vergangenheit, sondern ist erst in den vergangenen Jahren angebrochen.

Rechtzeitig anmelden. Dank der Errungenschaften der Medizin werden wir heute wesentlich älter. Mit 70 gehört man noch lange nicht zum alten Eisen, und oft sind Menschen jenseits des Pensionsalters fitter als so mancher Jungspund. Auch das Selbstbewusstsein älterer Menschen ist gestiegen. Sie wollen ihr Leben so lange wie möglich selbstständig leben und selbstverantwortlich gestalten. Am liebsten in den eigenen vier Wänden – wie alle Umfragen zu diesem Thema bestätigen. Dennoch treffen viele die Entscheidung, wie und wo sie ihre letzten Jahre verbringen wollen, schon lange bevor sie wirklich pflegebedürftig werden. Es macht durchaus Sinn, sich darüber Gedanken zu machen. Von heute auf morgen bekommt man im Normalfall keinen Platz. Die Wartelisten sind lang, und je früher man sich eintragen lässt, desto eher kann man sich aussuchen, wo man seinen Lebensabend verbringen möchte. Zu bedenken sind natürlich die Kosten. Diese sind sehr unterschiedlich und von mehreren Faktoren abhängig.

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