Schlank im Schlaf

Sie wollen bis zum Startschuss der Badesaison die einen oder anderen Kilos verlieren und haben schon etliche Diäten ausprobiert, die allesamt nicht von Erfolg gekrönt waren? Dann schaffen Sie es dieses Mal im Schlaf, ganz sicher – und zwar ohne lästigen Jo-Jo-Effekt. Alles, was Sie dafür tun müssen, ist, drei Mal am Tag in der richtigen Zusammenstellung zu essen, dazwischen zu fasten und abends ausreichend zu schlafen. Das ist die Quintessenz der „Schlank-im-Schlaf-Formel“, die der – mittlerweile verstorbene – deutsche Ernährungsmediziner Detlef Pape entwickelt hat. Klingt einfach – ist es auch. Doch was steckt konkret dahinter und wie stellt man seine Mahlzeiten eigentlich „richtig“ zusammen?

Das Prinzip: Insulin-Trennkost
„Bei dieser Diät geht es darum, den Insulinspiegel – mit geeigneten Lebensmitteln sowie Portionen und vernünftigen Essenspausen zwischen den Hauptmahlzeiten – absinken zu lassen“, so der Wiener Hormon- und Ernährungsexperte Dr. Christian Matthai. „Insulin ist ein anaboles Hormon, das heißt, dass es Körpersubstanz immer erhalten möchte. Aus diesem Grund schleust Insulin nicht nur Zucker, sondern auch Fett und Aminosäuren aus dem Blut in die Zellen. Ein hoher Insulinspiegel bremst demnach, wie in zahlreichen Studien nachgewiesen werden konnte, den Abbau von Fett aus den Körperfettzellen.“ Die Lehre daraus? Wer abnehmen möchte, sollte vor allem abends darauf achten, den Blutzuckerspiegel möglichst niedrig zu halten. Nur so sinkt auch der Insulinspiegel. „Ein niedriger Blutzuckerspiegel wiederum fördert die Freisetzung des sogenannten Wachstumshormons, das einerseits den Muskelaufbau und andererseits den Fettabbau unterstützt – uns also beim Abnehmen hilft“, erläutert Matthai.

Regel 1: Abends keine Kohlehydrate
Das Wachstumshormon, auch bekannt als Human Growth Hormone (HGH), besteht aus insgesamt 191 Aminosäuren und ist für Wachstumsprozesse im Gewebe, in den Knochen, den Muskeln und im Stoffwechsel verantwortlich. Es wird in der Hirnanhangdrüse gebildet und in Schüben, mehrmals am Tag, produziert. Während wir schlafen, erfolgt für die Regeneration der Zellen die größte Ausschüttung, insbesondere zwischen Mitternacht und 2 Uhr morgens. Und das lockt das Fett aus seinen Speichern. Einzige Voraussetzung: Keine Kohlehydrate zum Abendessen und eine Nahrungskarenz bis zum kommenden Frühstück. Warum, ist schnell erklärt: Kohlehydratreiche Nahrung hemmt die HGH-Produktion und sorgt für einen Anstieg des Insulin- und Blutzuckerspiegels. Dadurch wandern Glukose sowie freie Fettsäuren in die Fettdepots und werden dort gespeichert anstatt abgebaut. Die unerwünschte Folge: Das Körpergewicht wird nicht weniger. Das Geheimnis des Schlank-im-Schlaf-Erfolgs liegt also im abendlichen Verzicht auf kohlehydratreiche Nahrung. Stattdessen darf tierisches oder pflanzliches Eiweiß – beispielsweise Fisch, Fleisch, ballaststoffreiches Gemüse und Salate, Eier oder auch ein Eiweiß-Brot mit Käse – ohne Reue auf dem Nachtmahl-Teller landen. Eiweißreiche Lebensmittel enthalten schließlich Aminosäuren, welche die Produktion der Wachstumshormone ankurbeln und damit die Fettverbrennung in Gang setzen. Ganz besonders Willensstarke lassen das Abendessen gänzlich aus und fördern den erwünschten Abnehmprozess. „Dinner-Cancelling ist aber meist nur punktuell praktikabel und oftmals nicht wirklich alltagstauglich“, so Matthai. „Daher ist es im Rahmen einer Diät empfehlenswerter, am Abend auf Eiweiß-Produkte zu setzen. Damit erzielt man einen ähnlichen Effekt wie beim Dinner-Cancelling und beugt zudem Frust und Heißhungerattacken vor.“

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