Ökologische Schneckenbekämpfung

Die Spanische Wegschnecke wurde in den 70er Jahren mit Pflanzenimporten nach Mitteleuropa eingeschleppt. Hier kamen ihr die günstigen klimatischen Bedingungen sowie das Fehlen von natürlichen Feinden zugute. Weitere Ursachen für die Nacktschneckenplage der letzten Jahre sind monotone, stark gedüngte Kulturlandschaften, in denen kein Platz für die Fressfeinde der Schnecken ist.

Schnecken sind gut fürs Ökosystem
Schnecken haben im Ökosystem eine wichtige Rolle als Zerkleinerer von Biomasse und sind aus einem funktionierenden Ökosystem nicht wegzudenken. Von den ca. 2.000 Landschnecken richten lediglich vier Arten Schäden in unseren Gärten an. Diese vier Schneckenarten kommen aus folgenden drei Schneckenfamilien:

Familie der Wegschnecken (Arionidae ) Sie erkennen diese Familie daran, dass das Atemloch (weißer Punkt) in der vorderen Hälfte des Mantelschildes liegt. Die Schnecke zieht sich bei Berührung halbkugelig zusammen und hat keinen Kiel am Rücken.

  • Große oder Spanische Wegschnecke
  • Heimische Gartenwegschnecke

Die Spanische Wegschnecke (siehe Foto) ist sehr häufig und verursacht die gefürchteten Fraßschäden. Die Gartenwegschnecke (Arion rufus) ist in Österreich heimisch und richtet in den Gärten nur geringen Schaden an. Bedauerlicherweise ist die Art optisch kaum von der gefräßigen Spanischen Wegschnecke zu unterscheiden.

Familie der Egelschnecken
(Limacidae) und Kielnacktschnecken (Milacidae)

  • Genetzte Ackerschnecke
  • Große Egelschnecke

Außer der Genetzten Ackerschnecke zeigen die Arten aus dieser Familie nur geringe Schadwirkung. Eine bis zu 20 cm lange, auffällige Art ist die Große Egelschnecke. Sie zeigt kein Massenauftreten und ist daher als „Schädling“ unbedeutend.

Die Familie der Gehäuseschnecken, wie z.B. die Schnirkelschnecken oder Weinbergschnecken, richten nur geringe Fraßschäden an. Einige Arten, darunter die Wiener Schnirkelschnecke (Cepea vindobonensis), sind sogar gesetzlich geschützt.

Lebensweise der Schnecken
Schnecken sind bei feuchter Witterung und in der Nacht aktiv. Sie bestehen zu ca. 85 % aus Wasser. Da sie keine Epidermis, also keine vergleichbare Haut wie Menschen oder Säugetiere haben, die sie vor Verdunstung schützt, sind sie stark von der Feuchtigkeit der Umgebung abhängig. Bei trockenem Wetter und hohen Temperaturen sind sie weniger aktiv und verkriechen sich. Die optimale Temperatur für diese Weichtiere liegt zwischen 18 und 20 °C.

Heimische Schnecken sind Zwitter (zweigeschlechtig). Sie legen Eipakete mit bis zu 300 Eiern in Spalten, Bodenfurchen und unter Blattstreu ab. Bei höheren Temperaturen wird die Eientwicklung beschleunigt. Die Eigelege überdauern den Winter im Erdreich. Nur wenige erwachsene Tiere überleben den Winter im Boden.

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