Pupertät und chronische Krankheit

In der Pubertät kann es nun – so wie es oft zu Identitätsfindungs- und Sinnkrisen kommt – trotz allen Wissens, trotz aller Vertrautheit, auch zu einer gänzlich anderen Umgangsweise mit der Krankheit kommen.

Eine Variante dabei wäre, dass ein Jugendlicher, der diskret und nahezu ohne Probleme mit seiner Krankheit umgegangen ist, an der Schwelle zum Erwachsenwerden plötzlich durch Aufmerksamkeitssuche, durch dezidiertes Hinweisen auf sein „Anderssein“ und gesundheitliche Krisen versucht „Vorteile“ aus seiner Krankheit zu ziehen. Vielleicht bleibt er öfter der Schule fern, lässt ärztliche Kontrolltermine auf Prüfungstage legen, generiert sehr viel Zuwendung und interessierte bis bedauernde Fragen von Mitmenschen und holt sich letztlich – wenn die Krankheit schon sein muss – doch wenigstens „Wichtigkeit“ daraus.

Eine andere, familiendynamisch wahrscheinlich schwierigere Reaktionsform von Jugendlichen ist die, dass sie in pubertärem Widerstand eventuell dringend notwendige ärztliche oder Spitalskontrollen missachten und versäumen und mit der – manchmal lebensnotwendigen – Medikation experimentieren, sie reduzieren, unregelmäßig einnehmen oder ganz absetzen. Elterliche Sorge und Ratschläge helfen meist nicht bzw. führen zu noch mehr Widerstand, Ablehnung und Provokation. Ab und an bringen sich Betroffene damit an den Rand der Lebensbedrohung. Das Nachdenken über „Gerechtigkeit“, „Sinn des Lebens“, „Mühsal“ etc. lässt einige Jugendliche dann auch in dunkle Stimmungen und Suizidgedanken abgleiten.

Für Eltern gilt es nun die passenden Handlungen zu setzen, um ihrem Kind über diese kritische Zeit, die vermehrt die Auseinandersetzung mit dem Körper und zum Teil extreme psychische Reaktionen zum Inhalt hat, hinwegzuhelfen.

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