Parlez-vous francais? Habla espanol? Gaga gu baby?

Eben noch hat Christina ein fachliches Telefongespräch mit dem Berater ihrer Haushaltsversicherung geführt. Doch kaum hat sie den Hörer aufgelegt und sich ihrem 5 Monate alten Sohn Moritz zugewandt, verändert sich ihre Stimme, die Tonlage wird höher, und mit hochgezogenen Augenbrauen und gespitztem Mund plaudert sie mit ihm: „Na, was macht mein Hase?“

Die übertriebene Mimik und die erhobene, helle Stimmlage – von Experten als „Ammensprache“ bezeichnet – ist die beste Sprachförderung für ein Baby. Babys hören hohe Tonlagen besonders gut, ihre Aufmerksamkeit wird von dem übertrieben wirkenden Gesichtsausdruck gefesselt, und sie werden zur Nachahmung angeregt. Christina hat es so wie alle Eltern gefühlsmäßig richtig gemacht. Vom ersten Tag ihres Lebens kommunizieren Babys mit ihrer Umgebung. Anfangs machen sie dies mit Körpersprache. Sie schauen Mama, Papa und andere Personen, die sich ihnen nähern, gerne an. Sie „fuchteln“ mit Armen und Beinchen und bewegen ihren Mund. Dazu kommt das Weinen und Schreien, mit dem sie ihr Unwohlsein ausdrücken, aber auch schon bald glucksende „Wohlfühllaute“ und dann das Lachen. Das Baby beobachtet auch von Anfang an die Körpersprache der Personen, die mit ihm plaudern und es pflegen. Blickkontakt, die Körperhaltung, die Stimmfarbe und die Sprachmelodie vermitteln dem Baby wichtige Informationen. Plaudern Sie daher von Anfang an mit Ihrem Kind!

Babys und Kleinkinder entwickeln ihr Sprach-vermögen nach einem inneren Plan. Die Reihenfolge dieses Ablaufs ist bei allen Kindern ungefähr gleich, die Zeitspannen können jedoch sehr unterschiedlich sein. Eltern können die Sprachentwicklung ihres Kindes zwar fördern oder hemmen, sie können jedoch das erste Wort nicht erzwingen (auch nicht mit Liebe!).

Ab dem zweiten Lebensmonat versucht das Baby einfache Ä-Laute zu bilden, ab drei Monaten kann es bewusst vor Vergnügen quietschen, es hört gerne zu, wiederholt Laute und spielt mit ihnen. Ab 6 Monaten beginnt das Baby einfache Silben wie „ba“, „da“ und „ka“ zu sprechen, charakteristisch sind auch Blas- und Reiblaute. Schon Neugeborene versuchen Mundstellungen nachzuahmen, mit 7 bis 8 Monaten setzt dann die Fähigkeit zur unmittelbaren Nachahmung ein, und das Interesse für ein sprechendes Gesicht ist besonders groß. In dieser Zeit betasten die Kinder oft das Gesicht der Mutter/des Vaters, wenn diese/r mit ihnen spricht. Mit 10 Monaten verstehen die meisten Babys Wörter, die in ihrem Alltag eine Bedeutung haben, wie Mama, Papa, Licht, Heia oder Nein.

Es ist gut, wenn Eltern ihrem Gefühl vertrauen und einfach mit ihrem Kind plaudern, anstatt dem Baby bewusst die Sprache beizubringen. Für Ihr Kind ist es beruhigend und schön, wenn Sie mit ihm reden. Und es tut auch Ihnen gut, wenn Sie Ihrem Kind von Klein auf erzählen, wie es Ihnen geht und was Sie beschäftigt. Ach ja, und vergessen Sie nicht, dass zu einem Gespräch Reden und Zuhören gehört. Machen Sie daher auch Pausen und hören Sie Ihrem Baby zu. So lernt es automatisch den Ablauf eines natürlichen Gesprächs und fühlt sich als „Gesprächspartner“ ernst genommen.

Tipps für Eltern

Sprech„training“ im Sinne von Dressur hat keinen Sinn und kann das Kind sogar irritieren. Sie können die Sprachentwicklung Ihres Kindes jedoch fördern:

  • Am wichtigsten ist eine gute Beziehung zu Ihrem Kind, in der Platz für liebevolle Gespräche ist!
  • „Baden“ Sie Ihr Baby von Anfang an in Sprache. Plaudern Sie mit ihm beim Wickeln, Anziehen, Spielen und anderen Gelegenheiten. Das regt es zum Nachahmen an.
  • Sagen Sie ihm, was Sie gerade tun (z.B.: „Jetzt ziehe ich dir die Jacke an“). So kann sich Ihr Baby auf die Handlung einstellen, und es wird Zusammenhänge immer besser begreifen.
  • Um Sprechen zu lernen muss das Kind immer wieder Ihr Gesicht und Ihre Lippenbewegungen sehen können. Verwenden Sie einfache Wörter und Sätze und wiederholen Sie diese häufig.
  • Beantworten Sie seine Laute und Töne, so merkt Ihr Baby, dass Sie es verstehen. Machen Sie Gesprächspausen und hören Sie ihrem Baby zu. So lernt es den Wechsel von Reden und Zuhören.
  • Benennen Sie Dinge, die das Baby interessieren, und zeigen Sie gleichzeitig darauf, oder nehmen Sie diese direkt in die Hand. Ihr Baby lernt die Sprache leichter, wenn Sie es bei seinen Interessen packen. Beobachten Sie Ihr Kind: Wo schaut es hin? Was greift es an? Und reden Sie darüber!
  • Babys mögen kurze Lieder, Reime und Fingerspiele.

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