Purzelbäume machen klug

Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, wie viele verschiedene Bewegungen Ihr Kind mittlerweile beherrscht? Wie behände es auf einen Baum klettert? Wie geschickt es auf kleinen Mauern balanciert? Wie unermüdlich es schaukelt und rutscht?

Wir Erwachsenen sind oft sehr bequem und bewegen uns nur lustlos. Kinder brauchen keine Anstöße von außen: wenn ihnen etwas Spaß macht, bleiben sie dabei und wollen sich ständig verbessern. Z.B. wollen sie immer höher hinauf klettern, dem Papa schneller davonlaufen, oder – wie der fünfjährige Max – unbedingt beim Skikursrennen gewinnen! Und das, obwohl er noch sehr wackelig auf den Skiern steht! Ein „gesunder“ Ehrgeiz ist eine gute Quelle für die persönliche Leistungsentwicklung. Ihr Kind soll aber weder eine übersteigerte Vorstellung vom eigenen Können haben noch sich unterschätzen. Helfen Sie Ihrem Kind dabei, ein eigenes Ge-fühl für Leistung zu entwickelten. Max‘ Papa könnte also zu seinem Sohn sagen: „Ich finde es super, dass du gewinnen willst, und ich werde Dir auch ganz fest die Daumen halten. Aber überleg einmal: Bis jetzt bist du noch nie den Hang heruntergefahren, ohne hinzufallen. Ich finde, es wäre schon eine ganz tolle Leistung, wenn du es schaffen würdest, ohne „Schneebad“ herunterzukommen.“ Max kann dann – bei seinem derzeitigen Können – ein zufriedenes und gutes Gefühl haben, und seine Eltern können mit Recht stolz auf ihn sein, wenn er beim Skikursrennen ohne Sturz den Hang hinuntergekommen ist, auch wenn er zeitlich am langsamsten war! Ganz wichtig ist, dass Sie sowohl bei Siegen als auch bei Niederlagen die Gefühle Ihres Kindes ernst nehmen. Loben Sie Ihr Kind und freuen Sie sich mit ihm bzw. trösten Sie Ihr Kind und stärken Sie sein angeschlagenes Selbstbewusstsein! So wird Ihr Kind lernen, mit Erfolg und mit Misserfolg umzugehen und wissen, Sie halten auf alle Fälle zu ihm.

Egal, ob Schi fahren, laufen oder Ball spielen – all diese unterschiedlichen Bewegungsabläufe sind wichtig, um die Grobmotorik, das heißt alle großen Bewegungen mit Armen, Beinen oder dem ganzen Körper, ausreichend zu üben und zu koordinieren. Im Laufe der Vorschulzeit verbessert Ihr Kind auch seine feineren Handbewegungen, wie z.B. Knöpfe öffnen und schließen, mit Messer und Schere schneiden, zeichnen und basteln, sich an- und ausziehen. Sowohl bei großen als auch bei kleinen Bewegungen kräftigt Ihr Kind seine Muskeln, trainiert Körperbeherrschung und Geschicklichkeit. Ihr Kind lernt seine körperlichen Fähigkeiten und Grenzen kennen, es spürt, was es sich selbst zutrauen kann und was nicht. So übt es auch Gefahren einzuschätzen und damit umzugehen. Dieses „Sichselbst-Bewusst-Sein“, wer man ist und was man kann, lässt Ihr Kind insgesamt selbstsicherer durch die Welt gehen!

Unverzichtbar für die Entwicklung des „Ichs“ ist aber genauso der Kontakt mit anderen Kindern. Bei wilden Bewegungsspielen und spielerischen Wettkämpfen kann sich Ihr Kind mit Gleichaltrigen messen, es wird herausgefordert, motiviert und erfährt eine Menge über sich selbst. Bei sportlichen Gruppenaktivitäten entwickelt Ihr Kind Fairness, Solidarität, Teamgeist, es kann selbst Führung übernehmen oder jemand anderem helfen – alles soziale Fähigkeiten und Qualitäten, die es auch außerhalb des sportlichen Lebens gut brauchen kann!

Tipps für Eltern

  • Lassen Sie Ihre Phantasie spielen: Es gibt beinahe überall Möglichkeiten für Bewegung – ob das in den eigenen vier Wänden, bei kleinen Besorgungen oder im nahe gelegenen Park ist!
  • Drängen Sie Ihr Kind nicht zum Stillsitzen bzw. achten Sie darauf, dass es nicht zu viel sitzt (z.B. beim Fernsehen, beim Autofahren, beim PC-Spielen).
  • Erwachsene gleichen ihren Bewegungsmangel während der Arbeitswoche oft dadurch aus, dass sie am Wochenende umso intensiver Sport treiben. Kinder können das nicht! Denken Sie daran – Ihr Kind braucht täglich genug Möglichkeiten, sich zu bewegen!
  • Machen Sie oft Ausflüge in die Natur. Ihr Kind sammelt bei jeder Jahreszeit neue Erfahrungen.
  • Stellen Sie Ihrem Kind möglichst unterschiedliches Bastel- und Malmaterial zur Verfügung, mit dem es nach Herzenslust experimentieren kann. So verbessert es die Geschicklichkeit seiner Finger!
  • Achten Sie darauf, dass Ihr Kind viel Bewegung und Spaß mit anderen Kindern hat!
  • Überhaupt: Spaß ist das Wichtigste bei allen sportlichen Aktivitäten!
  • Fördern Sie behutsam die sportlichen Neigungen Ihres Kindes und überfor dern Sie es nicht mit ehrgeizigen Vorstellungen!
  • Sie müssen Ihrem Kind nicht alle Sportarten selbst beibringen! Die Teilnahme bei Sportkursen oder Sport in einem Verein sind durchaus sinnvoll. Sie sollten aber sehr genau prüfen, ob das Angebot für Ihr Kind auch wirklich geeignet ist: z.B. wie ist der Umgangston mit den Kindern, wird auch auf einzelne Kinder eingegangen, sind die Kinder am Ende der Stunde völlig erschöpft oder aktiv und munter, machen sie begeistert mit oder ist ihnen fad?…

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