Sanfte Medizin vs. Schulmedizin

Es gibt die Schulmedizin. Und es gibt die anderen: grob gesagt, Komplementärmedizin, Alternativmedizin und Naturheilkunde. Wie der Name schon sagt, beinhaltet Naturheilkunde alles, was „natürlich“ ist oder sein sollte, also etwa Schröpfen, Fastenkuren oder die Kräuterheilkunde. Wenngleich veraltet, wird der Begriff noch viel verwendet.

Als Alternativmedizin werden sämtliche Methoden bezeichnet, die nicht der Schulmedizin – darunter wird übrigens jene Medizin verstanden, die an den Universitäten gelehrt, an Spitälern und in Ordinationen praktiziert und von den Krankenkassen bezahlt wird – entsprechen. Dieses „Entweder-Oder“-Denken gilt heute allerdings als überholt.

Daher gibt es noch einen dritten Begriff: „Unter Komplementärmedizin verstehen wir in Österreich jene Methoden, die von der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK) anerkannt sind“, erklärt Klaus Connert, Arzt für Allgemeinmedizin in Salzburg, unter anderem selbst Homöopath und seit 1995 Referent für Komplementärmedizin bei der ÖÄK. Komplementärmedizin entspringt primär nicht dem naturwissenschaftlichen-universitären Bereich, sondern basiert auf der Erfahrungsheilkunde der letzten Jahrhunderte. So wurde etwa das Wissen der Homöopathie über 200 Jahre, jenes der Osteopathie über 70 und das der Traditionellen Chinesischen Medizin gar über 3000 Jahre systematisch durchdacht, erfasst und in der ärztlichen Tradition weitergegeben sowie erweitert.

Fünf „andere“ Alternativen. Weithin bekannt und anerkannt sind etwa Homöopathie, TCM oder Akupunktur. GESÜNDER LEBEN stellt fünf andere „nicht-schulmedizinische“ Methoden vor: Zum einen die von vielen bisher unentdeckte Anthroposophische Medizin. Zum anderen Methoden, die in den letzten Jahren einen regelrechten Boom erlebt haben, nämlich Osteopathie, Fasten nach F.X. Mayr und natürlich Ayurveda. Letztere gehört aber auch, wie die Bach-Blütentherapie, zu den eher umstrittenen Praktiken. Trotzdem: Laut Connert darf ein Arzt alle Methoden anwenden, die er beherrscht – also auch solche, die nicht unter den von der ÖÄK definierten Begriff „Komplementärmedizin“ fallen. Dies zeigt zwar, dass man hierzulande recht aufgeschlossen ist. Dennoch gibt es bis heute nur elf ÖÄK-Diplome für Komplementärmedizin (siehe Infobox). Durch genaue Richtlinien und Kriterien wolle die ÖÄK erreichen, dass ausschließlich ärztliche Komplementärmedizin auf qualitativ hohem Niveau angeboten werde: „Dies beinhaltet auch eine kontrollierte ärztliche Aus- und Fortbildung in diesen Bereichen und eine Abgrenzung gegenüber unqualifizierten nichtärzt-lichen Behandlern. Vor allem der Schutz der Patienten vor Kurpfuschern liegt der ÖÄK am Herzen.“

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