Oohm für ein starkes Ich

Unsere Kinder hetzen mit uns Eltern immer wieder durch den Alltag. Stress überträgt sich auf sie. Warum kleine Yogis beweglicher und entspannter durchs Leben kommen – und das auch noch mit jeder Menge Spaß. Von Susanne Zita

 Brüllen wie ein Löwe, mit dem Schwanz wedeln wie ein Hund, einen Buckel machen wie die Katze oder entspannt wie ein Panda – Kinderyoga ist fantasievoller als Yoga für Erwachsene, tut dem Körper und der Seele aber genauso gut. In gelenkigen Posen, die Bewegungen von Tieren gleichen, lernen die Jüngsten spielerisch und ganz ungezwungen ganzheitliche Entspannung. Denn auch der Nachwuchs braucht immer wieder Zeit, um in sich hineinzuhorchen. Nicht nur das Leben von uns Erwachsenen dreht sich schneller, auch Kinder sind heutzutage stark gefordert. Und warum nicht einmal mit Yoga probieren, mehr Ausgleich zu finden? Schließlich ist es gesund und baut Spannungen, Ängste und gar Aggressionen ab. Die Kinder lernen abzuschalten und sich bewusst zu entspannen. 

Durch Yoga-, Atem- und Entspannungsübungen sowie Bewegungsspiele werden obendrein die Körper- und Sinneswahrnehmungen verbessert. Die in den Haltungen geforderten Muskeln werden durch die Yoga-Praxis schon bald kräftiger und leistungsfähiger. Ihre Flexibilität wird größer. „Dehnen und Beugen fallen leichter. Mittelbar werden aber auch viele weitere Muskel- und Gelenkgruppen kräftiger bzw. beweglicher, weil Haltungen aufeinander aufbauen, sich gegenseitig ergänzen und so im ganzen Körper wirken. Das führt zu einer erhöhten Elastizität und besseren Motorik“, erklärt Thomas Bannenberg, Yoga-Lehrer, Sozialpädagoge und Autor. Somit beugt die indische Lehre auch Fehlhaltungen vor.

Für äußeren und inneren Halt

Gute Motorik: Für Kinder, die in ihren Bewegungen eher einen ungeordneten, haltlosen oder unklaren Eindruck machen, schafft Yoga neue Bahnen der körperlichen Aktivität. „Darin erleben sie aber auch eine gewisse Begrenzung. Das gibt Orientierung und einen Halt schaffenden Rahmen. Und daraus kann ein Gefühl von Sicherheit entstehen“, schreibt Bannenberg in seinem Buch „Yoga für Kinder“, erschienen im Gräfe und Unzer Verlag. Oft spüren Schulkinder, dass ihnen die Atemtechniken (Pranayama) beim Konzentrieren helfen oder das Einschlafen besser gelingt, weil sie beim Kinderyoga gelernt haben, den Atem zu spüren und sich darauf zu fokussieren. 

Die Wirkung von Yoga auf die Jüngsten ist übrigens nachhaltig und umfassend wissenschaftlich belegt. Neben der Verbesserung der muskulären Leistungskraft beruhigt Yoga bei Kindern die Atmung, baut Spannungen ab, verbessert die Koordinationsfähigkeit sowie die Konzentration und wirkt positiv bei ADS und ADHS. 

Besonders gut gelingt Kinderyoga mit den Kleinsten, wenn Sie eine kurze Geschichte zu jeder Übung erzählen. Beispielsweise vom wilden Löwen, der immer dann so laut und lange er kann in sein Kissen brüllt, wenn er wütend ist. Herzige Bilderkarten helfen Vorturnenden oder Eltern, kleine Yogis zum Üben zu animieren. Denn nach nur einem Mal stellt sich nicht gleich die positive Wirkung ein. Natürlich braucht es eine gewisse Regelmäßigkeit – und auch das ist besonders gut für Kinder. Denn fixe Rituale und Gewohnheiten bieten Halt in unserer viel zu hektischen Zeit. 

In diesem Sinne: Ab mit dem Spross in den Lotussitz, Augen schließen, zur Ruhe kommen, um sich danach in lustigen Tier-Asanas auszuprobieren. So macht Yoga allen Spaß. Namaste!

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