Nur kein Getreide!

Bei einer Nahrungsmittelunverträglichkeit kann der Organismus bestimmte Nahrungsbestandteile nicht verdauen. Die häufigsten Formen sind Unverträglichkeiten auf Laktose, Fruktose und Histamin (GESÜNDER LEBEN hat ausführlich berichtet). Damit nicht genug, liest und hört man vermehrt, dass vor allem Getreide wie Weizen, Roggen, Gerste und deren Abstammungen und Kreuzungen sowie deren Produkte schlecht bis gar nicht vertragen werden.

Nicht nur Gluten
Vorweg sei betont, dass hier bewusst die Rede von Getreide und nicht nur von Gluten ist. Dies hängt zum einen damit zusammen, dass das Klebereiweiß Gluten wahrscheinlich nicht der alleinige Auslöser bei allen Personen ist, die meinen, an einer Getreideunverträglichkeit zu leiden. Schließlich können auch andere Bestandteile bei empfindlichen Menschen Beschwerden auslösen. Hertha Deutsch, Vorsitzende der Österreichischen Arbeitsgemeinschaft Zöliakie: „Bei Zöliakie ist zweifelsfrei Gluten der Auslöser der Erkrankung, aber zusätzlich zur Zöliakie und Weizenallergie gibt es die nicht zöliakie bedingte Gluten-/Weizen-Sensitivität – kurz: NCG/WS (Abkürzung vom englischen non-coeliac gluten/wheat sensitivity).“ Dieser sperrige Begriff ist darauf zurückzuführen, dass man (noch) nicht weiß, welche Bestandteile des Weizens für diese Art der Unverträglichkeit verantwortlich sind. Zugegeben: All diese Begrifflichkeiten und Abgrenzungen (siehe Kasten) machen die Sache nicht gerade einfach. Doch sie sind wesentlich im Hinblick auf die Behandlung und erfordern vor allem unterschiedliche Diäten.

Ursache ungeklärt
Es wird vermutet, dass zwischen 4 und 13 Prozent unter der NCG/WS leiden. Deutsch: „Hat man den Verdacht, an einer Getreideunverträglichkeit zu leiden, sollte man keinesfalls mit einer weizenfreien oder glutenfreien Ernährung beginnen, sondern sich zuerst an einen mit Zöliakie erfahrenen Gastroenterologen wenden, der Zöliakie entweder diagnostiziert oder ausschließt. Die Österreichische Arbeitsgemeinschaft Zöliakie gibt gern Vertrauensärzte bekannt. Bei Zöliakie muss die glutenfreie Ernährung lebenslang strikt eingehalten werden, bei der NCG/WG ist dies nicht der Fall. Daher ist die Unterscheidung so wichtig.“ Die Ursache der NCG/WS ist noch nicht erforscht. Eine These ist die Hochzüchtung des Weizens, der dadurch zwar resistent gegen Insekten und Witterungseinflüsse ist, aber offenbar Substanzen enthält, die schlecht vertragen werden, wie ATI (Amylase-Trypsin-Inhibitoren). Eine andere These hängt mit den sogenannten „fermentable oligo-, di- and monosaccharides and polyols“ (FODMAP) zusammen, die in Getreide, aber auch in Pilzen, Zwiebeln und anderen Lebensmitteln enthalten sind. Manche Personen vertragen diese nicht und so entstehen Gase. Die Bindung von Wasser kann überdies eine abführende Wirkung haben. Dies könnte also Blähungen und Durchfälle erklären.

Interessantes

- Advertisement -Jentschura

Empfehlungen