Schmetterlinge im Bauch und Romantik im Kopf

Wenn die Faktoren stimmen, drücken Hormone den Startknopf für die Pubertät. Bei den meisten Mädchen beginnt zwischen 9 und 13 Jahren das Brustwachstum. Die Regelblutung setzt mit 11 bis 15 Jahren ein und kann noch 5 Jahre unregelmäßig bleiben. Bei Burschen beginnen mit 10 bis 14 Jahren die Hoden und der Penis zu wachsen, mit 12 bis 14 Jahren setzen Stimmbruch und Bartwuchs ein. Die gesamte Entwicklung startet bei Buben später als bei Mädchen und verläuft etwas langsamer. (Wenn Sie sich Sorgen machen, dass die Pubertät zu früh oder zu spät einsetzt, wenden Sie sich an Kinderarzt oder –ärztin.) Wichtig zu wissen: Mädchen können ab der ersten Regelblutung schwanger werden, Burschen ab dem ersten Samenerguss ein Kind zeugen.

In der Pubertät muss Ihr Kind mit massiven Veränderungen seines Körpers fertig werden. Hormonell bedingte Probleme wie Pickel und Schweißausbrüche belasten den Körper, Unsicherheit und Scham die Seele. Jugendliche müssen in ihren veränderten Körper erst wieder hineinwachsen, mit ihm vertraut werden. Scheinbar harmlose Neckereien à la „Na, du hast ja zugelegt – naschst du so viel?“ können jetzt eine Gefühlslawine lostreten (und im schlimmsten Fall ein Baustein für Essstörungen werden).

Gerade in dieser Umbruchszeit definieren sich Jugendliche über ihr Aussehen. Sieeifern Vorbildern aus Modewelt und Medien nach. Wenn der Körper dem Ideal nicht nahe genug kommt, keimen Selbstzweifel, wie bei der 13jährigen Ina, die lustlos in ihrem Abendessen stochert. „Schmeckt dir das nicht?“, fragt ihre Mutter. „Doch, aber ich bin auf Diät.“ Dass sie abnehmen müsste, gaukeln der normalgewichtigen Ina Model-Poster aus Mädchenzeitschriften vor, die der Mutter schon länger ein Dorn im Auge sind. Sie nimmt Ina mit ihren Nöten und Ängsten ernst: „Ich kann mich noch gut erinnern, als mein Busen zu wachsen begonnen hat. Im Inas Mutter nimmt sich vor, in Bezug auf Körpergefühl und Essgewohnheiten ein gutes Vorbild zu sein. Außerdem wird sie Mahlzeiten im Kreise der Familie noch bewusster gestalten.

Jugendliche experimentieren gerne mit Frisur und Kleidung und brauchen Zeit, um zu ihrem Stil zu finden. Greifen Sie nicht ein, auch wenn Ihnen die eintönige Kleiderauswahl nicht gefällt. Laden Sie Ihr Kind lieber auf einen Einkaufsbummel ein und bringen Sie viel Geduld mit. Denn Entscheidungen fallen in dieser Phase nicht leicht. Manche junge Mädchen wählen extrem „sexy“ Kleidung. Als Mutter oder Vater dürfen Sie Fragen stellen („Was glaubst du, wie du damit wirkst?“), Ihre Meinung sagen und auch ein Outfit verbieten. Ihre Tochter ist Ihnen vielleicht sogar dankbar. Es ist leichter für sie, dem Druck der Clique standzuhalten, wenn sie sagt, sie wollte den Rock ja anziehen, aber ihre strengen Eltern haben es verboten.

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