„Ich kann schon ohne Mama und Papa …“

Für alle Eltern bedeutet es einen großen Schritt, ihr Kind regelmäßig in die Obhut anderer Menschen zu geben. Haben sie bisher hauptsächlich selber für das Kind gesorgt und damit die Werte im Leben ihres Kindes bestimmt, so geht es nun ein Stück seines Weges ohne Mama und Papa. Eltern und im Besonderen Mütter sind oft sehr eng mit ihrem Kind mit Behinderung verbunden. Sei es, weil sie gemeinsam schon durch Dick und Dünn gegangen sind, oder weil sie die besonderen Bedürfnisse ihres Kindes sehr beansprucht haben.

Irgendwann kommt jedoch der Tag, an dem das Kind das elterliche Nest verlässt. Für jedes Kind ist das ein wahrlich großer Tag im Leben. Vielleicht gehen beide Elternteile arbeiten oder der Alltag mit dem Kind mit Behinderung ist so anstrengend, dass eine Auszeit für den betreuenden Elternteil genau das Richtige ist. Vielleicht ist die Zeit für das Kind reif, um mit anderen Kindern zusammen zu sein. Es ist für jedes Kind, unabhängig davon ob mit oder ohne Behinderung, wichtig, den Umgang mit Gleichaltrigen zu erlernen. Für Kinder ist es wunderbar, diesen Schritt in die Selbständigkeit zu gehen.

„Ich blickte Davids erstem Kindergartentag mit Bauchweh entgegen. Gleichzeitig wusste ich, wie hilfreich dieser Schritt für uns alle sein würde. Wir hatten genau den richtigen Kindergartenplatz für ihn gefunden und David bestens darauf vorbereitet. Er durfte einige Male schnuppern kommen, anfangs mit mir gemeinsam, dann auch alleine. Und doch wa der erste offizielle Tag von Spannung erfüllt. So eng miteinander verbunden würden wir nie mehr sein. Ich war traurig und froh zugleich. Als ich ihn nach seinem ersten Kindergartentag abholte, hatte er rote Wangen vor Aufregung und war total müde. Aber ich spürte auch seine Freude am Neuen, und wusste, dass wir am richtigen Weg waren,“ erzählt die Mutter eines Kindes mit fragilem X-Syndrom.

Beginnen Sie früh, sich darüber Gedanken zu machen, welche Form der Kinderbetreuung für Ihr Kind und Sie passt, damit der Einstieg in die außerhäusliche Betreuung gut gelingt.

Unterschiedliche KINDERBETREUUNGSANGEBOTE
Tagesmütter/Tagesväter
In einer familienähnlichen Situation und in kinderfreundlicher Umgebung wird eine kleine Gruppe von Kindern in Privathaushalten individuell betreut. Die Kinder spielen, essen und schlafen über Mittag dort. Die Betreuungszeiten sind flexibel und richten sich nach den Bedürfnissen der Familien. Tagesmütter/Tagesväter verfügen über eine spezifische Ausbildung und sind meistens über Vereine organisiert.

Kinderkrippe/Krabbelstube

Hier werden Kinder vom Babyalter bis zum Eintritt in den Kindergarten von pädagogisch ausgebildetem Personal betreut. In kleinen Gruppen werden die Kinder in geeigneten Räumen tagsüber beschäftigt und versorgt. Es gibt öffentliche und private Trägerorganisationen mit sehr unterschiedlichen Öffnungszeiten und Kosten. Grundsätzlich sind die Gebühren abhängig vom Träger, vom Einkommen der Eltern und von der Stundenzahl, die das Kind in der Einrichtung verbringt.

Kindergruppen

In Kindergruppen werden Kinder verschiedener Altersstufen betreut, hauptsächlich aber Kinder bis zum Schuleintritt. Es gibt öffentliche und private Trägereinrichtungen mit sehr unterschiedlichen Bedingungen. In vielen Kindergruppen ist eine intensive Zusammen- und Mitarbeit der Eltern erforderlich. Die Finanzierung der Kindergruppen erfolgt durch Elternbeiträge und öffentliche Förderungen.

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