Richtig lüften

Lüftung war früher kein Thema, … Lüften passierte früher durch undichte Stellen bei Fenstern und Türen einfach nebenbei. Bei alten, schlecht schließenden Fenstern war und ist der notwendige Mindestluftwechsel durch undichte Fugen an Fensterflügeln oder am Fensterstock von selbst gewährleistet. Diese Undichtheiten bedeuten aber auch hohe, unkontrollierte Energie- und Wärmeverluste und damit höhere Heizkosten und geringere Behaglichkeit. Die Wärmeverluste von alten Fenstern sind häufig bis zu fünfmal höher als die der umgebenden Außenmauern! Die Fenster und angrenzende Bereiche kühlen dadurch im Winter besonders stark ab und es kommt zur Kondensation, also zur Bildung von feuchten Stellen an Scheiben und Mauern.

Bei heute üblichen neuen Fenstern und Türen ist der Wärmeverlust und Luftaustausch auf Grund von Wärmeschutzverglasung, Dichtungen und fachgerechtem „dichten“ Einbau im Vergleich nur sehr gering.
Was in alten Häusern häufig von selbst funktionierte, muss heute der Mensch durch bewusstes Lüften erreichen – den lebensnotwendigen Luftaustausch!

Wird nicht ausreichend gelüftet, unterbinden die dichten Fenster nicht nur Energieverluste, sondern führen auch dazu, dass sich Feuchtigkeit, Staub und Schadstoffe in den Wohn- oder Arbeitsräumen anreichern. Erhöhte Raumluftfeuchtigkeit kann zu Schimmelpilzbefall führen. Höhere Schadstoffkonzentrationen bringen reduziertes Wohlbehagen und gesundheitliche Beeinträchtigung der BewohnerInnen mit sich.

Vier gute Gründe für ausreichendes Lüften:
1. Erhalt Ihrer Gesundheit
Nach Erkenntnissen aus Medizin und Baubiologie halten sich Menschen in unseren Breiten mehr als neunzig Prozent des Tages in geschlossenen Räumen auf. Aus gesundheitlicher Sicht ist deshalb die Qualität von Innenraumluft von besonderer Bedeutung. Luft ist eine Mischung aus gasförmigen und festen Stoffen. Dort findet man zum Beispiel CO2 aus Atmung und Verbrennung, Tabakrauch, Formaldehyd, Radon, Ozon, Hausstaub und Schimmelpilzsporen. Dieser Cocktail kann – je nach Konzentration und Dauer der Beeinflussung – Gesundheit und Wohlbefinden beeinträchtigen.

2. Zufuhr von Sauerstoff
Wir atmen sauerstoffreiche Luft ein und verbrauchte, kohlendioxidangereicherte Luft aus. Bei der Bestimmung der nötigen Frischluftmengen in der Raumluft liefert die CO2-Konzentration in der Luft einen gutenAnhaltspunkt. Der international anerkannte Pettenkofer- Koeffizient gibt als maximal zulässige CO2-Konzentration 0,1% CO2 in der Raumluft an. Daraus ergeben sich notwendige Frischluftraten in Abhängigkeit der Aktivität der anwesenden Personen. Bei unterschiedlicher Aktivität der Personen variiert nämlich auch die CO2- Abgabe durch die Atmung und damit die notwendige Frischluftmenge:
Konkret heißt das, dass in einer von einer vierköpfigen Familie bewohnten 75 m² großen Wohnung, bei Anwesenheit aller BewohnerInnen, im Schnitt etwa alle 2 Stunden die Raumluft ausgetauscht werden sollte. Bei einem 140 m² großen Haus ist aufgrund seines größeren Luftvolumens eine Erneuererung der Raumluft alle 3 Stunden ausreichend.

Zu geringe Luftaustauschraten führen zu erhöhtem CO2-Gehalt und damit zu Ermüdungserscheinungen und zum Sinken der Konzentrationsfähigkeit. Die ÖNORM B8135 schreibt deshalb eine Luftwechselrate von 0,5 pro Stunde vor. Das bedeutet in der Praxis, dass mindestens alle zwei Stunden die gesamte Raumluft gegen frische Außenluft getauscht werden sollte, um den hygienischen Standards zu genügen.

3. Abfuhr von Feuchtigkeit
Durch unseren modernen, „wasserintensiven“ Lebenswandel und dichte Gebäudehüllen kommt es zu erhöhter Luftfeuchtigkeit in Innenräumen. Im Durchschnitt ist bei Wohnungen davon auszugehen, dass bei normaler Nutzung pro Tag etwa zehn Liter Feuchtigkeit an die Raumluft abgegeben werden. Bewegt sich die relative Luftfeuchtigkeit in Räumen dauerhaft um 60 % und darüber, besteht akute Schimmelgefahr!

4. Entfernen von Schadstoffen
Neben der Belastung der Wohnräume durch von BewohnerInnen abgegebene Schadstoffe (CO2, Schweiß, Tabakrauch), machen Ausdünstungen aus Baustoffen und Einrichtungsgegenständen sowie aus Haushaltschemikalien einen regelmäßigen Luftaustausch durch Lüften unabdingbar. Formaldehydausdünstungen aus Spanplatten, Verbrennungsluft der Gasfeuerung, Holzschutzmitteldämpfe, Lösungsmittel aus Klebern, Farben, Lacken und Reinigungsmitteln, Ausdünstungen aus Bodenbelägen etc. belasten die Raumluft.

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